Start National 1. Bundesliga VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Aufwärtstrend bestätigen

VfL Wolfsburg – Hertha BSC: Aufwärtstrend bestätigen

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Hertha konnte die sportliche Krise, die mit dem Quasi-Ausscheiden in der Europa League und der Niederlage im Pokal gegen Köln vorerst abwenden. Nach dem Sieg in der Liga gegen den HSV und dem erfolgreichen Auftritt gegen Luhansk konnte das Team von Pal Dardai vorerst wieder Ruhe ins Umfeld bringen. Um daran anzuknüpfen und in der Liga wieder endgültig auf Kurs zu kommen, wäre ein Punktgewinn beim nächsten Gegner aus Wolfsburg ein entscheidender Schritt.

In Wolfsburg nichts Neues

Vor der Saison war der VfL mit großen Ambitionen gestartet. Reichlich Geld wurde aus der Autostadt quer durch Europa transferiert, um neue Spieler zu holen. Allein 18 Millionen gingen davon in Herthas Kasse für John Anthony Brooks. Außerdem schaffte man es, in Divock Origi eines der vielversprechendsten Stürmertalente Europas für sich zu gewinnen und blätterte 15 Millionen für den defensiven Mittelfeldspieler Camacho hin. Allein geholfen hat es bislang wenig. Als erstes Team der laufenden Saison entließen die Wölfe Mitte September Trainer Andries Jonker. Damit reagierte man auf den durchwachsenen Saisonstart mit vier Punkten aus vier Spielen.

Der Negativtrend zeichnete sich allerdings schon im vergangenen Jahr ab, als man nur über die Relegation den Klassenerhalt meisterte. Auch da blieb Jonker hinter den Erwartungen, immerhin übernahm er die Wölfe auf Rang 14.

Andries Jonker wurde als erster Trainer der laufenden Bundesliga-Saison entlassen. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Umso mehr überraschte der frühe Zeitpunkt des Trainerwechsels. Schließlich hätte man im Sommer genug Zeit gehabt, nach einer Neubesetzung zu suchen, wenn man von Jonker nicht überzeugt war. Ihm nun doch zunächst das Vertrauen zu schenken und es ihm nach gerade einmal vier Spieltagen wieder zu entziehen, ist ein Symbol des Missmanagements, das in Wolfsburg seit Jahren grassiert. Denn trotz der finanziellen Potenz des Hauptsponsors VW und Namen wie Didavi, Malli und Gomez im Kader, gelingt es seit der sagenumwobenen De Bruyne-Saison nicht, auch nur annähernd den eigenen Möglichkeiten gerecht zu werden.

Auch die Verpflichtung von Martin Schmidt als neuen Cheftrainer sorgte bisher nicht wirklich dafür, dass sich daran etwas änderte. Zwar verloren die Wolfsburger seit dessen Amtsantritt noch kein Spiel, konnten aber ebenso wenig eins für sich entscheiden. So stehen nach sechs Spielen unter Schmidt sechs Remis auf der Haben-Seite. Wobei man zu seiner Ehrenrettung sagen muss, dass unter diesen fünf Partien auch Spiele gegen Bayern, Schalke und Hoffenheim waren.

Das Spiel gegen Hertha darf also durchaus als richtungsweisend bezeichnet werden. Gewinnt Wolfsburg, ist man mit neun Punkten aus sieben Spielen zumindest halbwegs im Soll. Tut man dies nicht, liest sich die Bilanz schon erheblich schlechter.

Qualität in allen Mannschaftsteilen

Dass der VfL trotz der schlechteren Tabellensituation in der Favoritenrolle ist, zeigt ein Blick auf den Kader. Allein in vorderster Position hat Trainer Martin Schmidt die Wahl zwischen Divock Origi und Mario Gomez. Auch eine Reihe weiter hinten tummelt sich mit Maximilian Arnold, Camacho, Guilavogui sowie Didavi und Malli die fußballerische Qualität.

John Anthony Brooks trifft am Sonntag erstmals auf seinen Ex-Verein. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images) Picture Thumbnail

In der Verteidigung, die in keinem der Spiele unter Martin Schmidt gegentorlos blieb, soll nun mit Ex-Herthaner Brooks, der nach seinem Sehnenanriss vergangene Woche gegen Schalke erstmals über 90 Minuten ein Pflichtspiel für den VfL bestreiten konnte, für Stabilität sorgen. Für den US-Amerikaner wird es somit aller Voraussicht nach zum ersten Aufeinandertreffen mit seinem Jugendverein und dem Klub, in dem er zum Nationalspieler reifte, kommen. Es ist zu hoffen, dass sich seine Freude über das Wiedersehen auf die Zeit vor dem Anpfiff beschränken wird.

Wie blickt ihr dem Spiel entgegen? Was ist für Hertha in der Autostadt drin? Schreibt uns eure Meinung!

*Quelle Titelbild: (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

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Alexander ist Redakteur und 21 Jahre alt. Alexander über sich selbst: "Schon im Alter von fünf Jahren prophezeite mir mein damaliger Coach eine große Karriere - aber nicht als Fußballer. Mit der Torgefahr Arthur Wichniareks zu Berliner Zeiten und der Ausstrahlung von Gabor Kiralys Jogginghose war früh klar, dass ich mich lieber aufs Schreiben denn aufs Kicken fokussieren sollte. Das tu ich, am liebsten über Hertha, der ich seit 2004 treu ergeben bin und mir dafür ebenso lange Hohn und Spott meiner Freunde anhören darf. Aber wenn wir erst Champions League- Sieger sind, bin ich der, der lacht!"

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