Start Allgemein Hertha BSC – SC Freiburg: Zwischen Niemandsland und Abstiegskampf

Hertha BSC – SC Freiburg: Zwischen Niemandsland und Abstiegskampf

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Ein mickriger Zähler aus den letzten drei Partien, dazu in keinem der Spiele einen Treffer erzielt. Der Trend ist dieser Tage nicht der beste Freund von Hertha. Natürlich gehört zur ganzen Wahrheit auch, dass man dabei auf Schalke und in München antreten musste, aber insbesondere gegen S04 hätte man etwas mitnehmen müssen. Trotz klarer Überlegenheit gelang es Hertha bis auf wenige Szenen nicht, zwingend vor das gegnerische Tor zu kommen. In der Vergangenheit nutzten Ibisevic und Co. diese überschaubare Anzahl an Möglichkeiten, zählte immer zu den effizientesten Teams der Liga. Diese Effizienz ist derzeit abhandengekommen. Tabellarisch ist das Kind zwar noch längst nicht in den Brunnen gefallen, aber wenn gegen den kommenden Gegner nicht gepunktet wird, droht es langsam brenzlig zu werden.

Täglich grüßt das Murmeltier beim SC Freiburg

Trotz der nahmhaften Abgänge spielt der SC Freiburg eine überzeugende Saison. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images) Picture Thumbnail

Jahr um Jahr ereilt den SC Freiburg der Fluch der guten Tat. Nachdem die Freiburger in der vergangenen Saison nach ihrem Aufstieg auf Platz Sieben einliefen und die große Überraschung der Spielzeit waren, folgte zum x-ten Mal der Ausverkauf im Breisgau. Mit Vincenzo Grifo und Maximilian Philipp verließen den SC die zwei absoluten Leistungsträger der Erfolgssaison. Dass diese Abgänge schwerwiegend und nicht aufzufangen sein würden, war von Beginn an klar. Auch, weil ein Verein wie Freiburg selbst mit den freigewordenen finanziellen Mitteln eben keiner ist, der für Spieler dieser Kategorie attraktiv genug ist. So verwunderte es nicht, dass die Breisgauer zu Saisonstart große Schwierigkeiten hatten. Nach zwölf Spieltagen standen gerade einmal acht Punkte zu Buche. Der SC befand sich damals auf Platz 17 der Tabelle und hielt klaren Kurs Richtung zweite Liga. Was folgte, war eine beeindruckende Serie. In den folgenden 13 Spielen erspielten sich die Breisgauer 21 Punkte, verloren seit dem 13. Spieltag lediglich zwei Spiele. Christian Streich hat es wieder einmal geschafft, seine Mannschaft nicht in Verunsicherung verfallen zu lassen und weiter an die eigene Spielidee zu glauben.

Herthas Chance auf den Befreiungsschlag

Trotz dieser starken Bilanz ist es keineswegs so, als wären die Freiburger damit aller Abstiegssorgen entledigt. Während die beiden festen Absteiger in Hamburg und Köln zementiert zu sein scheinen, beträgt der Abstand auf den 16. aus Mainz lediglich vier Punkte. Zudem befreite sich ein weiterer Anwärter auf die hinteren Plätze, der VfB Stuttgart, mit einer beeindruckenden Siegesserie aus dem Kreis der Abstiegskandidaten und überholte sowohl Freiburg als auch Hertha. Auch Bremen, das derzeit noch hinter den beiden Kontrahenten steht, punktet fleißig. Dementsprechend geht es am Samstagnachmittag um einiges. Gewinnt Hertha, kann man den Klassenerhalt wohl als endgültig gemeistert betrachten. Sollte es aber zu einer Niederlage gegen Freiburg kommen, würde das Team von Christian Streich in der Tabelle vorbeiziehen und Hertha wieder gehörig unter Druck setzen.

Ablösung im Berliner Sturm?

Vieles deutet auf einen Startelfeinsatz von Ibisevic hin. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Um die angesprochene Torflaute zu bekämpfen, könnte Dardai zu personellen Änderungen greifen. Nachdem er schon gegen Mainz Vedad Ibisevic in die Startelf berufen hatte, dieser sich aber kurz nach Anpfiff einen Nasenbeinbruch zuzog, deutet sich an, dass der Kapitän auch gegen Freiburg wieder anstelle von Selke beginnen könnte. So sagte Dardai im Berliner Kurier: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass Vedo von Anfang an spielt.“ und lobte im gleichen Atemzug den Einsatz seines Kapitäns. Einiges spricht dabei zurzeit für Ibisevic. Gegenüber Selke hat er die eindeutig besseren Spielanlagen, kann mehr ins Spiel einbezogen werden. Für Selke sprach vor allem seine Torquote, die gerade gegen Ende der Hinrunde herausragend war. In der Rückrunde steht allerdings erst ein Tor zu Buche. Mit der Maßnahme, Ibisevic in die Startelf zu beordern könnte Dardai Herthas spielerischer Krise entgegenwirken und zudem Selke anstacheln, sich wieder mehr reinzuhängen. Egal, für welche Variante sich Dardai entscheidet. Es ist zu hoffen, dass sie aufgeht, sonst steht man in den kommenden Wochen wieder gehörig unter Druck.

Wie schätzt ihr die Chancen von Hertha gegen Freiburg ein und wer soll in der Startelf stürmen? Ibisevic, Selke oder gar beide?

Quelle Titelbild: (Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

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Alexander ist Redakteur und 22 Jahre alt. Alexander über sich selbst: "Schon im Alter von fünf Jahren prophezeite mir mein damaliger Coach eine große Karriere - aber nicht als Fußballer. Mit der Torgefahr Arthur Wichniareks zu Berliner Zeiten und der Ausstrahlung von Gabor Kiralys Jogginghose war früh klar, dass ich mich lieber aufs Schreiben denn aufs Kicken fokussieren sollte. Das tu ich, am liebsten über Hertha, der ich seit 2004 treu ergeben bin und mir dafür ebenso lange Hohn und Spott meiner Freunde anhören darf. Aber wenn wir erst Champions League- Sieger sind, bin ich der, der lacht!"

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