Start Europa League Mit viel Gepäck nach Lemberg – Vorbericht Sorja Luhansk – Hertha BSC

Mit viel Gepäck nach Lemberg – Vorbericht Sorja Luhansk – Hertha BSC

TEILEN

Die heiße Phase der Saison ist eingeläutet, ab jetzt geht es Schlag auf Schlag ums Ganze. Das Spiel gegen Schalke am vergangenen Samstag (0:2) ist abgehakt, nun ist endlich wieder Europa League. Am Donnerstag um 19:00 Uhr trifft die Hertha auf den letzten Gruppengegner, den Ukrainern aus Luhansk – eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf. Wer sich also am Donnerstag in das etwa 800 Kilometer entfernte Lemberg aufmacht, der kommt hoffentlich mit 3 Punkten im Gepäck wieder. 

Sorja Luhansk – ein Team ohne wirkliche Heimat

Nicht jedem von uns dürfte der FK Sorja Luhansk ein Begriff sein, denn die erfolgreichsten Jahre des Vereins liegen in 1970er Jahren, als man die sowjetische Meisterschaft feiern konnte. Seitdem kann man die Entwicklung des Fußballclubs nur mit einer Achterbahn vergleichen. Nachdem der Verein zwischenzeitlich sogar in der dritten Liga in der Bedeutungslosigkeit verschwunden war, konnte sich das Team 2006 wieder erstklassig nennen. Letztes Jahr qualifizierten sich die Ostukrainer mit einem dritten Platz in der Premier Liga für die Europa League und da konnte das Team von Trainer Yuri Vernydub zeigen, dass man sie nicht unterschätzen darf.

Sorja Luhansk – ein ausgeglichenes Team. (Photo by SERGEI SUPINSKY/AFP/Getty Images)

Zwar verloren die Ukrainer das erste Spiel mit 0:2 gegen Östersund, jedoch konnte das Team am zweiten Spieltag dem als krasser Underdog bei Athletic Bilbao mit 1:0 gewinnen. Besonders in diesem Spiel konnte man sehen, dass Vernydub auf eine ausgeglichene Mannschaft setzt. Mit einer sehr kompakten Abwehr und guten Offensivaktionen ist Luhansk für gerade kreativ starke Mannschaften kein Zuckerschlecken.

Herausragender Spieler der Ostukrainer ist Mittelfeldspieler Oleksandr Karavaev, der vor der Saison von Shakhtar Donezk verpflichtet wurde. Zusammen mit dem brasilianischen Sturmtank Iury sorgen besonders diese beiden für ordentlich Gefahr in gegnerischen Strafräumen.

Sorgt für ordentlich Gefahr in gegnerischen Strafräumen – Oleksandr Karavaev (rechts).
(Photo by ANDER GILLENEA/AFP/Getty Images)

Aktuell steht der FK Sorja Luhansk in der heimischen Liga auf dem siebten Platz (von 12 Mannschaften), jedoch konnten die Ostukrainer am Wochen-ende einen 1:0 Erfolg gegen PFK Stal Kamyanske feiern. Das Team von Vernydub wird also mit viel Selbstbewusstsein in das Spiel am Donnerstag gehen. Generell zeigte sich das Team aus Luhansk in den vergangenen Partien im 4-1-4-1-System immer mit höchstem Einsatz- und Kampfgeist, Hertha sollte also seine Widerstandsfähigkeit ordentlich unter Beweis stellen.

Ein trauriger Fakt über den FK Sorja Luhansk ist, dass das Team aufgrund des Kriegs in der Ostukraine seit der Saison 2014/15 nicht zu Hause spielt, sondern in Lemberg. Dies ist, laut Luhansk – Trainer Yuri Vernydub, nicht nur ein großer Nachtteil wegen der fehlenden Fans, sondern auch „ein Gefühl der Heimatlosigkeit.“

Hertha: Aufstehen, Mund abwischen, 3 Punkte holen

Für unsere Hertha steht nach dem eher schwachen Auftritt gegen Schalke am Samstag (0:2) natürlich ein Auswärtssieg auf der Tagesordnung und so erwartet unser Coach Pal Dardai mehr Einsatz und Kampfgeist als gegen Schalke. Nach dem Unentschieden gegen Athletic Bilbao und der unnötigen Niederlage bei Östersunds FK wäre ein Sieg mehr als hilfreich, um nach wie vor alle Chancen auf ein Weiterkommen zu haben. „Wir brauchen 3 Punkte und müssen dafür alles geben“, weiß auch Salomon Kalou.

Geht mit viel Selbstbewusstsein ins Spiel: Salomon Kalou. (Photo by ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Auch Marvin Plattenhardt will das Spiel gegen Schalke 04 schnell abhaken. „Das müssen wir vergessen“, sagte der Linksverteidiger, „wir haben heute noch ein bisschen darüber geredet, aber jetzt liegt der Fokus auf Donnerstag. Wir sind keine Mannschaft, die lange herumtrauert.“

Spielerisch werden sich die Herthaner jedoch deutlich verbessern müssen um Zählbares aus der Ukraine mitzunehmen. Zwar ist Luhansk natürlich nicht mit der Qualität von Schalke 04 zu vergleichen, dennoch muss die alte Dame besonders in der Offensive zulegen und bei der kompakten und tief stehenden Mannschaft aus Luhansk versuchen kreativ und variabel zu spielen. Wieder mit dabei sein wird unser Kapitän Vedad Ibisevic.

Will auf alle Fälle wieder spielen: Vedad Ibisevic
(Photo by ROBERT HENRIKSSON/AFP/Getty Images)

„Ich glaube, Vedad will spielen“, sagte Pal Dardai am Dienstag. Indes muss Dardai länger auf die Dienste von Vladimir Darida verzichten, der sich eine Außenbanddehnung zuzog. Ebenfalls nicht mit dabei sein wird unser Europa League -Stammkeeper Thomas Kraft, der wegen muskulärer Probleme pausieren muss. Auch Matthew Leckie ist am Mittwoch nicht mit nach Luhansk geflogen, er erhält von Dardai eine Verschnaufpause. Außerdem fehlen wird Sebastian Langkamp, dafür flog Jordan Torunarigha mit in die Ukraine. Erneute Einsatzzeit soll Davie Selke bekommen, der gegen Schalke in der zweiten Halbzeit sein Pflichtspiel-Debüt für Hertha gab.

Der Beginn der entscheidenden Wochen muss glücken

Sicherlich kann man mit Optimismus in das Spiel gegen Luhansk gehen, denn wenn die Hauptstädter mutig und kreativ nach vorne spielen, sollten 3 Punkte für die alte Dame drin sein. Jedoch darf man die Ukrainier keinesfalls unterschätzen, vielmehr muss Hertha zeigen, dass sie dem Druck der Doppelbelastung und des Siegenmüssens gewachsen sind. Für alle die mit nach Lemberg fahren sei noch eins gesagt: die Stadt ist vor allem für ihre lebendige Kultur und einem großen Angebot von (hochprozentigem) Vodka bekannt. Und vielleicht gönnt sich der ein oder andere von euch ja einen Siegertropfen nach dem Spiel. Wir sagen: Nastrojve!

Wie ist eure Meinung zum kommenden Spiel? Fahrt ihr nach Luhansk? Schreibt uns in die Kommentare!

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen