Jetzt oder nie!

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Warum? Eigentlich ganz simpel: Im US-Sport ist es meistens mit einem „Win and you’re in“ gesagt. Gewinnst du, bist du dabei. Verlierst du, musst du zittern und auf Patzer der Konkurrenz hoffen.


Letztes Jahr Unvermögen, dieses Jahr Glück?

49 Punkte aus 33 Spielen, eine Statistik, mit der man eigentlich nicht auf Platz fünf der Bundesliga stehen dürfte. Sei’s drum, Hertha steht zurecht im ersten Drittel der Liga, nicht umsonst, wegen der brutalen Heimstärke. Mannschaften wie M’gladbach, Leverkusen, Wolfsburg oder Schalke sind in dieser Saison in der Findungsphase und geben Mannschaften wie Hoffenheim, Köln, Freiburg und auch uns Herthanern erst die Chance, um das internationale Geschäft mitzuspielen.

Das sind die Parallelen zur letzten Saison: Hinrunde Weltklasse, Rückrunde Kreisklasse. In der Hinrunde legte man mit einem erfrischenden Fußball und guten Ergebnissen den Grundstein für eine sorgenfreie Saison. Nach der Winterpause überwiegt spielerische Tristesse, es fehlte schlicht und ergreifend der berühmte „Plan B“. Man belegte unnötigerweise in der Endtabelle Rang sieben, obwohl man es am letzten Spieltag in Mainz selbst in der Hand hatte. In der Europa League-Qualifikation gegen Bröndby gab es dann den absoluten Tiefpunkt.

Nun steht man wieder auf einem Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde und hat wieder alle Trümpfe in der eigenen Hand. Doch ist die Sorge groß, alles, was sich die Mannschaft erarbeitet hat, noch zu vergeigen. In dieser Saison sieht es deutlich besser aus.

 

Seine Erfahrung ist gefragt: Salomon Kalou. (Photo credit should read DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

 

Was machen die anderen?

Der verrückte 33. Spieltag hat drei Kandidaten im Kampf um die Plätze fünf und sechs überleben lassen: Hertha BSC, SC Freiburg und der 1. FC Köln. Hertha hat am letzten Spieltag – bildlich gesprochen – die Pole Position beim Großen Preis von Monaco: Du musst das Auto eigentlich nur nach Hause fahren, wären da nicht die enge Strecke und die Streckenbegrenzung. Selbst ein Unentschieden könnte für eine Champagnerdusche im Parc fermé reichen, Grid Girls inklusive.

Der SC Freiburg hat die undankbare Aufgabe aus der Boxengasse der Allianz Arena zu starten und sich regungslos die Abschiedszeremonie von Philipp Lahm anzusehen. Wie schwer es ist in München zu gewinnen, wisst ihr selbst. Geht man davon aus, dass die Bayern mit einem Sieg den Autocorso (wurde der nicht abgeschafft?) gen Marienplatz fahren, ist Hertha sicher Sechster.

Der 1. FC Köln geht eher aus der zweiten Reihe ins Rennen und muss auf die Patzer der Konkurrenz hoffen. Zuhause müssen die Domstädter gegen Mainz gewinnen, um dann den Rechenschieber herauszuholen. Ein guter Reifen- und Blutdruck sind in Köln von Nöten.

 

Muss am letzten Spieltag nach München: Christian Streich und der SC Freiburg. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

 

Warum gerade jetzt?

Jetzt ist die Zeit der Hauptstadt! Was man sich über zwei Jahre aufgebaut hat, darf man sich nicht am letzten Spieltag wegnehmen lassen – schon gar nicht gegen Leverkusen. Im letzten Jahr knapp gescheitert, wollen Mannschaft und Fans gemeinsam die Ziellinie überqueren. Dafür braucht das Team die volle Unterstützung im Stadion.

Der große Vorteil am kommenden Samstag ist, erstmal nicht auf die anderen Plätze schauen zu müssen. Eben ganz klassisch: „Win and you’re in“.

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