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Kommentar zum Spott über Sascha Burchert:

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„Pannenkeeper“, „Kopfballungeheuer“, „Torwart Trottel“ – Immer wieder die alte Leier… Nach dem unglücklichen Auftritt im Testspiel gegen denVfL Bochum 1848 gestern, geht der Spott in Richtung unseres Ersatztorhüters ligaweit teilweise wieder einmal über das Limit.

Nach der doppelten Kopfballabwehr gegen den HSV am 4.Oktober 2009 drückte sich Burchert einen Stempel auf, den er nicht mehr los wurde. 2015: Kaum Berlin verlassen und in Norwegen angekommen, musste Sascha schon die nächste Pille schlucken. Ein Freistoß des Torwarts aus der gegnerischen Hälfte segelte über Burchert, durch die Finger hinweg ins eigene Tor. Nach dem Horror-Spiel gegen den HSV wird auch dieser Aussetzer zum YouTube-Hit. Und nu? Ein Aussetzer im gestrigen Testspiel gibt neues Futter, um eine Person immer und immer wieder in die selbe Ecke zu drängen.

Die Bild stellte den im Jahr 2009 gerade einmal 20-Jährigen öffentlich an den Prager und bezeichnete Burchert nach dem HSV-Auftritt als „Torwart Trottel“. Das Image war nicht nur verkratzt, vielleicht sogar ruiniert. Viele in der Bundesliga kennen unseren Ersatzkeeper nur aus dem YouTube Video, als Ze Roberto und David Jarolim, unseren Keeper fast von der Mittellinie überwinden. Nach dem Patzer in Norwegen und dem misslungenen Auftritt gestern, steigen viele Medien schon wieder auf den Zug auf und bedienen sich an der einfachen Angriffsfläche.

Stoppt das bashing gegen Sascha und hört endlich auf, unseren Keeper immer wieder in die gleiche Ecke zu drücken. Das Spiel ist 8(!) Jahre her! Andere Spieler machen genauso viele Fehler, haben nur Glück, wenn anschließend kein Tor dabei rauskommt. Sascha hatte einfach kein Glück. Kein anderer Berliner gehört schon so lange zu unserem Team oder identifiziert sich so mit unseren Farben. Burchert stand in der Europa League auf dem Platz, war hier, wenn wir abgestiegen sind, hat geholfen wenn, wir aufgestiegen sind und vor allem: Sascha hat nie gemuckt, wenn er nicht spielte. Burchert ist mit uns durch dick und dünn gegangen und hat dabei nie vergessen, das Team in den Vordergrund zu stellen.

Fussball ist ein Sport, bei dem man sich keine Fehler erlauben darf – und sollte man einen Fehler machen, warten die Medien wie Raubtiere auf Fütterung nach 2 Monaten futterlos. Aber selbst das ist falsch: Jeder darf Fehler machen, weil Fehler und Aussetzer nur menschlich sind. Verteidiger, Mittelfeldspieler, Stürmer, Trainer oder sonst wer während eines Spieles machen genauso Fehler. Der Unterschied liegt darin, dass diese meistens nicht in einem Gegentor enden. Manche Spieler bringen in über 90 Minuten Spielzeit nur 20-30% ihrer Pässe zum Mitspieler, eine katastrophale, ja schon fast peinliche Quote, aber fällt es auf? Nein.

Bei der ganzen Sache soll nicht gemeint sein, dass Spieler nicht genauso kritisiert werden dürfen, wie sie auch gelobt werden für einen Doppelpack oder Glanzparaden. Eine Kritik muss aber differenziert sein und sich nicht auf eine 8 Jahre in der Vergangenheit liegende Leier berufen. Plakativ überhitze Überschriften gegen das Image einer Person zu verfassen, ist der wirkliche Patzer an der Story. Wie gesagt: Fehler sind menschlich, plakative ‚Sensationsüberschriften‘ gegen eine Person rauszuhauen wiederum weniger.

Kein Medium interessiert sich für die Spieler, die die Spieler auf der großen Wiese zu ihren Leistungen treiben. Burchert hitzt den Konkurrenzkampf in unserem Tor an, seit er bei den Profis ist – was schon 8 Jahre her ist.

Sascha, du bist ein verdienter Herthaner – Ein Mann der dem Verein bei Licht und Schatten zur Seite steht und niemals meckert. Danke für deinen Anteil in diesem Team!

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