Start National 1. Bundesliga VfB Stuttgart – Hertha BSC: Mit Schwung in die Rückrunde

VfB Stuttgart – Hertha BSC: Mit Schwung in die Rückrunde

TEILEN

Die kürzeste Winterpause seit Gründung der Bundesliga hat nun ein jähes Ende. Nach Darts-WM, neuen Transferrekorden und dem Wechsel von Sandro Wagner nach München geht nun der alltägliche Wahnsinn in der Bundesliga wieder los. Für Hertha steht die Rückrunde unter besonderen Vorzeichen. Mit einem Kader, der im Vorfeld der Saison darauf ausgerichtet war, auf drei Hochzeiten zu tanzen, darf sich nun mit voller Konzentration dem Ligabetrieb gewidmet werden. Es gibt also zur Abwechslung berechtigten Grund zur Annahme, dass Herthas Rückrunde ähnlich erfolgreich oder gar erfolgreicher wird, als die Rückrunden zuvor.
Damit dieses Unterfangen gelingt, kann am Samstagnachmittag eine erste Basis gelegt werden. Der Gegner aus Stuttgart ist dabei alles andere als Kanonenfutter.

Der VfB folgt dem Transfertrend

Der Transfermarkt der Bundesliga stand im Dezember ganz im Zeichen der Rückkehrer. Anthony Ujah ging aus China zurück nach Mainz, Sandro Wagner wie bereits angesprochen nach München und Simon Terodde zog es vom VfB zu seinem Ex-Klub Köln. Die größte Überraschung ereignete sich jedoch bei den Zugängen der Stuttgarter. Mario Gomez, der einst Torschützenkönig und deutscher Meister mit den Schwaben wurde und für die damalige bundesligainterne Rekordsumme von rund 30 Millionen Euro zum FC Bayern wechselte, ist nun achteinhalb Jahre später wieder zurück am Neckar. Ob sich aus der Feel-Good-Story auch eine Erfolgsgeschichte entwickelt, bleibt abzuwarten.

Nach über acht Jahren kehrt Mario Gomez zu seinem Jugendklub zurück. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Die zwei Stuttgarter Gesichter

Der VfB, der als untypischer Aufsteiger, der vom Selbstverständnis und den finanziellen Möglichkeiten wenig mit dem Abstiegskampf zu tun haben sollte, in die Saison startete, durchlief in der Hinrunde eine Situation, die einem als Herthaner nur allzu bekannt ist. Während sich die Heimbilanz mit Platz Sieben und 16 Zählern aus acht Partien sehr ordentlich liest, zeigt die Punkteausbeute in fremden Stadien tiefe Abgründe auf. Sage und schreibe einen mickrigen Punkt ergatterten die Schwaben auswärts. Da das kommende Spiel aber bekanntlich in Stuttgart stattfindet, hilft dies aus Berliner Sicht reichlich wenig. Immerhin konnte Hertha seinen langwierigen Auswärtsfluch ablegen und ist aktuell das neuntbeste Team in der Gasttabelle.

Winterpause unter umgekehrten Vorzeichen

Während Hertha sich mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen der Hinrunde eine hervorragende Ausgangsposition für die Rückrunde verschaffte, stellt sich die Situation bei den Schwaben gänzlich anders dar. Seit dem 2:1-Sieg über Borussia Dortmund am 12. Spieltag konnte Stuttgart kein einziges Spiel mehr gewinnen, holte seither nur noch einen Zähler und ist seit nunmehr vier Spielen punktlos. Der Blick geht damit ganz klar nach unten. Schließlich beträgt der Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz nur noch zwei Punkte.

Obwohl Trainer Hannes Wolf im Sturm aus dem Vollen schöpfen kann, hat der VfB ein Offensivproblem. (Photo by Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

Der Grund für diese magere Ausbeute ist schnell gefunden. Stellt man mit 21 Gegentoren eine der besten Defensiven der Liga, ist man mit 13 erzielten Treffern nach dem 1. FC Köln das ungefährlichste Team der Liga. Zum Vergleich: Hertha kann mit 26 Toren die doppelte Ausbeute vorweisen. Wirft man einen Blick auf die Stuttgarter Offensive während der Hinrunde konnte man das nicht unbedingt vorhersehen. Mit Ginczek, Terodde, Akolo, Donis, Brekalo und Asano hatte der VfB im Angriff ein wahres Überangebot. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Trainer Hannes Wolf selten auf das gesamte Quintett zurückgreifen konnte. Neben dem traditionell vom Verletzungspech heimgesuchten Daniel Ginczek fielen auch Chadrak Akolo und Anastasios Donis längere Zeit aus. Zudem zeigte sich bei Simon Terodde, was viele im Vorfeld der Saison befürchteten: Für die erste Liga fehlt es ihm dann doch an zu vielen Attributen – zumindest in dem System, das Stuttgart spielt, welches auf schnelle Konter ausgerichtet ist. Ob Mario Gomez diese Rolle besser ausfüllen kann, wird zu sehen sein. Aus Berliner Sicht darf es sich gern noch eine Woche Zeit lassen, um sich an die neue, alte Heimat zu gewöhnen.

Eure Meinung ist gefragt: Wie lautet euer Tipp für den Rückrundenauftakt? Kann Hertha an den erfolgreichen Hinrundenausklang anknüpfen?

 

*Titelbild: Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images

 

TEILEN
Vorheriger ArtikelInterview mit Michael Hartmann: „Wenn Arne Maier gewollt hätte, wäre er bereits weg“
Nächster ArtikelEinzelkritik 18. Spieltag: VfB Stuttgart – Hertha BSC
Alexander ist Redakteur und 22 Jahre alt. Alexander über sich selbst: "Schon im Alter von fünf Jahren prophezeite mir mein damaliger Coach eine große Karriere - aber nicht als Fußballer. Mit der Torgefahr Arthur Wichniareks zu Berliner Zeiten und der Ausstrahlung von Gabor Kiralys Jogginghose war früh klar, dass ich mich lieber aufs Schreiben denn aufs Kicken fokussieren sollte. Das tu ich, am liebsten über Hertha, der ich seit 2004 treu ergeben bin und mir dafür ebenso lange Hohn und Spott meiner Freunde anhören darf. Aber wenn wir erst Champions League- Sieger sind, bin ich der, der lacht!"

Kommentar verfassen