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Wer kommt denn da auf uns zu? Herthas Gegner in der UEFA Europa League

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Sieben lange Jahre mussten die Hertha-Fans warten, nun ist es endlich wieder soweit: Hertha spielt europäisch! Am vergangenen Freitagnachmittag war es dann soweit: die Auslosung für die Gruppenphase stand an. Und wie üblich für die UEFA Europa League waren die Lostöpfe gespickt mit europäischen Dauergästen wie Olympique Lyon oder dem FC Kopenhagen, jedoch auch mit internationalen Fußballexoten wie etwa Vardar Skopje aus Makedonien oder Fastav Zlin aus Tschechien. Nun sind die Lose gezogen und die Gegner für die Gruppenphase stehen fest: Athletic Bilbao, Sorja Luhansk und Östersunds FK heißen die Gruppengegner von Hertha BSC. Jetzt stellt sich sicherlich dem ein oder anderen die Frage: gegen wen spielen wir denn da eigentlich? Sorja Luhansk? Östersunds FK? Wo ist das denn? Und vor allem: was sind denn das für Vereine? Wir klären auf und stellen unsere Gegner mal vor.

 

Athletic Bilbao – „Los Leones“ aus dem Baskenland
Wohl eines der schönsten Stadien Europas: das San Mamés. (Photo by Manuel Cacheiro/by-nc-nd)

Aus Lostopf 1 erwischten die Blau-Weißen das spanische Team Athletic Bilbao, sicherlich der schwerste Gegner der Hertha. Athletic Bilbao wurde 1898 gegründet und ist seit der Einführung der Primera Division 1928 ununterbrochen erstklassig. Dies ist sonst nur dem FC Barcelona und Real Madrid gelungen. In der „ewigen Tabelle“ der Primera Division steht der achtmalige Meister und 23-malige Pokalsieger auf Platz vier und beendete die letzte Saison auf Platz sieben. Der Beiname „Los Leones“ („die Löwen“) leitet sich übrigens aus einer Legende des „Heiligen Mamés“ ab. Mamas war ein Christ, der von den Römern Löwen zum Fraß vorgeworfen wurde. Diese verschonten ihn allerdings und fraßen ihn nicht, weshalb er später heiliggesprochen wurde. Nicht umsonst wurde das Stadion von Athletic nach eben diesem Heiligen „San Mamés“ benannt und ist auch als „Kathedrale des Fußballs“ bekannt. Aber das nur am Rande.

Das wirklich Besondere an Athletic Bilbao ist die Tatsache, dass nur Spieler eingesetzt werden, die entweder aus baskischen Provinzen stammen oder in der Jugend eines Vereins aus eben diesen Provinzen ausgebildet wurden. So stammen unter anderem bekannte Spieler wie Asier del Horno, Fernando Llorente oder Ernesto Valverde (aktuell Trainer des FC Barcelona) aus der Jugend der „Los Leones“. Wie oben benannt tragen die Nordspanier ihre Heimspiele im „San Mames“, welches international 50.000 Zuschauer fasst und direkt an der Atlantik-Küste liegt. Schöner kann kein Stadion gelegen sein.

Der neue Superstar?
Iñaki Williams (Photo by read MIGUEL RIOPA/AFP/Getty Images)

Zum spielerischen Stil der Rot-Weißen aus dem Baskenland sei gesagt, dass Trainer José Ángel Ziganda auf eine Mischung aus Erfahrung und jungen technischen Spielern setzt. Besonders aufpassen muss die Hertha auf die Außenspieler, denn diese sind mit Spaniens U21-Talent Iñaki Williams (Marktwert: 25 Millionen laut transfermarkt.de) und Eigengewächs Iker Muniain hochkarätig besetzt.

Zusammen mit Sturmtank Aritz Aduriz schossen alleine diese drei Spieler in der vergangenen Spielzeit 29 Tore. Hertha wird also vor allem in der Defensive gefordert sein. Auch Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic sieht in Athletic Bilbao „sicherlich den härtesten Gegner in dieser Gruppe und das Team mit der größten Erfahrung“.

Auf internationaler Ebene erreichte Bilbao 2012 das Finale der Europa League (0:3 gegen Atletico de Madrid) und startete 2014 in der UEFA Champions League.

 

Der FK Sorja Luhansk – auf der Suche nach einer Heimat

Aus Lostopf 3 kommt auf die Hertha der ukrainische Teilnehmer FK Sorja Luhansk hinzu. Das Team qualifizierte sich vergangene Saison mit einem dritten Platz in der ukrainischen Premier-Liga für die Europa League und tritt damit zum insgesamt vierten Mal europäisch an. Gegründet wurde der ostukrainische Verein 1923 als Metalist Luhansk von Arbeitern einer Zugfabrik. Nach unzähligen Namensänderungen (unter anderem „Dynamo Luhansk“ oder „Dzerzhynets“) feierte der Verein in den 1970er Jahren seine größten Erfolge und konnte 1972 zu

Luhansk-Trainer Yuri Vernydub. (Photo by Alexey Furman/Anadolu Agency/Getty Images)

m einzigen Mal die sowjetische Meisterschaft gewinnen.

Nur Dynamo Kiew und Dnipr Dnipropetrowsk waren vergleichsweise ähnlich stark im sowjetischen Fußball. Nachdem der Verein zwischenzeitlich sogar in der dritten Liga in der Bedeutungslosigkeit verschwunden war, konnte sich das Team 2006 wieder erstklassig nennen. Ein trauriger Fakt über den FK Sorja Luhansk ist, dass das Team aufgrund des Kriegs in der Ostukraine nicht zu Hause spielt, sondern in Lwiw. Dies ist, laut Luhansk – Trainer Yuri Vernydub, nicht nur ein großer Nachtteil wegen der fehlenden Fans, sondern auch „ein Gefühl der Heimatlosigkeit.“

Top-Neuzugang bei Sorja Luhansk: Oleksandr Karavaev. (Photo by Okan Ozer/Anadolu Agency/Getty Images)

 

Über das Spielerische kann man über den FK Luhansk wenig sagen, erlebte der Verein doch in den letzten Jahren eine extreme Fluktuation der Spieler. Einer der herausragenden Spieler dürfte jedoch Mittelfeldspieler Oleksandr Karavaev sein, der von Shakhtar Donezk verpflichtet wurde. Auch Hertha-Trainer Pal Dardai sagte: „Die Reise wird sicher ein wenig strapaziös und über den Gegner wissen wir nicht viel, aber das wird unsere Scouting-Abteilung bis zur ersten Partie gelingen.“

 

 

Östersunds FK – ein Verein der besonderen Art
Leitet seit 2011 das Geschehen bei Östersunds: Trainer Graham Potter. (Photo by Nils Petter Nilsson/Ombrello via Getty Images)

Sicherlich nicht jedem dürfte der Östersunds FK ein Name sein, jedoch steckt in diesem Verein viel mehr als man anfangs denken mag. Gegründet 1996 spielt der Verein aus der 50.000 Einwohner-Stadt Östersund in Schweden seit 2016 in der höchsten Liga Allsvenskan. Unter dem englischen Trainer Graham Potter schafften die Schweden 2017 den nationalen Pokalsieg und erreichten so die Qualifikation für die Europa League. Auf dem Weg in die Gruppenphase machten sich die Östersunder besonders aufmerksam, als sie völlig überraschend in der zweiten Runde Galatasaray Istanbul aus dem Rennen schossen. Des Weiteren setzten sich die Schweden gegen den CS Fola Esch (Luxemburg) und in den Play-Offs gegen PAOK Thessaloniki (Griechenland) durch.

Und auch neben dem Fußballplatz stellt sich Östersunds FK als einen ganz besonderen Club dar. Der Verein übt sich seit Jahren darin, Kultur mit Fußball zu verbinden. Das klingt im ersten Moment nicht sehr besonders.Dahinter steckt jedoch eine große Sache, an der wirklich jeder im Verein, also von Trainer bis zum Kassenwart teilnimmt. Und so entstanden in den letzten Jahren bereits ein Theaterstück, ein Buchprojekt, eine Kunstaustellung und eine Tanzaufführung. „Der Sinn dahinter besteht darin, dass die Mannschaft dadurch eine ganz besondere Dynamik und Atmosphäre bekommt“, sagt Geschäftsstellenleiter Lasse Landin. Und so kommt es gar nicht mal so selten vor, dass die Spieler schon vor dem Training statt der klassischen Erwärmung eine Runde Singen oder Tanzen. Mittlerweile ist die Truppe von Östersunds FK so bekannt, dass sie landesweit (!) zu Auftritten gebucht werden und durchaus auch mal vor 2000 Menschen auftreten. Kultur wird also bei Östersunds FK im wahrsten Sinne des Wortes großgeschrieben.

 

Eine gute Gemeinschaft: die Spieler von Östersunds FK. (Photo by Nils Petter Nilsson/Ombrello via Getty Images)

Aber auch fußballerisch hat die Mannschaft aus der Mitte Schwedens einiges auf dem Kasten. Zwar spielen zugegebenermaßen nicht die größten Namen in der Mannschaft von Graham Potter, dennoch macht eben dieses starke Mannschaftsgefüge oftmals den Unterschied aus. Nicht ohne Grund kickten sie mal so eben Galatasaray oder Thessaloniki aus dem Turnier. „Östersund ist eine der weniger bekannten Mannschaften, die dennoch eine große Qualität haben“, sagt Vedad Ibisevic. „Das sieht man nicht zuletzt daran, dass der Club Galatasaray Istanbul in der Qualifikation rausgeschmissen hat. Wir nehmen die Aufgabe sehr ernst“, so der Kapitän. Kleiner Funfact zum Schluss: wer zum Spiel nach Östersund fährt, darf sich auf die Jämtkraft Arena freuen – denn diese hat insgesamt in etwa so viele Plätze (8.466 um genau zu sein) wie unsere Ostkurve. Allein dies macht den Verein noch ein bisschen sympathischer, als er sowieso schon ist.

 

 

 

 

 

Was denkt Ihr zu unseren Gegnern in der Europa League und wo würdet ihr gerne hinfahren? Lasst eure Meinung in den Kommentaren da! Wir sind gespannt!

 

 

 

 

 

 

 

8 KOMMENTARE

  1. Liebe Hertha-Freunde!

    Zwischenstand: Müsstet ihr nicht mittlerweile 30€ an die AFS zahlen, weil Leckie 2x getroffen hat (als Spieler, der letzte Saison nicht getroffen hat) + 10€ für den Auswärtssieg beim FC Hansa Rostock?

    Schöne Seite habt ihr da geschaffen: übersichtlich gliedert sich alles, nett bebildert, hübsch auch: nur zwei Buchstaben sind zu ändern, um von Eurer Seite zu herthabsc.de zu kommen!
    Den letzten PodCasts finde ich (ähnlich wie den Schreibstil der Artikel) manchmal ein bißchen zu lässig, an Platitüden orientiert, z.B., dass ihr Weiser an dem 1-0 der Dortmunder im letzten Spiel die meiste Schuld zu geben scheint (dabei antizipiert er in der Szene einen Pass an die Seite, wo er einen Dortmunder, ich glaube Götze lauern sieht.) Außerdem hat Sahin schon eher zufällig den Ball da so bekommen und durch seine sehr enge Ballführung danach genügt ihm schon wenig Platz, um präzise zu spielen.
    Lob aber für Euer Gespür: Wie habt ihr so früh wissen können, dass Lazaro tatsächlich kommen würde, sodass ihr den Spieler bereits vorgestellt habt?

    Macht weiter so!
    Ha Ho He

    • Hallo Markus,

      zur Saisonspende: 1. Wir spenden nur für den ersten Treffer eines Spielers, der letzte Saison nicht getroffen hatte, sonst könnte die Sache echt teuer werden. 2. Das ist ein guter Punkt, den Pokal hatten wir nicht bedachte, danke dir für den Hinweis.

      Danke dir für das Lob an unsere Homepage und für den kleinen Funfact! Wir sind noch nicht ganz zufrieden und werden in den kommenden Monaten noch ein paar Sachen verändern, aber ja, das Grundgerüst funktioniert.

      Der Podcast soll auch ruhig etwas lässiger sein. Wir sind keine Journalisten, sondern vorrangig Fans. Fans haben Meinungen und die drücken wir aus, von dieser natürlichen Art lebt ein Podcast ja auch. Auch die Artikel dürfen stellenweise etwas „lockerer“ sein, da wir zwar einen journalistischen Anspruch an sie haben, aber eben auch vom Herzen schreiben. Wir versuchen stets eine gesunde Mischung aus einer journalistischen Objektivität und der Fanseele widerzuspiegeln. Sicherlich war Weiser nicht der Hauptschuldige, dann kam das wohl falsch rüber. Es gab einige Spieler in dieser Szene, die nicht gut reagiert haben, vor allem Skjelbred und Stark, Weiser aber eben auch.

      Bei dem Lazaro-Artikel haben wir auch etwas spekuliert, aber wir machen das Fußballgeschäft lange genug mit, um wissen zu können, ob an Gerüchten etwas dran ist, oder nicht. Wir hatten den richtigen Riecher!

      Vielen Dank, machen wir. Wir hoffen, du bleibst uns als Leser, Hörer und Kommentareschreiber erhalten!

      Blau-weiße Grüße

      • Hallo Marc Schwitzky,

        noch einmal zu Eurem netten Lazaro-Vorab-Porträt: Gab’s da Insider- Tipps? Ich hatte nur am Rande (Video-im Interview mit Lazaro auf herthabsc.de oder im Kicker) gelesen, dass er schon seit längerem Pál Dárdais Wunschspieler für Tempo, Geschwindigkeit & mehrere Positionen sei.

        Es freut mich, dass ihr den Euro-League-Auswärtsfahrten so entgegenfiebert. Schade finde ich’s – wie ihr ja auch im Artikel andeutet – dass der FK Sorja Luhansk nicht wirklich vor seinen eigenen Fans wird spielen können. Ein Auswärtsspiel für beide? Das klingt schon nicht attraktiv, aber das scheint ja immer mehr zu werden? In deutschen Pokalspielen ist es ja auch so, dass immer wieder die eigentlich zu einem Heimspielberechtigten Kleinen nicht die Auflagen des DFB erfüllen oder in Absprache mit demselben in ein größeres, moderneres Stadion umziehen.

        Vor diesem Hintergrund könntet ihr (aus meiner Sicht) wirklich gerne ‚mal spekulieren, was für ein Stadion Hertha in 15, 20, 125 Jahren sein „Zuhause“ nennen wird. Ich weiß gar nicht, ob ein Hertha-Fan der Gründerzeit sagen würde: Das Oly wäre schnell das „neue Zuhause“ geworden. Ich nehme an, dass früher die Berliner aus Gesundbrunnen sich einfacher mit ihrer Hertha haben identifizieren können. Aber als das blau-weiße Blut ins Monster-Oly floss, als sie umgezogen waren, hat Hertha wahrscheinlich neue Fans (Die ZeitOnline kommentiert, dass die, die heute mit dem Club-o-Mat ihren Wunschverein erquizt haben, mehrheitlich eher größere Stadien mögen) gewonnen, alte zurückgelassen.

        Einen weiteren Umzug, weiter Richtung Brandenburg halte ich für nicht wahrscheinlich, weil zwar die Grundstückskosten billiger sind, man zu dem Hauptteil der Fans ziehen würde und man keine Miete mehr an die Stadt zahlen müsste, aber gleichzeitig müsste man eigentilch den Vereinsnamen ändern und v.a. hätten die Regierenden ein Prestige-Objekt einer Großstadt verloren und keinen potenten Verein, der an Herthas Stelle seine Füße im grünen Wohnzimmer des Olympiastadions hochlegen würde. Wegen dieses Mangels an Nachfolgern denke ich, dass sie neben das Olympiastadion ziehen werden.

        Nur „nach Hause“ geh’n wir nicht. (-:

        Liebe Grüße aus der Fußballprovinz
        Euer Markus

        • Hallo Markus,

          nein, Insider-Tipps hatten wir bezüglich des Transfers nicht wirklich.

          Zum Stadion-Thema: Du sprichst viele richtige Punkte an, die müssen wir also nicht noch einmal wiederholen, aber einer stimmt nicht.
          Warum sollte Hertha denn seinen Namen ändern müssen?

          Der Verein ist in Berlin gegründet worden, daran lässt sich nicht rütteln. Daher ist es auch ein Berliner Verein. Zumal nur die Spielstätte in Brandenburg wäre, Trainingsgelände und alles weitere in Berlin bliebe. Somit bleibt der Standpunkt nahezu erhalten, auch wenn das Stadion natürlich eine bedeutende Rolle im Vereinsbild spielt.

          Wir würden dir in diesem Punkt also nicht beipflichten.

          Blau-weiße Grüße
          Marc

          • Hallo Marc,

            ich denke, dass Hertha BSC dann Hertha Brandenburger Sport Club ausgeschrieben heißen könnte, wenn er das Stadtgebiet noch weiter verlässt. Das Wechseln des Namens ist natürlich schwer – schwer, wenn man langjährige Ultras, deren Herz an jedem Einzelnen hängt, und die Treusten der Treuen nicht verprellen möchte – schwer, wenn der Verein nicht die Prägung eines ‚Wanderpokals‘ eingestanzt bekommen will.
            Egal, ob Hertha dann seinen Namen ändern, erweitern, kürzen, wechseln oder beibehalten würde: Ein Umzug ist das eigentlich Aufregende. Denn irgendwie entsteht bei mir das Gefühl, dass den US-amerikanischen Sportvereinen, die eine „Relocation“ mitgemacht haben, eine solche ‚Flucht‘ nicht leichten Herzens verziehen wird. Mancher Fan schützt sich ja davor, dass seine sich selbst liebenden Gefühle nicht enttäuscht werden sollen: Wenn z.B. Führungsspieler drohen, ihren geliebten Verein zu verlassen, lassen sich viele Fans schon im Vorfeld nicht mehr deren Namen auf’s Trikot flocken. Aber wie schützt sich ein alteingesessener Fan, der mit seinem Verein groß geworden ist, aber dann nicht verhindern kann, dass der ganze Verein (nicht bloß ein einzelner Spieler) von heute auf morgen plötzlich verschwindet? Ich denke, dass Liebe in Paarbeziehungen, aber auch Freundschaft, da häufig ähnlich gedacht wird, wie bei Liebe gegenüber dem Lieblingsverein: „Aus den Augen, aus dem Sinn“ oder besser gesagt: „Aus den Augen, Wut im Bauch.“
            Die Lindner- und Lorenz-Brüder mögen Hertha eines Nachmittags unter Dampf gesehen haben und mit diesem Schiff verbunden haben; Marcelinho und Hertinho mag Dieter Hoeneß in einer blauen Stunde aus einem Flieger gezogen haben, aber ein Fan wächst doch auch an seinen wöchentlichen Gewohnheiten fest, zu denen der Gang ins selbe Stadion zählt, das schon so Viel gesehen hat: leere Ränge, aber auch ausverkaufte Spiele – das Tore mit jedem Millimeter Rasen erzählt, dessen Verletzungen im Zentrum der Blicke stand, wo sich Leute fanden, aber auch trennten bei Hitze, Eis, bei Ungeschick und Genialität der Spieler… Das wird vielleicht alles eher für den Namen „Hertha“ stehen, als es eine jährlich wechselnde Werbebotschaft, wechselnde Sponsoren, wechselnde Spieler, Trainer, Manager, Fanbeauftragte können.
            Ich bin gespannt, ob das Hertha-Schiff dann in Brandenburg an der Havel landen wird oder ob’s in Werder hält oder ob der Verein einen Burggraben für die Hertha ausgraben lässt, um sie ringsum die neue Heimat schippern zu lassen. Im Museum sollte ein Schiff – finde ich – genauso wenig versauern wie in einem abseits gelegenen Weiher, wenn sich das Karussell weiterdrehen soll: Also wieso nicht Herthafans auf dem Schiff zu Heimspielen bringen? Bisher fand ich nämlich die Einbindung des Hertha-Schiffs selbst in den Hertha-Mythos …nur als Namensgeber…und mit der einen medialen aufgepeppten ‚Kaperfahrt‘ durch Unioner… nicht so super gelungen.

            Also! Ideen braucht Hertha, damit nicht alle bei den Spielen gegen Luhansk und Östersund nur auf die Schmächtigkeit der Gegner schauen und alles auf ein „Hertha ist der Favorit, der nur verlieren kann“, hinausläuft. Ich mag es auch, wenn Hertha diese Underdogs gewinnen lassen könnte, weil sie z.B. gegen Bilbao wieder zwei Klasse-fortissimo-Spiele hingelegt hätte. Also: Ein nettes Bild wäre aus meiner Sicht auch, wenn der Verein Hertha vor sein Stadion einfach das Schiff stellen würde, da bei Wind und Wetter rosten ließe und dann irgendwann eine Torwand aus den löchrigen Überresten schnitte, auf das dann Kinder malen könnten.

            Vielen Dank für’s Abschweifen-Lassen ;-)))

            Liebe Grüße & ein schönes Wochenende!
            Markus

  2. Außer die Spiele gegen Bilbao sollten Luhansk und Östersund machbare Gegner sein. Jedoch ist ungewiss, wie unsere Hertha mit der Doppelbelastung umgehen kann und ob Schlüsselspieler fit bleiben. Ich selbst fahre wahrscheinlich auswärts mit nach Luhansk, da ich für ein Jahr in die Ukraine gehe. :)

    • Hi Martin,
      danke für deine Einschätzung! Ja, so sehen wir es auch.
      Das hört sich sehr spannend an! Beruflich, oder weswegen?

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