Start National 1. Bundesliga Hertha BSC – FC Augsburg: Die unerwartete Chance auf Europa

Hertha BSC – FC Augsburg: Die unerwartete Chance auf Europa

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Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Die letzten beiden Wochen haben aus Sicht von Hertha gezeigt, wie verrückt die Tabelle in dieser Saison doch ist. War man vor zwei Spieltagen noch 10 Punkte hinter Eintracht Frankfurt und damit mitten im Niemandsland gefangen, sind es vor dem 32. Spieltag plötzlich nur noch vier Zähler. Auch wenn es sich nach dieser durchwachsenen Saison eigentlich verbietet, davon zu sprechen, ist auf einmal das internationale Geschäft wieder möglich. Immerhin spielt Frankfurt am Wochenende in München und auch Gladbach, der Achtplatzierte, hat ein Restprogramm, das mit Hamburg, Freiburg und Schalke alles andere als dankbar ist. Doch bevor man als Hertha-Fan nun wieder zu träumen beginnt, muss die “Alte Dame“ zuerst einmal ihre eigenen Hausaufgaben erledigen. Am Samstagnachmittag ist im Olympiastadion der FC Augsburg zu Gast.

Manuel Baums Augsburger sind die Positiv-Überraschung der Saison. (Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Der FC Augsburg als Überraschung der Saison

Ging es vor Beginn der Spielzeit darum, die beiden festen Absteiger zu tippen, herrschte unter Experten und Fans weitestgehend Einigkeit. Neben Aufsteiger Hannover wurde vor allem der FCA als Kandidat Nummer Eins gehandelt. Die Mannschaft, die unter Trainer Manuel Baum in der vergangenen Saison wahnsinnig uninspirierten Fußball spielte und nur dank eines starken Schlussspurts der Relegation von der Schippe sprang, belehrte all ihre Kritiker eines Besseren. Bereits am 31. Spieltag machten die “Fuggerstädter“ den rechnerischen Klassenerhalt perfekt, ohne dabei jemals in Gefahr gewesen zu sein, unten hineinzurutschen. Zwischenzeitig sah es gar so aus, als könnte sich Augsburg für das internationale Geschäft qualifizieren. Nach einem kleinen Durchhänger in den vergangenen Wochen erübrigte sich das zwar. Grund zur Sorge ist das für die Anhänger der Schwaben selbstredend nicht. Alles, was jetzt noch an Punkten hinzukommt, sollte für die Augsburger als Bonus verbucht werden. Denn schon jetzt haben sie weitaus mehr erreicht, als ihnen vor der Saison irgendjemand zugetraut hätte.

Ein Österreichisch-Isländisches Duo als Augsburger Erfolgsgarant

Will man die starke Saison der Augsburger neben Trainer Manuel Baum an einzelnen Personen festmachen, fallen vor allem drei Namen. Aus deutscher Sicht ist insbesondere die Entwicklung des Linksverteidigers Philipp Max erstaunlich. Der ehemalige Karlsruher ist nach Thomas Müller der erfolgreichste Vorlagengeber der aktuellen Bundesligasaison. 13 Assists stehen auf seinem Konto, zudem traf er noch einmal selbst. Damit ist er an mehr als einem Drittel der Augsburger Treffer direkt beteiligt.
Dass Philipp Max derart viele Torbeteiligungen verbuchen kann, liegt auch an den starken Abnehmern seiner Flanken. Der Isländer Alfred Finnbogasson und der Österreichische Nationalspieler Michael Gregoritsch kommen beide jeweils auf 12 Saisontreffer. An diesen Zahlen lässt sich schon erkennen, wie abhängig der FCA von seinem Sturmduo ist, was auch die letzten Wochen belegen. Zwischen dem 21. und 30. Spieltag fiel Finnbogasson mit einer Wadenverletzung aus. In diesem Zeitraum holte man lediglich neun Punkte. Seit dem vergangenen Wochenende ist Finnbogasson wieder zurück – und steuerte prompt einen Assist und ein Tor zum 2:0-Sieg über Mainz bei. Herthas Trainer Pal Dardai wird also wissen, worauf er seine Defensive unter der Woche einstellen muss.

Hertha plötzlich wieder im Rennen um Europa

Auf das Augsburger Sturmduo Finnbogasson und Gregoritsch ist Verlass. (Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Man kommt sich selbst ein wenig absurd dabei vor, es zu formulieren. Noch vor zwei Wochen betrug der Abstand auf die Europa League-Plätze sieben Punkte. Nun trennen Hertha lediglich vier Punkte auf die internationalen Ränge bei drei verbleibenden Spielen. Blickt man auf das Restprogramm von Frankfurt (Bayern, Hamburg und Schalke) und Gladbach (Schalke, Freiburg, Hamburg) sieht man zudem, dass es beide Mannschaften noch mit Teams zu tun haben, für die es entweder um das internationale Geschäft geht oder der Klassenerhalt auf dem Spiel steht und die dem Gegner dementsprechend alles abverlangen werden. Derweil hat Hertha nun mit Augsburg und Hannover zwei Mannschaften vor der Brust, deren Saison in alle Richtungen entschieden ist, bevor am letzten Spieltag daheim das Aufeinandertreffen mit RB Leipzig vor der Tür steht. Was vor Wochen also noch völlig abstrus erschien, ist plötzlich wieder möglich. Träumen wird ja wohl erlaubt sein.

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Alexander ist Redakteur und 22 Jahre alt. Alexander über sich selbst: "Schon im Alter von fünf Jahren prophezeite mir mein damaliger Coach eine große Karriere - aber nicht als Fußballer. Mit der Torgefahr Arthur Wichniareks zu Berliner Zeiten und der Ausstrahlung von Gabor Kiralys Jogginghose war früh klar, dass ich mich lieber aufs Schreiben denn aufs Kicken fokussieren sollte. Das tu ich, am liebsten über Hertha, der ich seit 2004 treu ergeben bin und mir dafür ebenso lange Hohn und Spott meiner Freunde anhören darf. Aber wenn wir erst Champions League- Sieger sind, bin ich der, der lacht!"

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