Start Allgemein Kinder des Glücks?! Hinrundenfazit und Ausblick der Jugend

Kinder des Glücks?! Hinrundenfazit und Ausblick der Jugend

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(Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Die Hinrunde ist für Hertha BSC eher enttäuschend verlaufen. Das frühzeitige Aus im Pokal und der Europa League, zudem eine eher mittelmäßige Platzierung in der Bundesliga. Schaut man sich aber unsere Jugend an, dann kann man mit viel Hoffnung in die Zukunft gehen. Herthas Youngster blühen seit vielen Jahren endlich mal wieder auf – doch von wem darf man am meisten erwarten? Und wer konnte sich in der Hinrunde am besten entwickeln? Wir blicken auf die Leistungen unsere „Kinder“ zurück.

Nach der Tristesse ist vor der Zukunft

24 Partien bestritten die Herthaner aufgrund der Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League in der Hinrunde der Saison 2017/18 – es gab also genug Möglichkeiten für Trainer Pal Dardai zu rotieren und auch den jungen Spielern Einsatzzeiten zu geben. Besonders in der Europa League gab Dardai den „jungen Wilden“ die Möglichkeit internationale Praxis zu sammeln, auch wenn man am Ende in der Gruppenphase ausschied, war der Europa-Cup für einige eine große Chance. „Es ist ein schwieriges Jahr“, sagte der Trainer von Hertha BSC, nachdem die Europa League für den Fußball-Bundesligisten endgültig beendet war: „Doch wenn wir das überleben, dann werden diese Jungs irgendwann richtig Spaß machen.“ (Quelle: sport.de). 

Ist im Profifußball angekommen: Pal Dardais Sohn Palko. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Diese Jungs, von denen Dárdai so schwärmte, hatten im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel der Europa League gegen Östersunds FK (1:1) das Vertrauen geschenkt bekommen – und ihren Coach nicht enttäuscht. In der Viererkette verteidigten in Jordan Torunarigha (20) und Maximilian Mittelstädt (20) zwei Eigengewächse, auf dem Flügel wirbelte Dárdais Sohn Palko (18), im Tor stand Sommer-Neuzugang Jonathan Klinsmann (20), der sogar einen Elfmeter parierte. In der Schlussphase kam auch Julius Kade (18) zu einem Einsatz. Und in Arne Maier (18) saß ein weiteres Toptalent auf der Bank. Schauen wir nun auf die gesamte Hinrunde und auf die einzelnen Jung-Herthaner, von denen man in Zukunft sicherlich einiges hören wird.

Maier, Mittelstädt, Torunarigha – Herthas Zukunft hat viele Namen

Der größte Gewinner aus Herthas junger Garde ist mit Sicherheit Arne Maier. Der 18-Jährige, der seit 2008 bei Hertha spielt und alle Jugendmannschaften durchlaufen hat, genoss voll und ganz das Vertrauen von Trainer Pal Dardai. Dass dieses Vertrauen nicht von ungefähr gegeben wurde, zeigte Maier in 808 Minuten Profifußball, und das obwohl der U-19-Nationalspieler sogar noch in der A-Bundesliga eingesetzt wurde. „Bleibt er so wie er ist, traue ich ihm einen sehr weiten Weg im deutschen Fußball zu. Er strahlt unheimliche Ruhe aus, ist gut am Ball, hat ein gutes Auge und spielt sehr schlau“, lobte Davie Selke seinen Mannschaftskameraden Arne Maier gegenüber B.Z. Und auch Pal Dardai ist von seinem Schützling begeistert: „Wir werden noch viel Spaß an ihm haben!“.

Definitiv der Senkrechtstarter der Hinrunde: Arne Maier. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Aber was macht Arne Maier so besonders, dass er in der Hinrunde in seiner Entwicklung förmlich explodierte? Zum einen ist Maier im Mittelfeld ein Allrounder und sowohl offensiv wie auch defensiv in der Zentrale einsetzbar. Zum anderen sprechen die Zahlen eindeutig für den Heranwachsenden. In 12 Partien der Hinrunde konnte Arne Maier eine Passquote von 72 % aufweisen, dazu kommt eine Zweikampfquote von 71 %. Er selbst sieht dies als seine Stärken: „Physis, Spielverständnis, Pässe in die Tiefe – das sehe ich als meine Stärken. Aber es gibt noch einiges zu verbessern.“, so der Jung-Nationalspieler gegenüber Bild, der 2016 mit der bronzenen Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet wurde. Nicht umsonst verbesserte sich Maier auch im Marktwert laut transfermarkt.de um das Zwölffache (von 200.000 € auf 2,5 Millionen €). Und auch persönlich ist das Jahr 2017 für Arne Maier nicht zu unterbieten: „Erster Vertrag, erste Bundesliga-Einsätze, erste eigene Wohnung und den Führerschein gemacht. Das ist bislang das beste Jahr meines Lebens!“ (Quelle: Bild). Auch die Medien bezeichnen Maier schon als „Juwel“, „Supertalent“ oder „nächsten Boateng“. Man kann also nur hoffen, dass es mit Arne Maiers Karriere auch in der Rückrunde steil bergauf geht, der Slogan „Die Zukunft gehört Berlin“ könnte für keinen anderen besser geeignet sein als ihn.

Maximilian Mittelstädt – der Fokus liegt auf der Rückrunde

Ein nicht mehr so unbekannter und ebenfalls Fritz-Walter-Medaillen-Gewinner ist Maximilian Mittelstädt – für diesen hätte die Hinrunde jedoch, anders als bei Arne Maier, besser verlaufen können. Der 20-jährige Außenspieler, dessen Vertrag bis 2021 verlängert wurde, zeigte in vielen Aktionen zwar sehr gute Dribblings und Sprints, jedoch ging „der junge Maxi“ auch des Öfteren mit gesenkten Kopf vom Platz.

Eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen: Maximilian Mittelstädt. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Schon bereits früh in der Saison zog sich Mittelstädt eine Fußverletzung zu und verpasste damit drei Spiele. Nur zwei Monate später verletzte sich der Linksverteidiger wieder – diesmal ein Nasenbeinbruch, der ihn wiederum weitere 3 Spiele ausfallen lief. So richtig in Tritt kam der 20-Jährige Staakener also nicht. Das zeigen auch seine Statistiken, verlor er in 509 Spielminuten doch fast jeden zweiten Zweikampf. Und auch seine Flanken aus dem Spiel gingen zu 2/3 fast immer leer aus (29 % +). Lichtblicke, die das volle Talent Mittelstädts zeigen, gab es jedoch auch. So bereitete der Linksfuß 3 Tore in der Europa League vor und untermauerte, dass er nicht nur in der Abwehr, sondern auch im offensiven Mittelfeld einsatzbar ist. Auch Trainer Pal Dardai ist überzeugt von Mittelstädts Fähigkeiten und glaubt an ihn: „Er ist noch in der Ausbildung, aber einer unserer Rohdiamanten. Er hat Eier und spielt mutig.“, so unser Coach gegenüber der BZ. Bei Mittelstädt gibt es wohl nur eine Marschrichtung für die Rückrunde: nach vorne bzw. sich stabilisieren, um auf Herthas linker Seite Fuß zu fassen und wortwörtlich „den Fuß an den Ball“ zu bekommen – die Ambitionen hat er!

Erstes Tor, der Durchbruch? Jordan Torunarigha

Mit physischen Problemen hatte am Anfang der Saison auch unser 20-jähriger Innenverteidiger Jordan Torunarigha zu kämpfen, schließlich fiel der 1,89-Meter Hüne wegen Außenbandproblemen gefühlt die Hälfte der Hinrunde aus. Zudem wurde auf der Innenverteidigerposition mit Neueinkauf Karim Rekik ordentlich die Konkurrenz angekurbelt. Dies führte dazu, dass Torunarigha (leider) nur 88 Minuten in der Bundesliga ran durfte, doch dort zeigte der U-21-Nationalspieler mit nigerianischen Wurzeln durchschnittliche Leistungen. Zwar bewies der eigentliche Innenvertidiger im Heimspiel gegen Hannover 96 seine Torgefahr und köpfte zum 3:0-Endstand ein, dies sollte jedoch sein einziges Highlight in der Hinrunde bleiben. In den restlichen 5 Bundesliga-Einsätzen spielte er nur 51 Minuten, bei seinem Startelf-Einsatz gegen Leipzig (3:2) flog er bereits, auch wenn umstritten, nach der vierten Minute mit glatt rot vom Platz.

Erstes Tor für Hertha – wann kommen die nächsten? Jordan Torunarigha (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images )

In der Europa League kam Torunarigha immerhin 3 Spiele zum Einsatz und leistete dort durchschnittliche Leistungen ab. Dennoch zeigt der 20-Jährige keinen Frust und will sich bei Hertha durchsetzen: „Ich habe Vertrag (bis 2020, d. Red.) und spiele gerne bei Hertha.“ (Quelle: Berliner Kurier). Auch zu seinem direkten Positionskonkurrenten Karim Rekik gibt sich Jordan Torunarigha selbstbewusst und weiß:“Karim und ich haben ein gutes Verhältnis, trotz der Konkurrenz-Situation.“ Trotz allem Respekts wird sich Jordan Torunarigha besonders in der Rückrunde verbessern müssen und sich besonders im Stellungsspiel und im Zweikampfverhalten entwickeln, um eine Chance zu haben an Rekik, Stark und Langkamp vorbei zu kommen.

Kade, Palko und Baak – die Zeit wird kommen

Anders als bei Arne Maier, Maximilian Mittelstädt und Jordan Torunarigha kamen Julius Kade, Palko Dardai und Florian Baak hauptsächlich in der zweiten Mannschaft zum Zug und konnten durchaus überzeugen, weshalb diese drei auch mit zu den Europa League-Spielen reisen durften, um zumindest von der Bank europäische Luft zu schnuppern. Und im letzten Gruppenspiel gegen Östersund durften alle bis auf Florian Baak ran – Palko Dardai sogar von Anfang an, der prompt den Pass zur Vorlage zum 1:1 gegeben hat. Auch die Berliner Zeitung tituliert, dass Dardai Junior zu den Gewinnern der Hinrunde zählt. Man sieht, dass Pal Dardais ältester Sohn endlich im Profifußball angekommen ist.

„Die Zeit wird kommen“: Florian Baak. (Photo by Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)

Diesen Schritt erhoffen sich auch Julius Kade und Florian Baak, deren Zeit sicherlich kommen wird, wenn sie sich so weiterentwickeln, wie in den letzten Jahren. Davon ist nicht nur das Trainerteam um Pal Dardai überzeugt, sondern auch Manager Michael Preetz sieht in den Jungs die goldene Zukunft der Hertha: „Julius und Florian sind noch jung und die Zeit der beiden wird definitiv kommen“. (Quelle: kicker.de) Man darf also gespannt sein, ob das Versprechen von Preetz aufgehen wird.

„Die Zukunft gehört Berlin“ ist nicht nur ein Slogan

Hertha hat in der Hinrunde auch bzw. mit der Europa League gezeigt, dass die „Hertha-Talentschmiede“ gute bis herausragende Talente hervorbringt. Bei Maier dürfte der Weg in der Rückrunde, wenn seine Form beständig und er gesund bleibt, stetig nach oben gehen. Wenn bei Maximilian Mittelstädt Konstanz ins Spiel kommt und er das Verletzungspech ablegt, zeichnet sich ab, dass er eine ernsthafte Alternative für die linke Außenbahn offensiv wie defensiv ist. Dennoch ist bei „Maxi“ in der Rückrunde noch viel Luft nach oben. Jordan Torunarigha wird sich nach seiner Rotsperre gegen Stuttgart beweisen müssen, ob er an Rekik und Stark leistungstechnisch herankommen kann, das Potenzial zeigte er in der Hinrunde vereinzelt. Bei Palko Dardai, Julius Kade und Florian Baak werden in der Rückrunde allerhöchstens Kurzeinsätze dazu kommen, eher wird Trainer Pal Dardai darauf Wert legen, dass diese in der U23 weiter Erfahrung sammeln. Eins ist jedoch sicher: „Die Zukunft gehört Berlin“ ist nicht nur ein Werbeslogan der Marketing-Abteilung, dieser Spruch könnte Wahrheit werden und dann dürfen sich Trainer und Fans gleichermaßen auf unsere „jungen Wilden“ freuen.

Wie seht ihr die Leistungen unserer Youngster in der Hinrunde? Wer hat eurer Meinung nach das meiste Potenzial? Schreibt uns in die Kommentare!

 

 

 

 

 

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