Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Flügelstürmer

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Flügelstürmer

Eine turbulente Spielzeit hat am 27. Juni ihr Ende gefunden. Zwar hat COVID-19 alle Bundesliga-Team gleichermaßen getroffen, vor der Pandemie hat Hertha BSC das Rennen als von Krisen gebeutelster Verein aber zweifellos gemacht. Selten ist es in der vergangenen Saison um Sportliches gegangen, doch genau diesem Thema wollen wir uns mit dieser Artikelserie widmen: In unserer Kaderanalyse wollen wir die einzelnen Positionen genauer unter die Lupe nehmen und die Frage beantworten, ob Hertha dort nach Verstärkungen für die kommende Saison suchen sollte. In diesem Teil wird die Position der Außenstürmer näher beleuchtet.

Lukebakio und die Veränderung des Stellenprofils

Er war der Spieler, dessen Transfer im Sommer an der Spree für das größte Erstaunen sorgte. Mit der Verpflichtung von Dodi Lukebakio landete Michael Preetz zum wiederholten Male einen echten Coup. Wie schon bei Mitchell Weiser, Valentino Lazaro und Niklas Stark – um nur einige zu nennen – schaffte es „Der Lange“ erneut, einen jungen Spieler mit hohem Entwicklungspotenzial in die Hauptstadt zu lotsen. Ein typischer Preetz-Transfer also? Nicht ganz. Denn die Ablösesumme von rund 20 Millionen Euro war ein Wert, an den man zu diesem Zeitpunkt im blau-weißen Umfeld noch nicht gewohnt war. Dass der Preis nach Lukebakios erster Bundesligasaison in Düsseldorf, in der er 14 Torbeteiligungen in 31 Spielen verzeichnete, seine Berechtigung hatte, daran gab es kaum Zweifel. Dass Hertha jedoch bereit ist, derartige Summen zu zahlen – das war neu. Doch Hertha war im zurückliegenden Transfersommer zweifelsohne zum Handeln gezwungen. Nachdem Valentino Lazaro den Klub gen Mailand verlassen hatte, war klar, dass es zwingend offensive Qualität für die rechte Seite brauchen würde. Auch, weil Mathew Leckie, der diese Position mehr oder weniger im Wechsel mit Lazaro bekleidete, zum einen in der Vorsaison primär durch Verletzungen auffiel und zum anderen auch bei vollständiger Gesundheit weit von der Form zu Beginn seiner Berlin-Zeit entfernt war. Da man sich entschied, auf der Rechtsverteidiger-Position nicht nachzurüsten und stattdessen auf Klünter und Pekarik zu vertrauen, war klar, dass es von nun an ein klar offensiv denkender Mann für den Flügel richten muss, der die fehlende Kreativität und Torgefahr seiner Hinterleute ausgleicht. Dementsprechend groß waren die Erwartungen an den – zu diesem Zeitpunkt – Rekordtransfer.

Lukebakios Treffer zum 2:0 im Derby gegen Union. (Photo by STUART FRANKLIN/POOL/AFP via Getty Images)

Der Start sollte dann jedoch, analog zu dem des Vereins, etwas holprig verlaufen. War er am ersten Spieltag mit dem Tor in München, das Hertha zum Remis verhalf, noch obenauf, ging es danach ebenso rasant bergab. Die folgenden drei Spiele, die Hertha allesamt verlor, sah auch Lukebakio alles andere als gut aus. Immer wieder schlichen sich Schwächen in der Ballbehandlung sowie der Chancenverwertung ein, sodass Trainer Ante Covic seinen Königstransfer am fünften Spieltag erstmals auf die Bank beorderte. Nachdem Hertha gegen Paderborn den ersten Saisonsieg einfuhr, sollte sich Lukebakio auch bei den kommenden beiden Siegen gegen Köln und Düsseldorf sowie dem Remis in Bremen nicht in der Startelf wiederfinden.

Statt Stunk zu machen, bewies der Belgier jedoch Moral und empfahl sich über vielversprechende Kurzeinsätze, in denen er in allen drei Spielen jeweils an einem Treffer beteiligt war, wieder für die Startelf, aus der er seitdem auch nicht mehr wegzudenken ist. Sieben Treffer und ebenso viele Vorlagen können sich, insbesondere angesichts der durchwachsenen Saison von Hertha, durchaus sehen lassen. Dennoch ist es keineswegs so, als wäre der Offensivmann frei von Kritik. Zum Saisonendspurt hin wurde er von Labbadia nach schwacher Vorstellung in Dortmund öffentlich für seine Leistung kritisiert und trotz Herthas zu dem Zeitpunkt dünner Personaldecke im Spiel darauf auf die Bank gesetzt. Insbesondere die fehlende Bereitschaft zur Defensivarbeit und seine vermehrt lustlose Körpersprache standen in der Kritik. Doch auch aus diesem Zwischentief konnte sich Lukebakio befreien – erzielte zunächst ein Traumtor gegen Freiburg, das jedoch aberkannt wurde und war beim Überraschungssieg gegen Leverkusen – dann auch regulär – an beiden Treffern direkt beteiligt.

Fazit: Bei all der (berechtigten) Kritik, die sich Lukebakio in seinen beiden Schwächephasen anhören musste, sollte nicht vergessen werden, dass es hierbei um einen 22-jährigen geht, der noch weit entfernt von seinem Leistungszenit ist und aller Widerstände zum Trotz 14 Scorerpunkte vorweisen kann. Wenn Labbadia es schafft, Lukebakios klar benennbare Defizite zu beheben, dann kann Hertha in den kommenden Jahren noch viel Freunde an ihm haben.

Das Juwel im Entwicklungsstopp

Zahlen, wie sie Lukebakio vorweisen kann, hätte man sich in der abgelaufenen Saison auch von Javairo Dilrosun erhofft. Der bis zur Verpflichtung von Matheus Cunha wohl talentierteste und technisch versierteste Spieler im Berliner Kader, bringt in seinen Anlagen alles mit, das es braucht, um eine wichtige Rolle in Herthas ambitionierten Zukunftsplänen zu spielen. Zu Beginn der Saison sah es so aus, als könnte er diesen Erwartungen bereits jetzt schon gerecht werden. Nachdem er den Saisonauftakt verletzungsbedingt verpasste, zählte er ab dem fünften Spieltag zum Stammpersonal und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Hertha zwischenzeitlich zehn Zähler aus vier Partien einheimsen konnte. Vier Torbeteiligungen sammelte er in diesen Partien. Die drei Tore, die er dabei selbst schoss, waren allesamt solche für die Galerie. In dieser Phase war allein Dilrosuns Spielfreude das Eintrittsgeld wert.

Ließ sein Können leider viel zu selten aufblitzen: Javairo Dilrosun by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Doch leider waren mit dem abrupten Ende des zwischenzeitlichen Aufschwungs Herthas auch die Jubel-Wochen von Dilrosun vorbei. Zwar gehörte er unter allen drei Trainern bis zu Labbadia zum Stammpersonal, allein seine Leistungen rechtfertigten das Vertrauen nicht mehr. Vom siebten bis zum 28. Spieltag gelang dem Niederländer keine einzige Torbeteiligung mehr. Regelmäßig tauchte er komplette 90 Minuten ab. Zweifelsohne kann man die Schuld nicht allein ihm zuschreiben. Auch der fußballverneinende Stil von Klinsmann/Nouri tat sein Übriges. Dennoch darf und muss man von einem Spieler dieser Güteklasse mehr erwarten. Es passt zur Saison Dilrosuns, dass dieser sich, gerade, als Labbadia begann, auf ihn zu setzen und er sich gegen Augsburg mit einem – natürlich – sehenswerten Treffer für das Vertrauen revanchierte, erneut eine Verletzung zuzog und für den Rest der Saison ausfiel.

Fazit: Die nächste Saison könnte der Wegweiser sein, in welche Richtung sich Dilrosuns Karriere entwickelt. Bleibt er im Status des Talents hängen, das hin und wieder seine außergewöhnliche Klasse aufblitzen lässt, oder gelingt es ihm, Konstanz in seine Leistungen zu bringen? Viel wird auch davon abhängen, inwieweit er dabei von Verletzungen verschont bleibt. Ein anderer Faktor ist, welche Position Labbadia für den Flügelflitzer vorsieht. Denn auf Dilrosuns Stammposition – dem linken Flügel – fühlt sich neuerdings noch ein anderer Spieler recht wohl.

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Matheus Cunha – ein Spieler für die besonderen Momente (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Hacunha Matata

Wo soll man da nur anfangen? All den Ärger, den man mit Hertha in den letzten Jahren, ach, Jahrzehnten hatte; all die verpassten Chancen auf das europäische Geschäft; all die Stresspickel, die hervortreten, wenn man an Jens Lehmann und Jürgen Klinsmann denkt – all das rät für ein paar Minuten in Vergessenheit, wenn man diesen Spieler auf dem Feld bewundern darf. Was Matheus Cunha seit seiner Ankunft aus Leipzig im Winter auf den Rasen zaubert, erinnert phasenweise tatsächlich an den großen Marcelinho.

In gerade einmal elf Partien brillierte sich der Brasilianer ins Herz aller blau-weißen Anhänger. Seine Torgefahr, seine Kreativität, seine Technik, seine Abschlussstärke – eigentlich kann man sich Spiel um Spiel nur verwundert die Augen reiben und fragen, wie sich ein Spieler dieser Qualität nach Berlin verirren konnte. Natürlich kann, wenn die rosa-rote Brille abgesetzt wird, auch hier an der einen oder anderen Stelle noch Luft nach oben erkannt werden. So darf sich Cunha hin und wieder auch gern mal etwas früher vom Ball trennen und sich des eigenen Spielwitzes etwas weniger bewusst sein. Andererseits: Wenn das Resultat dessen solche Tore, wie das gegen Hoffenheim sind, wer möchte ihm dann derartige Aktionen verbieten? In diesem Sinne: Einfach genießen, solange er noch nicht gemerkt hat, dass er eigentlich für Höheres bestimmt ist.

Fazit: Über den Sommer in Watte einpacken und beten, dass er fit bleibt.

Der unwürdige Abgang eines Superstars

Während man bei Cunha aus dem Schwärmen kaum herauskommt, verlief die Saison von Salomon Kalou gänzlich anders. Dabei wurde schon früh deutlich, dass es wohl nicht sein Jahr werden würde. Neu-Coach Ante Covic ließ Kalou lediglich bei der Niederlage gegen Wolfsburg von Beginn an spielen. Unter Klinsmann/Nouri wurde die Bilanz gar noch düsterer. Nur ein Kurzeinsatz über zwölf Minuten am 13. Spieltag gegen den BVB sollte hinzukommen. Dies waren gleichzeitig seine letzten Minuten im blau-weißen Trikot. In das Wintertrainingslager unter Jürgen Klinsmann durfte er nicht mehr mitfahren, ein frühzeitiger Abgang stand im Raum.

Gerade in den großen Spielen trumpfte Kalou immer wieder auf. (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Wie es dann letzten Endes zum finalen Aus bei Hertha kam, wurde hinlänglich durch jedes Medium getrieben und soll an dieser Stelle nicht wiederholt werden. Die Umstände des Ganzen werfen aber doch ein paar Fragen auf. Dass Kalou für seine Aktion bestraft gehört, ist wohl unstrittig. Ob es aber angemessen war, ihn allein für die Verfehlungen eines ganzen Vereins, oder besser gesagt einer ganzen Branche, verantwortlich zu machen, darf zumindest in Frage gestellt werden. So muss sich Hertha, mal wieder, den Vorwurf gefallen lassen, einen verdienten Spieler nicht den ihm zustehenden Abschied bereitet zu haben. Immerhin muss man sich an der Stelle nochmal in Erinnerung rufen, dass hier von einem Spieler die Rede ist, der in 151 Spielen 65 Torbeteiligungen für Hertha sammelte und maßgenblich daran beteiligt war, aus der einstigen Fahrstuhlmannschaft einen Europa League-Teilnehmer zu machen. Doch nicht nur sportlich war auf den Ivorer Verlass.

Auch für die Kabine war „Sala“ ein enorm wichtiger Spieler, der stets für gute Laune sorgte und für Späße zu haben war. Der letzte „Spaß“ war nun zu viel des Guten. Es würde seiner Karriere aber nicht gerecht werden, wenn man ihn dadurch in Erinnerung behielte. Stattdessen sollte man sich lieber an seine Tore in den großen Spielen gegen Bayern und Dortmund erinnern, seinen Dreierpack zu Hause gegen Gladbach, seinen Hattrick in Hannover mit eingewickeltem Kopf. Und natürlich an dieses unvergessliche Grinsen, das jeden ansteckt.

Fazit: Danke, Sala!

Zeit für neue Aufgaben

Dass sich Hertha derzeit im Umbruch befindet, das zeigen die Transfers eindeutig. Verpflichtungen wie die von Piatek und Cunha wären noch vor einem Jahr ins Reich der Fabeln verwiesen worden. Mit den neuen Ansprüchen – ganz gleich, wie man diese empfindet – muss es zwangsläufig auch zu Abgängen kommen. Die Trainersöhne Palko Dardai und Maurice Covic werden unter Labbadia wohl keine Rolle spielen. Selbiges gilt für Mathew Leckie. Der Australier, der vor drei Jahren an die Spree wechselte und einen beeindruckenden Start hinlegte, konnte seither, teils wegen Verletzungen, teils aufgrund endlos scheinender Länderspielreisen, nicht mehr an seinen Beginn anknüpfen. Vor einigen Monaten gab er öffentlich zu Protokoll, im Sommer einen neuen Verein suchen zu wollen. Angesichts der Konkurrenz auf seiner Position und seinen sehr überschaubaren Spielminuten ein absolut nachvollziehbarer und konsequenter Schritt.

Empfehlung: Ein weiterer Allrounder muss her

Wenn man die aktuellsten Gerüchte um Cunha mal als solche verbucht und darauf vertraut, dass Herthas neue Liquidität auch dazu führt, größere Summen ablehnen zu können, hat man in dem Brasilianer sowie Lukebakio wohl die feste Flügelzange für die anstehende Saison. Dahinter hat man in Javairo Dirosun allerdings aktuell nur einen Spieler, der ein würdiger Vertreter sein kann und das auch nur, wenn er fit und in Form ist – beides hatte in seinen nun zwei Jahren in der Hauptstadt Seltenheitswert. Ein Spieler mit Offensivdrang, der im Idealfall beide Seiten bespielen kann und speziell Lukebakio unter (Leistungs-)Druck setzt, sollte in diesem Sommer auf Michael Preetz‘ Einkaufsliste stehen.

Titelbild: STUART FRANKLIN/POOL/AFP via Getty Images

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Mittelfeld

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Mittelfeld

„Wenn du ein gutes Mittelfeld hast, hast du ein gutes Team“, sagte einmal Casemiro, Mittelfeldspieler bei Real Madrid. Er muss es wissen, denn Real Madrid ist zuletzt erneut spanischer Meister geworden. Eigentlich wissen das auch die meisten, die sich mit Fußball länger befassen, denn insbesondere das zentrale Mittefeld ist das Herzstück einer Fußballmannschaft. Im nächsten Teil unserer Artikelserie geht es genau darum. Wie verlief die Saison für Herthas zentrale Mittelfeldspieler? Wie ist der Stand aktuell und wo ist noch Bedarf?

Mehrere Spieler im Mittelfeld sorgten bei der „alten Dame“ in der vergangenen Saison für Gesprächsstoff. Ob Marko Grujic mit blauem Auge zum Saisonstart, der Abgang von Eduard Löwen nach nur sechs Monaten in Berlin, die Rückkehr in Topform von Vladimir Darida oder auch der Abschied von Per Skjelbred: es war einiges los im „Herzstück“ der Hertha-Mannschaft. Da Mittelfeldspieler ganz besonders im Zusammenhang mit Ihren Mitspielern zu bewerten sind, wollen wir dieses Mal zunächst chronologisch vorgehen.

Saisonstart mit Grujic, Duda und Löwen

Erst Jubel, dann Schmerz beim Treffer von Marko Grujic. (Foto: Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Die älteren unter uns werden sich erinnern – denn dieser Saisonstart gegen den FC Bayern München ist gefühlt bereits 50 Jahre her. Marko Grujic krönte gegen den Rekordmeister während der Saisoneröffnung eine gute Leistung mit einem Tor. Im Adrenalinschub bemerkte er erst beim Jubeln, dass es ihn im Zweikampf mit Weltmeister Benjamin Pavard am Auge erwischt hatte und er ein blaues Auge davontragen würde.

Im Kader mit dabei waren in München übrigens Eduard Löwen und Sidney Friede. Beide spielten in dieser Hinrunde jedoch kaum bis gar keine Rolle und verließen die „alte Dame“ im Winter. In der Startelf stand dafür Ondrej Duda. Der Slowake fand nach einer überragenden Spielzeit 2018/19 allerdings nicht richtig zu seiner Form, profitierte sicherlich auch nicht vom Trainerwechsel. In den ersten fünf Partien (nur vier Punkte) spielte er von Beginn an, wurde beim ersten Saisonsieg gegen den SC Paderborn dann zur Halbzeit ausgewechselt.

Es folgten nur noch knapp 90 Minuten Einsatzzeit bevor er unter Jürgen Klinsmann nicht mal mehr im Kader stand. Er wurde im Winter zu Norwich City ausgeliehen, wo er jedoch nach dem „Re-Start“ nicht mehr erste Wahl war. Seine Zeit in der Premier League verlief zusammengefasst eher unglücklich, sein Verein musste absteigen und er selbst blieb ohne Erfolg (null Tore, null Vorlagen).

Skjelbreds Rückkehr, Grujic ohne Konstanz

Per Skjelbred war nicht als Stammspieler erwartet, meldete sich aber eindrucksvoll zurück. (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Während Hertha unter Ante Covic zu Saisonbeginn vor sich hinkriselte, arbeitete sich nach den ersten zwei Niederlagen ein Spieler zurück in die Startelf, der im Sommer schon fast abgeschrieben wurde. Per Skjelbred stand am vierten Spieltag wieder in der Startelf und spielte eine wichtige Rolle im Laufe der Saison. Dabei übernahm er die defensive Rolle im zentralen Mittelfeld neben Marko Grujic. Die Offensivere Position davor gab Duda an Vladimir Darida ab. Der Tscheche wurde daraufhin eine der wenigen Konstanten im Spiel der „alten Dame“.

Anders verlief es für Marko Grujic. Dieser bekam zwar regelmäßig seine Einsätze, konnte allerdings nicht konstant seine Leistung abrufen. Teilweise blitze seine Qualitäten auf, wie beispielweise im Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt (2:2, ein Tor, eine Vorlage), in vielen anderen Spielen allerdings fiel er durch zu langsames Agieren, Foulspiele und Unkonzentriertheiten auf, die mitunter auch zu Gegentreffern führten. Die chaotische Zeit unter und nach Jürgen Klinsmann brachte auch beim Serben viel Unsicherheit. Die ständigen Wechsel in der Zentrale (mal spielte Skjelbred, mal Darida neben Grujic) halfen dabei sicherlich auch nicht.

Im Winter kam Klinsmanns Wunschspieler Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart und übernahm für die letzten Partien seines Trainers die Position des klassischen Sechsers. Der Argentinier kam in einer denkbar ungünstigen Zeit an, in welcher der Hauptstadtclub immer mehr im Chaos versank. Nach dem „Re-Start“ zog sich der 23-Jährige eine schwere Fußprellung und fiel für die restlichen Spiele aus. Allerdings muss man dem „Giftzwerg“ zugute halten, dass er seine Aufgabe in den wenigen Spielen zufriedenstellend erledigte und noch zu den positiven Erscheinungen der Mannschaft gehörte.

Neues Selbstvertrauen im Mittelfeld unter Bruno Labbadia

Vladimir Darida für Labbadia nicht wegzudenken. (Foto: Lars Baron/Getty Images)

Als es dann wieder mit der Bundesliga losging und Hertha BSC unter Bruno Labbadia eindrucksvoll nach nur wenigen Spielen den Klassenerhalt sicher machte, glänzte ein Spieler ganz besonders. Die „Lunge der Liga“ Vladimir Darida sammelte nicht nur Rekorde durch seine Laufleistungen, er überzeugte auch spielerisch und gab der gesamten Mannschaft Sicherheit.  Dabei übernahm er erneut den etwas offensiveren Part zwischen „klassischer Zehn“ und „Achter“. Es war zu spüren, dass der 29-Jährige dann besonders stark ist, wenn er im System mit drei zentralen Mittelfeldspielern den offensiveren Part übernehmen kann. Auch das Pressing unter Bruno Labbadia passt perfekt zum Mittelfeld-Allrounder. Insgesamt konnte er drei Treffer erzielen und fünf weitere vorlegen.

Dabei unterstützt wurde er von einem wieder erstarkten Marko Grujic, der sich zu Saisonende nochmal spürbar verbessert zeigte. Auch Per Skjelbred zeigte starke Leistungen, bevor er aufgrund einer Verletzung ausfiel und erst in der letzten Partie einen Kurzeinsatz zum Abschied bekam. Arne Maier fiel fast die gesamte Hinrunde wegen einer Knieverletzung aus, kam aber trotz einer für ihn eher unrühmlichen Transferperiode in der Rückrunde zu vier Startelf- und acht Kurzeinsätzen. Niklas Stark musste auf der „Sechs“ für kurze Zeit aushelfen und sogar Lazar Samardzic feierte sein Debüt.

Die Saison fand also auch im zentralen Mittelfeld ein versöhnliches Ende, brachte aber auch für die Sommerpause viele Fragen mit sich, angesichts der vielen anstehenden Wechsel. Von den im Laufe unseres Rückblicks genannten Spielern sind einige keine Option mehr für die nächste Saison: Eduard Löwen, Per Skjelbred und Sidney Friede sind definitiv nicht mehr im Kader. Auch Marko Grujic ist nach Liverpool zurückgekehrt. Es steht noch nicht fest, ob ihn Hertha erneut für eine Saison an die Spree locken kann, oder ihn womöglich sogar fest verpflichtet. Was bleiben bei Hertha also für Optionen?

Offensive Optionen im Zentralen Mittelfeld

Dudas Rückkehr mit Fragezeichen. (Foto: Tim Keeton/Pool/AFP via Getty Images)

Mit Vladimir Darida wird glücklicherweise aus Hertha-Sicht weiter zu rechnen sein. Derzeit sollen die Verantwortlichen ein Angebot zur frühzeitigen Verlängerung für den Tschechen erarbeiten, dessen Vertrag aktuell noch bis 2021 läuft. Ein Verbleib ist also hochwahrscheinlich, Cheftrainer Labbadia stellte bereits klar, dass er auf den Laufstarken Spieler setzt. Die Blau-Weißen haben also mit ihm eine sehr gute Option für alle zentralen Positionen, wobei er insbesondere als offensiverer „Achter“ glänzen könnte.

Eine weitere Option für das offensive zentrale Mittelfeld wird der Rückkehrer Ondrej Duda sein. Dieser bleibt aber ein großes Fragezeichen, da er sich zunächst im Labbadia-System zurechtfinden muss. Da er bisher nur in einer Saison bei Hertha BSC so richtig einschlagen konnte, ist es schwierig ihn als „sichere“ Lösung anzusehen. Winterneuzugang und neuer Publikumsliebling Matheus Cunha ist als Offensiv-Allrounder zwar grundsätzlich auch als „Zehner“ denkbar. Im System unter Bruno Labbadia ist er jedoch eher als hängende Spitze oder frei in der Offensive gesetzt worden. Den Brasilianer besprechen wir in unserer Artikelserie, wenn wir bei Herthas Sturm angelangen.

Schließlich könnte auch der junge Lazar Samardzic in der neuen Saison eine Chance bekommen, sich zu zeigen. Der 18-Jährige machte sein Bundesligadebüt im Derby gegen Union Berlin (4:0) und bekam zwei weitere Kurzeinsätze. Der gebürtige Berliner gilt als Riesentalent, trat jedoch zuletzt für Hertha Fans eher negativ in Erscheinung: angeblich wolle er oder seine Berater einen Wechsel im Sommer forcieren. Sollte er jedoch bleiben, wäre sein Profil besonders interessant, da er auf seiner Position momentan nicht die größte Konkurrenz hat.

Maiers Rückkehr – Tousart und Ascacibar mit Rückstand

Tousart hat monatelang nicht mehr gespielt. (Foto: Philippe Desmazes/AFP via Getty Images)

Für die defensiveren Aufgaben steht wieder Arne Maier zur Verfügung. Verletzungen warfen den 21-Jährigen in dieser Saison zurück und bremsten seine bisher rasante Entwicklung im Profibereich. Sollte er jedoch fit bleiben und eine komplette Sommervorbereitung unter Bruno Labbadia absolvieren geht er mit einer sehr guten Ausgangslage in die neue Saison. Noch wichtiger als seine Qualitäten im defensiven Mittelfeld ist seine Fähigkeit, auf der „Acht“ eine Verbindung zwischen Defensive und Offensive herzustellen. Dafür wird er in Topform aufspielen müssen und einen defensiv aufgestellten Mitspieler im Mittelfeld als Absicherung brauchen, um im den Rücken freizuhalten.

Mit Lucas Tousart hat sich die „alte Dame“ einen Spieler für die kommende Saison geholt, der genau diese Absicherung herstellen kann. Er bringt nämlich Zweikampfstärke, Physische Präsenz, bedingungsloser Einsatz und Qualität mit. Über seine Stärken und Schwächen haben wir bereits im Januar einen längeren Artikel geschrieben: hier. Allerdings kommt der Franzose nicht gerade unter optimalen Umständen in die Hauptstadt an. Durch die frühzeitige Beendigung des Ligabetriebs in Frankreich und die anstehende Sommerpause fehlen ihm monatelange Spielpraxis. Er wird viele anspruchsvolle Trainingseinheiten unter Bruno Labbadia benötigen, um den Fitness-Rückstand aufzuholen und wieder auf Topniveau zu kommen. Schließlich wird er sich an die neue Liga, Mannschaft und Heimat gewöhnen müssen.

Es ist also eher unwahrscheinlich, zum Saisonstart einen topfitten und gut aufgestellten Lucas Tousart zu erwarten, sowohl Fans als auch Verein werden da geduldig sein müssen. Ähnliches wird mit Abstrichen auch für Santiago Ascacibar gelten: Die Corona-Pause und seine anschließende Verletzung werden zu einem ähnlichen Fitness-Zustand geführt haben. Seine Qualitäten als klassischer Sechser könnten allerdings im Verlauf der kommenden Saison, vor allem im Hinblick auf den Abgang von Per Skjelbred, besonders wertvoll werden.

Braucht Hertha noch Verstärkung?

Auch Santiago Ascacibar hat lange gefehlt. (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Sowohl im offensiven, als auch im defensiven zentralen Mittelfeld gibt es also einige Unsicherheiten. Zwar klingt es zunächst sinnvoll, einen kreativen, offensivstarken zentralen Mittelfeldspieler zu holen, da es gerade dort nicht viele klare Optionen gibt. Doch mit der Rückkehr von Ondrej Duda, der Hochform von Vladimir Darida und den Qualitäten von Matheus Cunha ist die Baustelle in diesem Sommer womöglich etwas weiter hinten anzustellen.

Sowohl Ascacibar als Tousart sind für harte Zweikämpfe bekannt und sammeln regelmäßig Karten. Gelb- und womöglich auch Rot-Sperren sind vorprogrammiert, sodass die Möglichkeit besteht, dass beide zur selben Zeit nicht zur Verfügung stehen. Niklas Stark ist da sicherlich eine Option, um im defensiven Mittelfeld auszuhelfen, wenn in der Innenverteidigung kein Engpass besteht. Der junge Julian Albrecht aus der eigenen Jugend könnte ebenfalls seine Chance bekommen. Doch ein weiterer Spieler, der sowohl defensiv wie auch offensiv aushelfen könnte, würde eine mögliche Schwachstelle im „Herzstück“ der Mannschaft verhindern.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Hertha sehr daran interessiert ist, Marko Grujic wieder zur Verfügung zu haben. Der 24-Jährige kennt mittlerweile sowohl die Bundesliga als auch seine Mitspieler bestens und wäre sofort eine Verstärkung, so inkonstant diese sein mag. Wenn ein gutes Mittelfeld ein gutes Team bedeutet, wird Hertha jedenfalls auch im zentralen Mittelfeld sehr überlegt agieren müssen, um angemessen gerüstet für die neue Spielzeit zu sein. Andernfalls werden auch potenzielle millionenschwere Einkäufe im Sturm nicht ausreichen, um endlich eine sorgenfreie Spielzeit von Hertha BSC zu erleben.

Die wichtigsten Gerüchte um weitere Kandidaten im zentralen Mittelfeld könnt ihr in unserer Gerüchteküche verfolgen!

Kaderanalyse 19/20 – Herthas Außenverteidigung

Kaderanalyse 19/20 – Herthas Außenverteidigung

Eine turbulente Spielzeit hat am 27. Juni ihr Ende gefunden. Zwar hat COVID-19 alle Bundesliga-Team gleichermaßen getroffen, vor der Pandemie hat Hertha BSC das Rennen als von Krisen gebeutelster Verein aber zweifellos gemacht. Selten ist es in der vergangenen Saison um Sportliches gegangen, doch genau diesem Thema wollen wir uns mit dieser Artikelserie widmen: In unserer Kaderanalyse wollen wir die einzelnen Positionen genauer unter die Lupe nehmen und die Frage beantworten, ob Hertha dort nach Verstärkungen für die kommende Saison suchen sollte.

Herthas Außenverteidiger waren in den letzten Jahren eine Schlüsselposition unter Ex-Trainer Pal Dardai. Mitchell Weiser und Valentino Lazaro agierten als verkappte Spielmacher von der Rechtsverteidigerposition und kurbelten die Offensive von hinten an. Herthas aktuelle Außenverteidiger konnten das in dieser Saison keine gleichwertige Bedeutung für das Spiel ihrer Mannschaft erlangen, doch der Reihe nach.

Lukas Klünter – Zu wenig für Herthas Ansprüche

Die Tatsache, dass Lazaro 2018 vom offensiven Flügelspieler zum Abwehrspieler umgeschult wurde, lag daran, dass Lukas Klünter den damaligen Trainer Pal Dardai in der Saison 2018/19 nicht vollends überzeugen konnte. Doch Nachfolger Ante Covic wollte auf den schnellen Mann, der 2018 aus Köln nach Berlin kam, setzen. Unter ihm und auch seinem Nachfolger Jürgen Klinsmann machte er fast jedes Spiel. Die Alternative Peter Pekarik war am Anfang der Saison mit einer Wadenverletzung außen vor und so spielte Klünter trotz wenig überzeugender Leistungen. Wenn Klinsmann oder Alexander Nouri mit einer Dreierkette spielen ließen, war Klünter allerdings kein Teil davon, weder als rechter Part des Verteidigertrios noch als Schienenspieler davor. Der Wechsel von Nouri zu Labbadia bedeutete dann das Ende der Startelfeinsätze für Klünter.

Foto: IMAGO

Laut Medienberichten hat Klünter wenig Aussicht auf Spielzeit in der kommenden Saison unter Labbadia und dürfte somit vor dem Absprung stehen. Dabei waren seine Anfänge bei Hertha recht vielversprechend. Er wurde wohl vor allem wegen seiner Schnelligkeit verpflichtet – die 100 Meter läuft er in rekordverdächtigen 10,6 Sekunden – doch spielerisch hat es nie für die Ansprüche der Blau-weißen gereicht. Das liegt zum Teil wohl daran, dass Klünter auf einem außergewöhnlichen Weg in den Profifußball fand: Er ist nämlich einer der wenigen aktiven deutschen Bundesligaspieler, die nicht durch eine der zahlreichen Jugendakademien zum Profi wurden, sondern sozusagen als Quereinsteiger zu einem späteren Zeitpunkt in den Profifußball fand. Somit hatte er trotz seiner beeindruckenden Physis nicht dieselbe fußballerische Ausbildung wie andere genossen – und das sieht man: Weder defensiv noch offensiv konnte er vollends überzeugen, was vielleicht auch an Valentino Lazaro und Mitchell Weiser lag. Die beiden Vorgänger auf seiner Position zeigten regelmäßig, wie viel Einfluss ein guter Außenverteidiger auf ein Spiel haben kann, Klünter konnte ihnen hierbei nie das Wasser reichen.

Ein ehrlicher Arbeiter, der defensiv ein paar wirklich gute Auftritte hatte, aber Konstanz vermissen ließ und wenig Entwicklungspotenzial aufweist. Eigentlich ein idealer Backup, bei dem man keine großen Bauchschmerzen hätte, wenn er die Stammwahl für diese Position für ein bis zwei Spiele vertreten müssten, aber mit 24 Jahren wird Klünter diese untergeordnete Rolle nicht zusagen. Der Rechtsverteidiger will spielen und bei Hertha wird dies höchst wahrscheinlich nicht auf regelmäßiger Basis möglich sein, sodass eine Trennung als wahrscheinlich gilt.

Marius Wolf – Bleibt er?

Ein weiterer Kandidat für die Position rechts hinten ist der vom BVB ausgeliehene Marius Wolf. Dem Vernehmen nach will Hertha den Frankfurter Pokalsieger von 2018 für ca. 5 Millionen Euro verpflichten, während die Dortmunder eher eine zweistellige Summe wollen. Das Tauziehen könnte also noch ein wenig dauern. Doch ist Wolf überhaupt der Rechtsverteidiger, den Hertha sich wünscht? Was Labbadia von Wolf hält, ist schwer zu sagen, da der 25-Jährige seit dem Antritt des neuen Cheftrainers verletzt gewesen ist und noch keine Minute unter ihm gespielt hat. Marius Wolf kann auf der rechten Seite im Mittelfeld oder in der Verteidigung spielen. Er besticht durch Vorwärtsdrang und dynamisches wie laufintensives Spiel, doch hat er ähnlich wie Klünter immer wieder Schwächen in der Verteidigung offenbart. Allerdings unterlief auch den hochgelobten Weiser und Lazaro mal ein defensiver Lapsus, auch sie entwickelten eher in der Offensive ihre Stärken.

Eine fester Wechsel Wolfs dürfte trotzdem keine Verpflichtung eines weiteren Rechtsverteidigers verhindern, da Wolf wohl nicht exklusiv für die Abwehr eingeplant wäre. Die Frage bleibt, was genau Labbadia sich von seinem Außenverteidiger erwartet. Will er mehr Offensivdrang oder vertraut er lieber auf einen defensiv verlässlichen Verteidiger wie Pekarik? Da heißt es abwarten und schauen, wen Michael Preetz als neuen Rechtsverteidiger aus dem Hut zaubern wird, denn Labbadia hat da mit Sicherheit ein Wörtchen mitzureden.

Peter Pekarik – Mr. Zuverlässig

Unter Bruno Labbadia war Wolf verletzt und Lukas Klünter hat in neun Spielen zusammengerechnet nicht einmal über 90 Minuten auf dem Platz gestanden. Stattdessen spielte Routinier Peter Pekarik überraschenderweise wieder eine tragende Rolle. Dessen Vertrag wurde nun um ein Jahr verlängert, was ein weiteres negatives Signal an Klünter sein dürfte. Vor Labbadias Übernahme stand Pekarik in nur einem von 25 Spielen auf dem Platz (beim 2:1-Sieg in Paderborn) und war oftmals nicht einmal Teil des Kaders. Der vierte Trainer der Saison setzte aber dann auf Erfahrung und davon hat Pekarik schließlich reichlich: Der 33-jährige Slowake steht seit 2012 bei Hertha unter Vertrag, ist jetzt durch Thomas Krafts Abgang der dienstälteste Herthaner und hat immerhin 188 Bundesligaspiele und 91 Länderspiele absolviert.

Foto: IMAGO

Im 11-Freunde-Magazin wurde Pekarik kürzlich noch als einer der „Verlässlichen“ genannt, also einer der Spieler, auf die man immer setzen kann. Der Routinier mag tatsächlich nicht der Schnellste oder ein Dribbelkönig sein, doch Labbadia setzte auf ihn, weil er weiß, was er an ihm hat: Man kann nicht von ihm erwarten, dass er den Gegner in Grund und Boden läuft wie Darida oder hinten alles wegverteidigt wie sein Nebenmann Boyata, doch wird er stets eine anständige Leistung bringen – Aussetzer, die Punkte kosten, kennt man von „Peka“ quasi nicht. In seinen neun Bundesligaspielen diese Saison hat Pekarik das gezeigt und noch mehr: Er hat nämlich außerordentlichen Offensivdrang gezeigt und noch zwei Torvorlagen gegeben. Unvergessen war sein (missglückter) Schluss beim ersten Spiel nach dem Restart in Hoffenheim, der von Gegenspieler Bebou abgefälscht im Hoffenheimer Tor landete und somit den 3:0-Sieg einleitete.

Mit seinen Leistungen ließ Pekarik Labbadia auch gar keine andere Wahl als ihn weiter aufzustellen. Nun gehen der Slowake und Hertha etwas unverhofft gemeinsam auch in die kommende Saison. Pekarik wird auch 20/21 die Rolle des verlässlichen Backups ohne große Ansprüche einnehmen, der genau dann da ist, wenn man ihn braucht – und solche Spieler benötigt jede Mannschaft. Zudem wird Pekarik eine noch größere Vorbildsfunktion zuteil, da mit Thomas Kraft, Per Skjelbred, Salomon Kalou und Vedad Ibisevic zahlreiche andere Routiniers den Verein verlassen haben.

Zeefuik für rechts?

Pekarik bleibt also bei Hertha in der kommenden Saison, doch wird er wohl wieder als verlässlicher Backup dienen, auf den man zu jeder Zeit sorglos zurückgreifen kann. Stammspieler auf der rechten Abwehrseite soll ein neuer Mann werden. Michael Preetz ist momentan auf der Suche nach einem neuen und wohl jüngeren Rechtsverteidiger. Ein Name schwirrt seit über einem Monat umher: Deyovaisio Zeefuik vom FC Groningen (wohin Herthas Nachwuchstalent Daishawn Redan die letzten sechs Monate ausgeliehen war) könnte bei Hertha die vakante Stelle übernehmen. Der 22-jährige Niederländer mit surinamischen Wurzeln (übrigens genau wie Javairo Dilrosun) will unbedingt zu Hertha, doch der Wechsel scheint noch zu stagnieren. Zeefuiks eigener Wunsch dürfte Hertha bei den Verhandlungen in die Karten spielen, obwohl Southampton mit Trainer Ralph Hasenhüttl auch Interesse zu haben scheint. Auf jeden Fall werden es noch ein paar zähe Wochen werden bevor Labbadia sich selbst ein Bild von den Fähigkeiten des holländischen U21-Nationalspielers machen kann. Wie man in Video-Zusammenschnitten erkennen kann, wirkt der junge Niederländer in jedem Fall resolut in den Zweikämpfen – seine teils riskanten Tacklings erinnern an Torunarighas – aber auch von vielen temporeichen Flankenläufen und einer gewissen Übersicht lässt sich berichten.

Marvin Plattenhardt – Vorzug vor Mittelstädt?

Auf der linken Seite sieht die Situation ein wenig anders aus. Anders als auf rechts hat Hertha hier keinen Pekarik als Backup. Vielmehr hat Hertha hier zwei Konkurrenten, die beide schon lange in Berlin spielen und den Anspruch haben auf dem Platz zu stehen. Allerdings haben auch beide dieses Jahr auch nicht vollends überzeugt (aber welcher Herthaner hat das schon?).

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Marvin Plattenhardt ist seit mittlerweile sechs Jahren Herthaner und darf sich seit 2017 auch Nationalspieler nennen. Seine Nominierung durch Joachim Löw und seine mittlerweile sieben Länderspiele verdiente er sich durch solide defensive Arbeit aber auch seine gefürchteten Freistöße und Flanken. Seit der WM 2018 allerdings, bei der er nur beim schwachen Auftritt der DFB-Elf gegen Mexiko ran durfte und seitdem kein Spiel mehr für Deutschland bestritt, hat er auch bei Hertha nicht mehr zu alter Stärke finden können. Oft wirken seine Offensivbemühungen zu einbeinig und nicht variabel genug. Er traute sich nur noch selten, sich überhaupt in die Offensive einzubringen. Dem Linksverteidiger fehlte es offensichtlich an Selbstvertrauen. Er konnte nur noch selten überzeugen, weder unter Dardai, noch unter seinen Nachfolgern Covic, Klinsmann und Nouri.

Erst in den letzten Wochen unter Bruno Labbadia kam „Platte“ wieder auf Touren und brachte es am Ende der Saison immerhin auf fünf Vorlagen in 17 Bundesligaspielen (drei der Vorlagen in sieben Spielen unter Labbadia). Nur eine Gehirnerschütterung, erlitten im Spiel gegen Leipzig, nach welcher er doch noch vor seiner Auswechslung ein Tor per Ecke vorbereitete, hielten ihn davon ab, jedes Spiel unter dem momentanen Trainer zu absolvieren. Es scheint also, als setze Labbadia auf den mittlerweile 28-Jährigen und man hört auch nicht, dass Hertha sich nach einem weiteren Linksverteidiger umsieht. Das liegt wohl auch an der Alternative zu „Platte“: Maximilian Mittelstädt.

Maximilian Mittelstädt – Wieder nur erster Herausforderer?

Der Berliner Mittelstädt steht seit 2012 bei Hertha BSC unter Vertrag und hat in dieser Saison vier Vorlagen und ein Tor bei 26 Bundesligaspielen gesammelt. „Maxi“ spielt auch öfter als linker Schienenspieler oder im linken Mittelfeld und kann vor allem durch seine Dynamik und teils sehr clevere Zweikampfführung glänzen. Im Vergleich zu seinem Konkurrenten hat er trotzdem eine Vorlage weniger bei neun Spielen mehr aufzuzeigen, doch er hat immerhin ein Tor in dieser Saison erzielt: Beim 2:4 in der Hinrunde gegen RB Leipzig umdribbelte Mittelstädt einen Gegenspieler, um dann aus 21 Metern einen satten Schuss (101 km/h) im linken Toreck unterzubringen. Seinen Offensivdrang zeigte er auch in weiteren Spielen, zum Beispiel gegen Bremen: Im Hinspiel (1:1) bereitete er zum Beispiel ein Tor Lukebakios vor und traf selbst mit einem Weitschuss die Oberkante der Latte. Im Rückspiel (2:2) bereitete er mit einem satten abgewehrten Schuss das Tor zum 2:2 von Matheus Cunha vor.

Das Eigengewächs sucht öfter den Weg nach vorne, um Flanken zu schlagen oder selbst abzuziehen. Doch auch Mittelstädt konnte in dieser Saison nicht restlos überzeugen und zeigte nur selten sein wahres Potenzial. Zu oft tauchte er offensiv ab oder sah defensiv nicht immer glücklich aus. Mit seinen 23 Jahren gilt er Mittelstädt noch als Talent, sodass ihm seine Leistungsschwankungen eher verziehen werden, als bei Konkurrent Plattenhardt. Vor allem am Anfang der Saison war er nach der U21-EM noch nicht ganz fit, doch am Ende der Ära Covic fand Mittelstädt zu immer besserer Form. In der Saison 2019/20 brachte der ehemalige U21-Nationalspieler zwei Drittel seiner Dribblings erfolgreich durch (18 von 27), während sein Konkurrent Plattenhardt sich nur selten in Dribblings traute (taucht nicht in der Statistik auf) und eher den einfachen Pass suchte – oftmals nach hinten.

Über die gesamte Saison gesehen saß Mittelstädt, der übrigens im Alter von 15 Jahren von einem gewissen Ante Covic zu einem Wechsel zu Hertha überzeugt wurde, nur dreimal 90 Minuten auf der Bank, während Nationalspieler Plattenhardt dieses Schicksal zwölfmal traf. Unter dem aktuellen Trainer sind beide Spieler zum Einsatz gekommen, doch wenn beide fit waren – am Anfang des Re-Starts gegen Hoffenheim, Union und Leipzig – gab der Berliner Cheftrainer dem ehemaligen Nürnberger Plattenhardt den Vortritt. Ein Grund dafür kann sein, dass Labbadia in der schwierigen Phase nach dem Restart vor allem auf Erfahrung und Stabilität setzte (siehe Ibisevic, Pekarik) und man wird sehen müssen wie dieser Zweikampf nach einer kompletten Vorbereitung weitergeht.

Dem Vernehmen nach sucht Hertha auf jeden Fall nicht aktiv nach einem weiteren Linksverteidiger. Der Trainer und Manager vertrauen also auf die beiden vorhandenen Spieler, wohl auch im Wissen, dass mit dem 17-jährigen Luca Netz auch noch ein Riesentalent heranwächst. Ob dieser in der nächsten Saison bereits Minuten in der ersten Mannschaft sammeln kann, darf man bezweifeln, doch es scheint, als plane Hertha mittel- bis langfristig mit ihm.

Fazit

Herthas Außenverteidigung ist bisher zwar nicht unbedingt das Prunkstück der Mannschaft, doch auf links sieht es aus, als gehe Hertha mit den beiden bisherigen Spielern (Mittelstädt und Plattenhardt) in die neue Saison. Hier wird es zu einem offenen Zweikampf kommen, während es auf rechts eher nach Veränderung aussieht: Pekarik hat verlängert und wird sich als routinierter Backup auf die Bank setzen, während Klünter den Verein aufgrund mangelnder Perspektive womöglich verlässt. Wolf könnte bei einem passenden Angebot Herthas bleiben, doch es wird definitiv noch ein Rechtsverteidiger verpflichtet werden. Das wird auch dringend nötig sein, um die neuen Ansprüche zu untermauern.

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Kaderanalyse 2019/20 – Herthas Innenverteidigung

Kaderanalyse 2019/20 – Herthas Innenverteidigung

Eine turbulente Spielzeit hat am 27. Juni ihr Ende gefunden. Zwar hat COVID-19 alle Bundesliga-Teams gleichermaßen getroffen, vor der Pandemie hat Hertha BSC das Rennen als von Krisen gebeutelster Verein aber wohl gemacht. Selten ist es in der vergangenen Saison um Sportliches gegangen, doch genau diesem Thema wollen wir uns mit dieser Artikelserie widmen: In unserer Kaderanalyse wollen wir die einzelnen Positionen genauer unter die Lupe nehmen und die Frage beantworten, ob Hertha dort nach Verstärkungen für die kommende Saison suchen sollte.

Nachdem wir uns im ersten Teil dieser Artikelserie den Torhütern gewidmet haben, folgen nun die Innenverteidiger der „alten Dame“. Auch auf dieser Position haben die Spieler in der zurückliegenden Saison einige Höhen und Tiefen erlebt, hervorgegangen ist letztendlich aber ein festes Duo, das auch in der kommenden Spielzeit zunächst die besten Karten für einen Stammplatz haben wird.

Dedryck Boyata – Herthas Spieler der Saison?

Von null auf hundert. Im vergangenen Sommer ist Dedryck Boyata ablösefrei von Celtic Glasgow nach Berlin gewechselt – Der Belgier schien die Rolle des abgewanderten Fabian Lustenbergers übernehmen zu sollen: Der erfahrene Recke, der sich ohne Murren auf die Bank setzt und bei einem personellen Engpass bereit steht. Quasi der solide Unterbau für die Innenverteidigung, die eigentlich mit den jüngeren und bereits etablierten Torunarigha, Stark und Rekik besetzt werden sollte. Hinzu kam, dass heute 29-Jährige aus einer langen Verletzung zu Hertha kam, die ihn in Glasgow von Ende März bis Mitte Juli außer Gefecht gesetzt hatte. Dem belgischen Nationalspieler war ohnehin eine gewisse Verletzungsanfälligkeit attestiert worden, die auch sogleich nach seiner Ankunft in Berlin wieder zuschlug: Oberschenkelprobleme, die Boyata schon in der Vergangenheit immer wieder geplagt haben, ließen den Innenverteidiger beinahe die komplette Vorbereitung bei seinem neuen Verein verpassen.

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Auch die ersten drei Spieltage der Saison 2019/20 verpasste Boyata verletzungsbedingt. Am 4. Spieltag bot Trainer Ante Covic gegen den FSV Mainz 05 einer Dreierkette in der Innenverteidigung auf, die Boyata sogleich in die Startelf spülte. Zwar gab es bei der 1:2-Niederlage nur wenig positives festzuhalten, Boyatas Leistung gehört allerdings dazu. Herthas Nummer 20 brauchte keinerlei Anlauf, um sofort Präsenz im Spiel der „alten Dame“ zu haben, sowohl mit seinem dynamischen und robusten Zweikampfverhalten als auch in der pressingresistenten Spieleröffnung zeigte er gute Ansätze. Nach diesem Spiel war Boyata nicht mehr wegzudenken – Bis auf drei Partien, in denen er gelb-gesperrt oder verletzt fehlte, stand der Belgier die gesamte Rest-Saison in der Startelf. Boyata hatte sich vom vermeintlichen Innenverteidiger Nummer vier zur größten Konstante im Herthaner Spiel entwickelt.

Mit einer überragenden Konstanz und allen nötigen Werkzeugen eines Innenverteidigers hat Boyata sich seinen Stammplatz in der Innenverteidigung redlich verdient. In einer mehr als turbulenten Saison mit teils vogelwilden Auftritten und sich immer wieder verändernden Aufstellungen war auf den 29-Jährigen stets Verlass. Egal, welche Statistik man heranzieht – Boyata gehörte in der vergangenen Saison zu den besten Innenverteidigern der Liga, was bei Herthas phasenweise katastrophaler Saison noch um ein vielfaches höher zu bewerten ist. Zweikampfranking: Platz elf; Luftzweikampf: Platz zehn; Tacklingquote: Platz zwei; Geklärte Situationen: Platz drei; Abgefangene Bälle: Platz 14; Geblockte Bälle: Platz zehn. Gleichzeitig ist Boyata bei den begangenen Fouls pro Spiel gerade einmal Platz 190 von 258 und bei den Fehlern vor einem Gegentor auf Rang 62 von 70. Hinzu kommt eine durchschnittliche Passquote von 89,4% – Platz 14 im ligaweiten Vergleich. Kurzum: Boyata hat eine atemberaubend starke Saison gespielt, Hertha durch seine Defensivleistungen und immerhin vier Saisontore zahlreiche Punkte gerettet und sich für das interne Rennen um die Auszeichnung als „Spieler der Saison“ weit nach vorne geschoben. Der Abwehrmann verfügt über keinen spektakulären Spielstil, welcher allerdings auch gar nicht nötig ist. Mit Jordan Torunarigha, mit der seit dem Re-Start der Liga ein herausragendes Duo bildete, hat Boyata jemanden an seiner Seite, der für die spielerischen Elemente sorgt. In der Form 19/20 ist Boyata keinesfalls mehr aus der Hertha-Stammelf wegzudenken – Ein Stabilisator, ein Anker, jemand, an dem sich die Mitspieler orientieren und aufrichten können. In nur einer Saison hat sich Boyata zu einer absoluten Stütze der Mannschaft entwickelt.

Jordan Torunarigha – Endlich etabliert?

Bei Jordan Torunarigha hat es nie Zweifel an dessen Talent gegeben, nur ob es den Zeitpunkt für den endgültigen Durchbruch bei Hertha geben wird. In der Saison 18/19 kam das Berliner Eigengewächs auf nur 14 Einsätze, gemessen an seinem Potenzial eine mehr als dürftige Bilanz. Und auch in der vergangenen Spielzeit sollte sich der 22-Jährige zunächst einmal hinten anstellen müssen, da sich Covic auf Rekik und Stark als primäre Varianten für die Innenverteidigung festlegte. Nachdem Torunarigha einen enttäuschenden Auftritt als Linksverteidiger in der 1. DFB-Pokalrunde hinlegte, war die Startelf erst einmal kein Thema mehr.

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In der Hinrunde der zurückliegenden Saison ist Torunarigha nur zweimal zum Einsatz gekommen: Im bereits erwähnten Spiel in Mainz gehörte der Innenverteidiger zur Startelf, am 8. Spieltag stand er gegen Werder Bremen nur eine einzige Minute auf dem Feld. In 13 von 17 Hinrundenspielen saß er auf der Reservebank, zweimal stand er gar nicht im Kader. Am 15. Spieltag fehlte Torunarigha, weil er für die zweite Mannschaft auflief, um zumindest irgendeine Form der Spielpraxis zu erlangen. Ein großes Highlight sollte er im Jahr 2019 allerdings noch verbuchen können, als er im DFB-Pokal gegen Dynamo Dresden den so wichtigen 3:3-Ausgleichstreffer in der allerletzten Sekunde der Verlängerung erzielte und damit das so dramatische Weiterkommen ermöglichte.

Für Torunarigha sollte sich das Blatt in der Rückrunde wenden – durch Verletzungen seiner Konkurrenten in die Startelf gespült setzte er sich in eben jener fest. Ab dem 18. Spieltag war das Eigengewächs nur zweimal kein Teil der ersten Elf, endlich scheint er sich zum Stammspieler gemausert zu haben. Mit seinem Kopfballtreffer am 19. Spieltag sicherte er wichtige drei Punkte gegen den VfL Wolfsburg (2:1), ansonsten sorgte er gemeinsam mit Boyata dafür, dass Hertha möglichst wenig Treffer kassierte. Sein Leistungsniveau sollte nach dem Re-Start und mit dem Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Bruno Labbadia aber noch einmal einen gewaltigen Sprung machen: Ab dem 26. Spieltag war die Berliner Innenverteidigung ein absolutes Bollwerk – ob am Boden oder in der Luft – Torunarigha und Boyata waren kaum zu überwinden. Dabei stehen die Statistiken der Nummer 25 im Vergleich zu Boyatas Zahlen in kaum etwas nach bzw. in manchen Disziplinen steht er sogar noch besser da: Zweikampfranking: ligaweit Platz 15; Luftzweikampf: Platz sechs; Tacklingquote: Platz 17; Geklärte Situationen: Platz 16; Abgefangene Bälle: Platz 40; Geblockte Bälle: Platz sieben.

Bei der Statistik bzgl. der Fehler vor einem Gegentor taucht Torunarigha gar nicht erst auf, bei der Passquote belegt er immerhin noch Rang 45, welcher auch deshalb merklich schlechter als der von Boyata ist, weil der 22-Jährige sich deutlich mehr lange und riskante Bälle im Spielaufbau zutraut, die von Natur aus seltener ankommen. Torunarigha pflegt einen eher aufsehenerregenden Spielstil, indem er den Ball auch gerne einmal weit in die gegnerische Hälfte trägt, viele Seitenverlagerungen spielt und den Ball im allerletzten Moment noch klärt. All diese Eigenschaften lassen den Linksfuß vollkommen zurecht in Herthas Stammelf stehen, denn niemand anderes im Team verfügt über das spielerische Talent Torunarighas. Des Weiteren hat sich der noch junge Abwehrspieler in seinen Leistungen deutlich stabilisiert, Ausreißer nach unten gibt es kaum noch. In dieser Form gibt es kein Vorbeikommen an ihm, auch wenn er sein Formhoch in der kommenden Saison erst einmal wieder bestätigen muss, um sich endgültig festzuspielen.

Niklas Stark – Erst einmal hinten anstellen

Es wäre legitim, Niklas Stark als Gesicht der vergangenen Saison heranzuziehen: Mit ordentlich Potenzial unter der Haube hoffnungsvoll in die Spielzeit gestartet, brutal aufs Gesicht gefallen, Verletzungsprobleme, mehr Enttäuschungen als alles andere, letztendlich aber ein versöhnliches Ende, das Hoffnung für die kommende Saison macht. Stark, im Sommer mit 24 Jahren an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere angekommen, ging als neuer Vizekapitän in die Saison 19/20 – eine Funktion mit viel Verantwortung, da bereits klar war, dass Kapitän Vedad Ibisevic längst nicht alle Spiele von Anfang an machen würde, sodass seine Vertretung oftmals als Spielführer in die Partie gehen wird.

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Es war die Saison, in der sich Stark „endgültig“ in seiner Güteklasse einfinden sollte – ein Spieler der gehobenen Bundesliga-Mittelklasse oder doch ein Mann für größere Aufgaben? Nachdem Nationaltrainer Joachim Löw mit Jerome Boateng und Mats Hummels zwei verdiente Innenverteidiger in den Ruhestand geschickt hatte, war auch Stark einer der Namen, die für die Anwärter dieser Position gehandelt wurden – sicherlich nicht so hoch wie ein Niklas Süle, Antonio Rüdiger oder Matthias Ginter, aber für einen Platz auf der Bank schien es bei ansprechenden Leistungen reichen zu können. Stark startete allerdings wie die gesamte Hertha-Mannschaft möglichst unglücklich in die Saison: Nach dem 2:2-Auswärtserfolg beim FC Bayern München folgten drei Niederlagen, besonders beim 0:3 auf Schalke sah Herthas Defensive amateurhaft aus – ein Tag, an dem es eigentlich nicht einmal einen Gegner gebraucht hat, um zu verlieren, schließlich erzielte Stark das 0:1 selbst, das 0:2 steuerte Nebenmann Rekik bei. Ein katastrophaler Saisonstart, der die Blau-Weißen sofort unter Druck setzte und Stark in ein tiefes Leistungsloch fallen ließ. Zwar stand der 25-Jährige in den meisten Hinrundenpartien als Startelfspieler auf dem Platz, zufriedenstellende Darbietungen zeigte der Innenverteidiger allerdings seltenst. „Stark nicht nahe genug bei seinem Gegenspieler“, „Stark kommt nicht in den Zweikampf“, „Da lässt sich Stark zu leicht austanzen“ – Diese Sätze fielen in der Hinrunde in beinahe jedem Spiel, Stark wurde immer mehr zu einem Schatten seiner selbst.

Dazu passte auch seine Odyssee beim DFB-Team: 2019 war Stark für jedes Länderspiel der Deutschen nominiert – insgesamt acht Mal – sein Debüt gab er allerdings erst Ende November gegen Nordirland, wo er für die letzten 25 Minuten eingewechselt worden war. Zuvor hatte ihn Löw sechs Mal nicht eingesetzt, doch danach angekündigt, Stark endlich sein Debüt schenken zu wollen – Dann spielte aber Starks Körper in fast schon komödiantischer Weise nicht mit. Gegen Argentinien im Oktober sollte Stark von Anfang an spielen, er fehlte jedoch aufgrund einer Schleimhautentzündung. Dann sollte der Abwehrmann wenige Tage später gegen Estland starten, doch Stark war in der Nacht zuvor im Dunkeln gegen eine Tischkante gelaufen, wobei er sich das Schienbein aufschnitt – erneut kein Debüt. Für die Länderspiele gegen Weißrussland und Nordirland wurde Stark erneut nominiert, das erste Spiel musste er allerdings auch absagen, weil er sich zuvor im Spiel gegen RB Leipzig das Nasenbein gebrochen hatte. Gegen Nordirland war es dann endlich so weit – auch wenn Stark mit einer Gesichtsmaske auflaufen musste.

Im Verein lief es für Stark ähnlich durchwachsen. Zwar begann der Vizekapitän die Rückrunde als Stammspieler, Verletzungen und eine Gelbsperre ließen ihn aber zahlreiche Spiele verpassen. Auch seine Leistungen waren erneut ein Spiegelbild der Teamverfassung. Es war die chaotische Phase, in der Jürgen Klinsmann urplötzlich hinschmiss und Nouri eine zutiefst verunsicherte Mannschaft übernahm, welche er nicht stabilisiert bekam – Hertha verlor 1:3 gegen Mainz, gewann holprig 2:1 gegen Paderborn und ging mit 0:5 gegen Köln unter – Stark dabei stets im Epizentrum: der höchst wackeligen Abwehr, der er keinerlei Stabilität verleihen konnte. Zumindest beim 2:2 gegen Werder Bremen am 25. Spieltag konnte der Innenverteidiger mit seinem einzigen Treffer der Saison zu einem Punktgewinn beitragen. Auch beim Re-Start war Stark einer der unglücklichen Protagonisten: Neben Marius Wolf war er der einzige aus dem Kader, der sich zweimal in einer 14-tägige Quarantäne begeben musste, sodass es ihm gar nicht möglich war, sich für Labbadia zu empfehlen. Die Spiele gegen Union Berlin, Leipzig und den FC Augsburg verpasste Stark aufgrund einer Adduktorenverletzung, in der Phase hatten sich Torunarigha und Boyata als Stamm-Duo in der Innenverteidigung bereits festgespielt. Doch hier folgt der versöhnliche Teil der so unglücklichen Saison Starks. Gegen Eintracht Frankfurt (31. Spieltag, 1:4) sah Boyata die rote Karte, sodass Stark aufs Feld gebracht wurde. Zwar konnte er nichts mehr an der deutlichen Niederlage ändern, aber im darauffolgenden Spiel in Freiburg stand er erste Mal seit dem 25. Spieltag wieder in der Startelf und Stark machte seine Sache sehr ordentlich. Auch in den letzten beiden Spielen der vergangenen Saison durfte Stark beginnen, aufgrund der Personallage allerdings im defensiven Mittelfeld. Auch auf dieser Position machte Herthas Nummer fünf einen guten Eindruck.

Zum Ende hin hat sich Stark bei Trainer Labbadia also noch einmal empfohlen – eventuell sogar für eine Position, für die er grundsätzlich gar nicht vorgesehen war. Es war eine mehr als nur durchwachsene Saison für Stark, der maximal unglücklich in diese gestartet ist, große Probleme unter Klinsmann hatte, zwischenzeitlich in den Medien mit einem Vereinswechsel kokettierte und nach der langen Zeit abseits des Mannschaftstraining kein Vorbeikommen an Torunarigha und Boyata sah. Nun werden die Karten jedoch neu gemischt und jeder Spieler hat in der Vorbereitung die Chance, sich aufzudrängen. Stark hat sich sehr lobend über die Art und Arbeit von Labbadia geäußert, nach einem Form -und Stimmungstief scheint er wieder angreifen zu wollen. So ist Stark zwei Wochen früher als seine Mannschaftskollegen in die Sommervorbereitung gestartet – der Konkurrenzkampf ist eröffnet.

Karim Rekik – Ein verlorenes Jahr

Zugegeben, die Reihenfolge, in der die Saison des jeweiligen Innenverteidigers besprochen wird, ist nicht zufällig gewählt. Karim Rekik ist zwar zusammen mit Niklas Stark als Stamminnenverteidigung in die Saison 19/20 gegangen, am Ende dieser aber auf Platz vier im internen Ranking durchgereicht worden. Der Niederländer, bereits in der Saison zuvor mit einer durchwachsenen Leistung, hat solch ein gebrauchtes Jahr hinter sich, dass im Sommer sogar der Abschied nach drei gemeinsamen Jahren erfolgen könnte.

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Wie auch bei Mannschaftskollege Stark begann die Saison insofern positiv, als dass sich Trainer Covic für die linke Innenverteidiger-Position auf Rekik festgelegt hatte und diesen die ersten drei Bundesliga-Partien über 90 Minuten spielen ließ. In diesen Begegnungen sah der 25-Jährige aber genauso wie Stark sehr unglücklich aus, sodass Herthas damaliger Trainer sich gezwungen sah, etwas zu verändern und Rekik von Spieltag vier bis einschließlich sieben auf die Bank zu setzen. Genau in diesen Spielen hatte Hertha seine beste Phase unter Covic (eine Niederlage, drei Siege) und kassierte auch nur drei Gegentreffer. Die guten Leistungen Boyatas schienen einer Wachablösung in der Innenverteidigung gleichzukommen, denn der Belgier zeigte all die Eigenschaften, die vor zwei Jahren noch so sehr an Rekik geschätzt wurden: Resolutes Zweikampfverhalten, perfekt getimte Grätschen, sauberes Passspiel, kaum bis gar keine Fehler. In den beiden darauffolgenden Partien fand Rekik aufgrund der Verletzung von Stark wieder zurück in die Startelf, ohne aber wirklich zu überzeugen, sodass zunächst ein reger Wechsel zwischen Bank -und Startelfplatz stattfand.

Mit dem Wechsel von Covic zu Jürgen Klinsmann veränderte sich auch Rekiks sportliche Lage für eine gewisse Dauer. Klinsmann ließ den Niederländer in seinen ersten fünf Partien als Hertha-Coach von Anfang auflaufen, was Rekik mit zumindest soliden Leistungen in einem extrem defensiven, damit aber auch kompakten Gebilde und dem Siegtreffer gegen Bayer Leverkusen (1:0, 16. Spieltag) dankte. Zum Rückrundenbeginn musste Rekik allerdings wieder mit der Bank vorlieb nehmen, Torunarigha hatte sich zum Stammspieler entwickelt und dies mit starken Vorstellungen untermauert. So mutete es auch eigenartig an, als Interimstrainer Alexander Nouri in drei seiner vier Partien wieder auf Rekik setzte – auch weil dieser bei den Spielen gegen Paderborn (2:1), Köln (0:5) und Düsseldorf (3:3) kein gutes Bild abgab. Wie auch Stark musste Rekik beim dritten Trainerwechsel der Saison verletzt zusehen, wie sich Torunarigha und Boyata zum neuen Stammduo in der Innenverteidigung mauserten. Eine Innenbanddehnung im Knie setzte den Niederländer die ersten vier Spiele unter Labbadia außer Gefecht, doch auch nach seiner Genesung fand Rekik nicht ein einziges Mal mehr in den Kader. Am Ende der Saison verbuchte er damit lediglich 14 Spiele, zuletzt gab Labbadia sogar den Talenten Marton Dardai und Omar Rekik (Karims kleiner Bruder) den Vorzug.

Nach dieser enttäuschenden Saison soll sich Rekik ernsthaft mit einem Abschied auseinandersetzen. Demnach soll er von seinem Berater in England, Spanien und Deutschland angeboten worden sein, berichtet Bild. Der 25-jährige Niederländer hat zwar noch ein Jahr Vertrag in Berlin, im Endspurt der vergangenen Saison hat sich Rekik allerdings zu Innenverteidiger Nummer vier in der internen Hierarchie entwickelt. „Mit mir hat noch niemand gesprochen. Ich fühle mich in Berlin total wohl. Auch mit dem Trainer-Team komme ich super klar“, sagte er, aber solche Statements und ihr Wahrheitsgehalt kennt der geneigte Fußballfan zu genüge. Die Perspektive für Rekik sieht in der kommenden Saison alles andere als gut aus und so scheint es nicht unwahrscheinlich, dass er sich sportlich verändern will und Hertha in Hinsicht auf seinen auslaufenden Vertrag noch eine Ablöse einstreichen will, zumal mit Dardai und Bruder Omar Rekik zwei vielversprechende Innenverteidiger-Talente in den Startlöchern stehen. Es könnte also zum Abschied nach drei gemeinsamen Jahren kommen.

Fazit

Auch wenn zwei der vier Profi-Innenverteidiger bei Hertha eine Saison zum Vergessen hinter sich haben, ist hier keine Baustelle aufzumachen. Mit Jordan Torunarigha und Dedryck Boyata hat sich möglicherweise eins der besten Innenverteidigerduos der Liga gefunden, zudem wird Niklas Stark höchst motiviert sein, seinen Platz zurückzugewinnen, sodass ein lebendiger Konkurrenzkampf zu erwarten ist. Selbst wenn Karim Rekik den Verein im Sommer verlassen sollte, ist nicht mit einer Neuverpflichtung für diese Position zu rechnen, da Labbadia mit einer Viererkette, als nur zwei Innenverteidigern spielen lässt und mit Marton Dardai (18, vergangene Saison sechs Mal im Profikader dabei gewesen) wie auch Omar Rekik (18, dreimal dabei gewesen) zwei verheißungsvolle Talente in die erste Mannschaft drängen. Hertha ist in der Innenverteidigung für die kommende Saison als gut aufgestellt, die Baustellen des Kaders liegen woanders.

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Torhüter

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Torhüter

Eine turbulente Spielzeit hat am 27. Juni ihr Ende gefunden. Zwar hat COVID-19 alle Bundesliga-Team gleichermaßen getroffen, vor der Pandemie hat Hertha BSC das Rennen als von Krisen gebeutelster Verein aber zweifellos gemacht. Selten ist es in der vergangenen Saison um Sportliches gegangen, doch genau diesem Thema wollen wir uns mit dieser Artikelserie widmen: In unserer Kaderanalyse wollen wir die einzelnen Positionen genauer unter die Lupe nehmen und die Frage beantworten, ob Hertha dort nach Verstärkungen für die kommende Saison suchen sollte.

Auf kaum einer Position gibt es bei Hertha BSC mehr Gerüchte, als um den Torwart. Dabei ist die langjährige Nummer eins noch unter Vertrag. Viel wichtiger also, als die zahlreichen Gerüchte zu kommentieren, wollen wir im ersten Teil unserer Sommer-Kaderanalyse auf die so wichtige und lang unumstrittene Torhüterposition bei der „alten Dame“ blicken.

Das Ende der Jarstein-Zeit?

Seit Ende 2015 gab es bei Hertha keine echte Torwartdiskussion mehr, und das ist vor allem einem Mann zu verdanken: Rune Jarstein. Durch seine Zuverlässigkeit, seine Paraden aber vor allem auch durch seine Strafraumbeherrschung und ruhige Ausstrahlung glänzte er immer wieder. Herthas Turm in der Schlacht, der den Berlinen so manchen Punkte rettete. In Frage gestellt wurde er in dieser Zeit eigentlich kaum, warum auch? Mit Jarstein musste sich kein Hertha-Fan Sorgen machen, dass die Position der Nummer eins nicht perfekt besetzt sei.

Jarstein mit ungewohnten Patzern in der Saison 2019/2020. (Foto: Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images)

Im Laufe der wohl chaotischsten Hertha-Saison seit Langem wandelte sich das Bild allerdings etwas. Zum Saisonstart konnte man dem Norweger nur wenig vorwerfen, obwohl er bereits nach wenigen Spieltagen viel zu oft hinter sich greifen musste. Am 12. Spieltag gegen Augsburg jedoch sorgte er mit einem schlimmen Patzer für das 0:2 und kassierte dabei die rote Karte. Scheinbar hatte die Krise nun auch seine Selbstverständlichkeit angegriffen, wirklich verübeln konnte man es ihm aber kaum. Jarstein saß seine Sperre ab und kehrte anschließend zurück ins Hertha-Tor, wo er seine gewohnt stabilen Leistungen zeigte. Die Rückrunde allerdings verlief nicht nur für Hertha chaotisch, sondern auch für den Schlussmann. Am 22. Spieltag in Paderborn kassierte er einen Treffer im kurzen Winkel zum zwischenzeitlichen 1:1. Beim 0:5 Debakel gegen den 1. FC Köln sah er insbesondere beim 0:3 nicht gut aus und ging mit dem Rest der Mannschaft komplett unter. Ihm war die Verunsicherung anzumerken und es hieß im Hertha-Umfeld, der Norweger leide ganz besonders unter dem Stress der vielen T(orwart)rainerwechsel.

Alexander Nouri wechselte daraufhin für seine zwei letzten Spiele als Hertha-Coach auf der Torhüter-Position und ließ Thomas Kraft ran. Erst nach dem „Re-Start“ unter Bruno Labbadia stand Rune Jarstein wieder im Hertha-Tor, patzte allerdings nochmal gegen RB Leipzig und Freiburg, bevor er dem jungen Dennis Smarsch den Platz im letzten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach überließ, um bei der Geburt seines Kindes dabei sein zu können.

Dieses Mal gab es also keine sorgenfreie Saison für Rune Jarstein, der mit 35 Jahren auch nicht mehr der Jüngste ist. „Die Krake“ hat bereits jetzt die jüngere Geschichte von Hertha BSC als Torhüter geprägt: 156 Bundesliga-Einsätze, davon 47 ohne Gegentreffer. Er ist nach den Hertha-Torwartlegenden Christian Fiedler (271 Einsätze), Gábor Király (252 Einsätze) und Walter Junghans (180 Einsätze) der Keeper mit den meisten Einsätzen für den Hauptstadtclub (171). Das Ende der Jarstein-Zeit könnte aber bereits im Sommer erreicht sein. Doch noch ist nicht abgepfiffen und der Norweger könnte sich erneut gegen seine Konkurrenz durchsetzen. Abgeschrieben wurde er bei Hertha BSC schließlich schon einmal, und meldete sich eindrucksvoll zurück.

Verfrühtes Karriereende für Thomas Kraft

War mitverantwortlich für die Aufholjagd bei Fortuna Düsseldorf: Thomas Kraft. (Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images)

Mit seinen 32 Jahren ist Thomas Kraft zwar deutlich jünger als sein norwegischer Mannschaftskollege, doch im Sommer ist Schluss mit dem Konkurrenzkampf. Der Spieler mit der Nummer „1“ im Rücken wechselte im Sommer 2011 zu Hertha BSC, spielte als Stamm- und Ersatzkeeper viele Jahre für die „alte Dame“. Kein einziges Mal beklagte er öffentlich seine Stellung als zweite Wahl hinter Rune Jarstein und war für die Mannschaft auch in der Kabine ein wichtiger Faktor.

Viele Einsätze hatte der Hertha-Veteran in dieser Saison allerdings nicht, trotz der vielen Trainerwechsel und der Verunsicherung Rune Jarsteins. Nur fünf Pflichtspieleinsätze bekam Kraft, nutzte diese jedoch, um sich im Pokal-Krimi gegen Dresden zum Elfmeterhelden zu krönen und in der Halbzeitpause in Düsseldorf (Stand 0:3) die gesamte Mannschaft wachzurütteln. Erinnerungswürdig bleibt auch seine Pointe in Bezug auf Jürgen Klinsmanns Spielerbewertungen im Training.

Bereits Ende Mai war aber für ihn aufgrund von Rückenproblemen die Saison zu Ende. Auffällig war, dass ihn in den letzten Jahren immer wieder kleinere gesundheitliche Probleme bremsten. Seine Entscheidung, seine Karriere zu beenden kam trotzdem etwas überraschend. Kraft verlässt Hertha BSC als dienstältester Herthaner, als ein Spieler, der Berlin lieben und leben lernte. Er hinterlässt den Eindruck eines Musterprofis, eines mannschaftsdienlichen, sympatischen und ehrlichen Mannes, der sowohl im Team als bei den Fans vermisst werden wird. Wir wünschen ihm an dieser Stelle nochmal alles Gute und bedanken uns für die zahlreichen Jahre seines Einsatzes!

Dennis Smarsch und Nils Körber – „Berliner Jungs“ nur zweite Wahl?

Der gebürtige Berliner konnte seinen Pflichtspieldebüt im desaströsen Auswärtsspiel in Augsburg feiern. Beim Stand von 0:2 wurde er eingewechselt, konnte aber die Niederlage in Unterzahl und das Aus für Trainer Ante Covic natürlich nicht verhindern. Nach dem „Re-Start“ saß er auf der Bank, da Thomas Kraft nicht zur Verfügung stand. Somit ersetzte er Rune Jarstein in der letzten Partie der Saison und konnte auch zum ersten Mal in der Profi-Startelf stehen.

Smarsch war zuletzt Nummer zwei, soll aber in die dritte Liga wechseln. (Foto: Wolfgang Rattay/POOL/AFP via Getty Images)

Eigentlich also eine vielversprechende Situation für den 21-Jährigen, doch für die Nummer eins im Tor oder sogar nur Nummer zwei sollte es nicht reichen. Auffällig sind insbesondere seine Athletik und Physis (1,95 Meter groß), die ihm jedoch das eine oder andere Mal auch beim Abtauchen bremsten. Für die Hertha-Verantwortlichen scheint es jedenfalls nicht auszureichen. Die Suche nach einem neuen, bundesligatauglichen Keeper läuft bereits, sodass für Smarsch zumindest für die nächste Saison die Hoffnung auf Profieinsätze deutlich gesunken ist. Beim Eigengewächs stehen die Zeichen also auf Abschied, der 1.FC Saarbrücken sowie Türkgücü München sollen interessiert sein.

Die Rückkehr von Nils Körber an die Spree wird die Chancen von Smarsch auch nicht gesteigert haben. Der 23-Jährige kehrt nach seiner Leihe beim VFL Osnabrück zurück, wo er zunächst in der zweiten Liga gesetzt war, aufgrund mehrerer Verletzungen jedoch seinen Stammplatz verlor und nur noch zu vereinzelten Einsätzen kam. Ob die gesammelte Erfahrung der zwei letzten Jahre für den gebürtigen Berliner ausreichen, um sich gegen Rune Jarstein und den noch unbekannten Neuzugang durchzusetzen, erscheint zunächst als eher unwahrscheinlich. Trotzdem hat Körber die Möglichkeit, sich in der Saisonvorbereitung zu empfehlen und sogar für eine Überraschung zu sorgen.

Wer bekommt die Nummer eins im Rücken?

Thomas Kraft hat seine Karriere beendet, Dennis Smarsch soll den Verein verlassen und weder Rune Jarstein noch Nils Körber sind sicher als Nummer eins etabliert. Es ist also tatsächlich wieder Zeit für eine echte Torhüterdiskussion, mit einer brodelnden Gerüchteküche und wild herumfliegenden Namen. Hertha BSC wird mit zahlreichen Kandidaten in Verbindung gebracht, wobei mit großer Wahrscheinlichkeit nur ein sehr geringer Anteil davon tatsächlich stimmen sollte. Wir wollen an dieser Stelle keine lange Diskussion um alle angeblichen Kandidaten führen. Stattdessen empfehlen wir euch unsere regelmäßig aktualisierte Gerüchteküche

Was fest steht: Hertha braucht einen neuen Keeper. Die neue Torhüter-Diskussion sollte möglichst kurz gehalten werden, um so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen und weiteren Chaos zu vermeiden. Ob ein großer oder „kleiner“ Name, ob ablösefrei oder hohe Ablöse, Hertha wird einen neuen Torhüter holen müssen. Die Trikotnummer „1“ ist jedenfalls erstmal wieder frei.

Gerüchteküche Sommer 2020 – Stand: 10.8.

Gerüchteküche Sommer 2020 – Stand: 10.8.

Es ist mal wieder so weit: Der Transfersommer steht an und damit wird es auch so richtig hitzig in der Gerüchteküche. Besonders die beiden Umstände, dass Hertha aufgrund der Tennor-Millionen finanziell deutlich besser als viele Konkurrenten aufgestellt ist und das Transferfenster Corona-bedingt bis zum 5. Oktober offen sein wird, lässt die Marktschreier besonders laut krakeelen. Da kommt man bei all den gehandelten Namen gerne durcheinander – Wir wollen Abhilfe schaffen und in diesem regelmäßig aktualisierten Artikel alle einigermaßen seriösen Transfergerüchte zusammenfassen und ggf. einordnen.

„Corona wird den Markt verändern, es wird ein langes Transferfenster geben“, prognostizierte Geschäftsführer Sport Michael Preetz zuletzt. Im Juli sind zudem weitere 50 Millionen Euro von Investor Tennor zur Verfügung gestellt worden, die größtenteils in die Verstärkung der Mannschaft fließen sollen – Herthas Position auf dem Markt verändert sich somit gravieren, denn in einer Zeit, in der viele Klubs aufgrund der finanziellen Auswirkungen von COVID-19 kaum Geld in die Hand werden nehmen können, steht der Hauptstadtverein wirtschaftlich so gut wie noch nie da. Sprich: Viele Klubs werden sich in den kommenden Monaten zurückhalten müssen, für Hertha geht es hingegen in einen hochspannenden und wohl sehr ereignisreichen Sommer. Wir wollen für euch alle Gerüchte, die es denn wert sind, in diesem Artikel festhalten und – wenn möglich – kurz einordnen.

9.8. – Hertha Favorit auf McKennie-Transfer?

In den vergangenen Wochen ist Hertha BSC immer wieder mit Weston McKennie vom FC Schalke 04 in Verbindung gebracht worden. Demnach sollen die Berliner neben Vereinen wie dem FC Southampton und AS Monaco Interesse haben, den US-Amerikaner zu sich zu lotsen. Wie nun Journalisten von sky Sports berichten, soll sich Hertha finanziell in die Pole Position gebracht haben, denn die anderen Interessenten sollen nicht dazu bereit sein, ein ähnliches Paket für McKennie zu schnüren. So habe man sich beim FC Southampton „überrascht von der Finanzkraft der Berliner“ gezeigt, heißt es. Schalke soll 25 Millionen Euro für den 21-jährigen zentralen Mittelfeldspieler verlangen. Zwar sei England das Traumziel von McKennie, der sich aber auch einen Verbleib in der Bundesliga vorstellen kann – Hauptsache weg aus Gelsenkirchen, heißt es.

7.8. – Hertha plant mit Körber

Durch die Verpflichtung von Alexander Schwolow und dem bestätigten Verbleib von Rune Jarstein wird Nils Körber, Rückkehrer von der Leihe nach Osnabrück, vermutlich als Nummer drei in die kommende Saison gehen. Keine zufriedenstellende Perspektive für einen 23-jährigen Torhüter, möchte man meinen. Laut Michael Preetz wird sich Hertha auf der Torhüter-Position allerdings nicht mehr verändern. „Wir planen mit allen drei Torhütern. Unsere Beobachtung in der vergangenen Saison war: Du brauchst schon drei Torhüter, die spielen können“, so der Manager gegenüber dem kicker.

6.8. – Zeefuik wechselt nach Berlin

Nach wochenlangen Verhandlungen war es dann endlich soweit: Deyovaisio Zeefuik ist offiziell Herthaner! Der 23-jährige Rechtsverteidiger kommt vom FC Groningen an die Spree – letztendlich haben sich die Vereine doch auf eine Ablösesumme einigen können, nachdem mit dem Spieler bereits alles klar war und Zeefuik bereits öffentlich seinen Wechselwunsch nach Berlin äußerte. Vier Millionen Euro soll der Niederländer kosten, eine Millionen mehr als Hertha ursprünglich geboten und zwei Millionen weniger als Groningen eigentlich gefordert hat. Es hat sich also gelohnt, dass Preetz hartnäckig geblieben ist.

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4.8. – Schwolow kommt aus Freiburg

Durchaus überraschend hat Hertha den Transfer von Alexander Scholow bekannt gegeben. Der 28-jähriger Torhüter schien sich mit dem FC Schalke 04 bereits einig gewesen zu sein, doch dann grätschte die „alte Dame“ noch dazwischen. Zunächst wurde berichtet, Hertha habe die Ausstiegsklausel Schwolows gezogen und damit acht Millionen Euro an den SC Freiburg gezahlt. Wie Bild berichtet, kommen die Berliner allerdings deutlich günstiger weg. Demnach ist die Ausstiegsklausel Schwolows ausgelaufen, sodass nur 3,5 Millionen Euro zu zahlen waren. Schalke wollten diesen Betrag nur in Raten zahlen und da Hertha eben jenen auf einen Schlag zahlen konnte und zuzüglich das bessere Vertragsangebot machte, wechselte Schwolow in die Hauptstadt. Die Ablöse kann allerdings noch auf bis sieben Millionen Euro anwachsen, sollten die Boni erfüllt werden (internationales Geschäft und Vertragsverlängerung).

30.7. – Samardzic in Spanien?

Lazar Samardzic fehlte beim gestrigen Trainingsauftakt von Hertha – offiziell aus „persönlichen Gründen“. Bruno Labbadia sagte nach dem Training: „Sobald wir etwas dazu sagen können, werden wir etwas dazu sagen.“ Zuletzt wurde über ein Wechsel spekuliert, die Aussage klingt also durchaus alarmierend. Zuletzt ist berichtet worden, dass Samardzic‘ Berater einen Wechsel forcieren und Topteams wie Juventus Turin, der FC Barcelona, FC Chelsea und AC Mailand Interesse haben sollen. Nun berichtet die B.Z., dass sich Samardzic aktuell in Spanien aufhalten und dort Vertragsgespräche führen soll. Nach nur 32 Bundesliga-Minuten für Hertha wäre es ein bitterer Abgang.

30.7. – Rekik soll bleiben

Zuletzt wurde berichtet, dass Karim Rekik von seinem Berater in Europa angeboten wurde. Nachdem die vergangene Saison ziemlich unglücklich für den Innenverteidiger verlief sollen Wechselgedanken entstanden sein. „Wir planen mit allen vier Innenverteidigern, auch mit Karim“, stellte Manager Michael Preetz beim kicker klar. „Wenn er fit war, hat er in der Vergangenheit gezeigt, dass er uns helfen kann.“

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29.7. – Trapp „ganz sicher nicht zu Hertha“

Die Liste der Torhüter, die angeblich zu Hertha wechseln könnten, ist bekannterweise sehr lang. Also wirklich lang. Ein Name, der seit geraumer Zeit dort zu finden ist, ist Kevin Trapp. Der Frankfurter Keeper wird laut seinem Trainer jedoch nicht an die Spree wechseln. „Ich habe Kevin Trapp angerufen und ihm klar gesagt, dass er für mich die Nummer 1 im Tor bleiben wird“, sagte SGE-Coach Adi Hütter auf einer Pressekonferenz. „Wenn die Situation im Verein so sein sollte, dass ein Topangebot – ein Überangebot – kommen würde, was für alle Beteiligten passt, dann müssen wir reden.“ Hütter stellte allerdings klar: „Zu Hertha BSC wird Trapp nicht wechseln.“

29.7. – Omlin weiter im Hertha-Blickfeld

Nachdem Gregor Kobel seinen Vertrag beim VfB Stuttgart unterschrieben hat, rücken bei Hertha wieder andere Namen in den Vordergrund. So soll Jonas Omlins Abgang beim FC Basel laut Blick nur noch eine Frage der Zeit und Hertha heißester Kandidat auf einen Wechsel sein. Allerdings soll Bruno Labbadia noch nicht vollends von dem 26-jährigen Schweizer überzeugt sein. Die Ablösesumme soll sich rund um fünf Millionen Euro bewegen.

28.7. – Samardzic vor Abgang?

Lazar Samardzic fehlte beim gestrigen Trainingsauftakt von Hertha – offiziell aus „persönlichen Gründen“. Bruno Labbadia sagte nach dem Training: „Sobald wir etwas dazu sagen können, werden wir etwas dazu sagen.“ Zuletzt wurde über ein Wechsel spekuliert, die Aussage klingt also durchaus alarmierend. Zuletzt ist berichtet worden, dass Samardzic‘ Berater einen Wechsel forcieren und Topteams wie Juventus Turin, der FC Barcelona, FC Chelsea und AC Mailand Interesse haben sollen.

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28.7. – Tranferchaos um Zeefuik

Die Frage, wo es Deyovaisio Zeefuik (22) zur kommenden Saison hinzieht, scheint zum Politikum zu werden. Der niederländische Außenverteidiger des FC Groningen beteuerte zuletzt öffentlich, unbedingt zu Hertha BSC wechseln zu wollen. Die Berliner sollen Groningens Vorstellungen der Ablöse jedoch nicht zu erfüllen – während die Niederländer mindestens sechs Millionen Euro haben wollen, bietet Hertha angeblich nur vier Millionen plus Boni. Wie nun bekannt geworden ist, gibt es mit dem FC Southampton einen Verein, der den geforderten Preis für Zeefuik bezahlen würde – der Transfer nach England schien sogar bereits in trockenen Tüchern gewesen zu sein. So berichtete “Saints”-Scout Piet Buter Voetbal International (zitiert via „Voetbalzone“ und transfermarkt.de): “Es schien ein einfacher Transfer zu werden. Die Klubs erzielten schnell eine Einigung. Zeefuik hatte anschließend über Skype Kontakt mit unserem Trainer und man wurde über einen Vertrag einig.” Der Deal platze allerdings, “weil Deyovaisio einen anderen Klub bevorzugt”, bestätigte Zeefuiks Berateragentur SEG. Der Spieler selbst erklärte: “Das Problem ist, dass Mark-Jan Fledderus (Sportlicher Leiter des FC Groningen, Anm. d. Red.) einen Wechsel zu Southampton will und mich dorthin drückt. Er will angeblich nur das Beste für mich, aber ich will selbst über meine Karriere entscheiden. Wenn Fledderus sich weiterhin so verhält, werde ich am Ende der Saison eben ablösefrei zur Hertha gehen.” Es droht ein langer Sommer für alle Beteiligten zu werden.

27.7. – Angeblich kein PSG-Interesse an Cunha – Hertha fordert 50 Millionen

Nachdem zuletzt berichtet worden war, dass Matheus Cunha ein heißer Kandidat auf einen Wechsel zu Paris St. Germain sein soll, lässt „Le Parisien“ nun verlauten, dass PSG doch gar kein allzu großes Interesse an dem 21-Jährigen haben soll. Demnach sollen gar keine Gespräche geführt und keine Pläne für eine spätere Verpflichtung gemacht worden sein. Ein Abgang Cunhas in diesem Sommer scheint somit extrem unwahrscheinlich zu werden. Zwar wurde nun von Medien noch ein Tauschgeschäft mit Julian Draxler in den Raum geworfen, aber das kann man wohl als Gedankenspiel abtun. Laut Sport Bild soll Hertha nun als Abschreckung für mögliche Interessenten ein Preisschild für Cunha in Höhe von 50 Millionen Euro aufgestellt haben.

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25.7. – PSG und Inter an Cunha dran?

Wie aus Medienberichten, die der kicker bestätigt hat, hervorgeht, soll Matheus Cunha auf dem Zettel von Paris St. Germain und Inter Mailand stehen. Während Inter den 21-jährigen Angreifer bereits seit längerem beobachten soll, ist das Interesse von PSG noch frisch. In nächster Zeit sollen die Franzosen Kontakt aufnehmen wollen, doch wir sind bei diesem Gerücht äußerst skeptisch. Nicht weil Cunha sich nicht in kürzester Zeit auf die Listen internationaler Topklubs gespielt haben könnte, sondern weil der Brasilianer erst seit einem halben Jahr in Berlin spielt und Hertha keinerlei Geldsorgen plagen, sodass die Ablösesumme wahnsinnig hoch ausfallen müsste – und ob Inter und PSG bereit sind, für einen Ersatzspieler so viel Geld auf den Tisch zu legen, darf besonders in diesem speziellen Transferfenster bezweifelt werden.

25.7. – Neue Chance bei Kobel?

Vor ein paar Tagen hieß es in Medienberichten, dass Hertha die Verpflichtung von Gregor Kobel abhaken könne, da sich der junge Keeper für einen Wechsel zum VfB Stuttgart entschieden hätte. Nun könnte es allerdings zur Kehrtwende kommen, denn aufgrund der finanziell so angespannten Lage scheinen die Schwaben den von der TSG Hoffenheim aufgerufenen Preis für Kobel nicht aufbringen zu können. So berichtet der kicker, dass die fünf Millionen Euro aktuell zu viel für den VfB wären, was die finanziell so potente Hertha wieder auf den Plan ruft. Stuttgart soll sich aktuell anderweitig umschauen, um einen bezahlbaren Torhüter zu finden. Sollte das Interesse der Berliner weiterhin bestehen, würde eigentlich nur noch eine Zusage von Kobel fehlen, um den Wechsel über die Bühne zu bringen. Es kann allerdings auch sein, dass Stuttgart und Kobel noch darauf hoffen, dass der VfB einen teuren Verkauf tätigen und den Transfer somit doch noch realisieren kann.

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25.7. – Jozwiak im Hertha-Blickfeld

Es ist kein Geheimnis, dass Hertha sich auf den offensiven Außenbahnen noch verstärken möchte. Jemand, der dafür im Blickfeld gelandet sein soll, ist Kamil Jozwiak vom polnischen Erstligisten Lech Posen. Der 22-jährige Linksaußen hat in der vergangenen Saison acht Tore erzielt und vier weitere vorbereitet und soll nun den Sprung in eine Topliga wagen wollen. In dem polnischen Medium Polska Piłka heißt es: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Jozwiak in der Bundesliga landet, beträgt 80 bis 90 Prozent und bei Hertha 70 bis 80 Prozent.“ Fünf Millionen Euro soll die Ablöse für den Polen betragen, der auch auf dem Zettel des SC Freiburg, FC Augsburg und Werder Bremen stehen soll. „Jozwiak mag die Hertha-Option sehr und alles deutet darauf hin, dass er ab der nächsten Saison auch ein blaues Trikot tragen wird“, so das Portal.

Was macht der U23-Kader?

Da Herthas Ausbildungsweg von Talenten meist auch die Zwischenstation U23 beinhaltet, wollen wir auch einen kurzen Blick zur Berliner Reservemannschaft wagen. Laut transfermarkt.de verlassen folgende Spieler aufgrund eines auslaufenden Vertrages den Verein: Niko Koulis, Lukas Kraeft, Timothy Mason, Luis Klatte, Niclas Wild, Timur Gayret, Nico Bretschneider, Mateo Kastrati, Irwin Pfeiffer, Maxim Hertel, Miralem Ramic. Hierbei sticht natürlich vor allem der Name Klatte heraus, welcher vor einem Wechsel zu Hansa Rostock stehen soll. Aber auch Kastrati ist interessant, da dieser als absoluter Stammspieler zum so hoch gelobten A-Jugend-Jahrgang der Hertha gehörte, der vor zwei Jahren die deutsche Meisterschaft gewann. „Meine Zeit bei Hertha ist leider vorbei. Ich bin auf der Suche nach einem neuen Verein“, teilte er dem rbb auf Anfrage mit. Fest zur U23 dazustoßen werden Omar Rekik, Jonas Michelbrink, Ruwen Werthmüller, Florian Palmowski (allesamt aus der U19) und Cihan Kahraman (ehemals Berliner AK).

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24.7. – Schnappt Kovac Wolf weg?

Wie hier bereits aufgegriffen soll seitens Hertha weiterhin Interesse an Marius Wolf bestehen, der nach seiner Leihe zum BVB zurückgekehrt ist. Entscheidend sei hierbei der Preis, denn bei einer Ablösesumme um die fünf Millionen Euro soll Hertha zuschlagen wollen – Dortmund soll aktuell aber noch zehn Millionen fordern. Die Berliner scheinen aber nicht mehr die einzige Interessent zu sein, denn laut Bild soll der AS Monaco, mittlerweile von Niko Kovac trainiert, ein Auge auf den 25-Jährigen geworfen haben. Demnach soll sich Kovac bereits im Umfeld Wolfs umhören, ob ein Wechsel zu realisieren sei. Kovac und Wolf haben eine enge Bindung, gewannen mit Eintracht Frankfurt zusammen den DFB-Pokal. Da Monaco nun auch nicht gerade von Geldsorgen geplagt ist, könnte sich also ein Wettbieten entwickeln – oder aber Hertha steigt aus, da ein Transfer von Wolf anscheinend nicht die allerhöchste Priorität hat.

24.7. – Bretschneider vor Abgang

Neben Dennis Smarsch und Luis Klatte soll mit Niko Bretschneider ein weiteres Hertha-Eigengewächs den Gang in Liga drei wagen wollen. „Langsam sind wir auf der Zielgeraden und Niko wird zeitnah eine Entscheidung über seine Zukunft treffen. Wo diese liegt, ist Stand jetzt völlig offen. Maloche, wie man im Westen sagt, steht dem Jungen aber sicherlich gut zu Gesicht“, erklärte Bretschneiders liga3-online.de und gab damit auch einen Hinweis auf den potenziellen Abnehmer. Mit dem MSV Duisburg, Viktoria Köln, KFC Uerdingen und dem SC Verl kommen demnach gleich vier Vereine für eine Verpflichtung in Frage. Bretschneider hat mehrere Jugendmannschaften bei Hertha durchlaufen und war zuletzt U23-Spieler, nun soll der Schritt ins Profi-Geschäft folgen. In der dritten Liga tummeln sich mittlerweile zahlreiche ehemalige Herthaner – beispielsweise Sascha Bigalke, Fanol Perdedaj, Christopher Schorch, Anthony Syhre.

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23.7. – Bei richtigem Preis schlägt Hertha bei Wolf zu

Von den Beteiligten ist in der jüngeren Vergangenheit immer wieder die Tür offen gelassen worden, ob Marius Wolf nach seiner Leihe nicht noch einmal verpflichtet wird. Der 25-jährige Flügelspieler gehörte lange Zeit zum erweiterten Stammspielerkreis, ehe ihn eine Verletzung außer Gefecht setzte und nicht ein einziges Mal unter Bruno Labbadia auflaufen ließ. In unserem kürzlich erschienen Artikel erklärten wir, weshalb eine Verpflichtung trotz der durchwachsenen Saison Sinn ergeben könnte. „(…) viel mehr als fünf Millionen Euro wird die alte Dame auf keinen Fall zahlen wollen“, schrieben wir damals – und siehe da, die Hertha-Verantwortlichen scheinen ähnlich zu denken. So berichtet Bild, dass Hertha weiter Interesse an einer Verpflichtung Wolfs hätte, allerdings nur wenn die Ablöse rund fünf Millionen Euro betragen würde – der BVB soll aktuell noch zehn Millionen fordern. Es ist geplant, dass Wolf die Vorbereitung bei der Borussia absolviert, doch sollte Trainer Lucien Favre dann den Daumen senken, könnte Dortmund den Forderungen der Berliner entgegenkommen, sodass ein Transfer tatsächlich noch zustande kommt. Es bleibt spannend.

23.7. – Preetz kommentiert Cordoba- und Gosens-Gerücht

Wie bereits in diesem Artikel (weiter unten) aufgegriffen, soll sich Hertha mit Jhon Cordoba vom 1. FC Köln beschäftigen. Nun hat Michael Preetz dem kicker gegenüber Stellung zu diesem Gerücht bezogen. Demnach weist der 27-jährige Kolumbianer ein „interessantes Profil“ auf, allerdings konstatiert Herthas Geschäftsführer Sport: „Wir befassen wir uns mit ein paar Spielern, aber wir sind weder mit dem Spieler noch mit Köln in Kontakt.“ Aber was noch nicht ist …
Auch an Robin Gosens soll Hertha laut dem kicker interessiert sein. Hier stellt Preetz klar: „Wir beschäftigen uns nicht mit dem Spieler.“

21.7. – Klatte vor Wechsel nach Rostock

Neben Dennis Smarsch (alle Infos dazu weiter unten im Artikel) soll auch ein weiteres Torhüter-Eigengewächs der „alten Dame“ den Gang in die dritte Liga wollen. So berichtet Bild, dass Luis Klatte, seit acht Jahren bei Hertha und letzte Saison U23-Keeper, vor einem Wechsel zu Hansa Rostock stehen soll. Der 20-Jährige wäre ablösefrei, da sein Vertrag bei Hertha ausgelaufen ist – ob es Gespräche bezüglich einer Verlängerung gegeben hat, ist nicht überliefert. Bei der „Kogge“ würde Klatte hinter Stammtorhüter Markus Kolke zunächst einmal die Nummer zwei werden. Wie bei Smarsch gilt, dass Hertha in diesem Sommer einen neuen Keeper verpflichten wird, mit dem man für mehrere Jahre plant, sodass wenig Platz für junge Nachwuchskeeper sein wird. Daher wäre es verständlich, wenn Klatte sich einer realistischeren Option zuwenden würde.

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21.7. – Draxler zu teuer

Auch wenn dieses Gerücht wohl nie ganz heiß geworden ist, kann es nun wohl endgültig begraben werden. Laut sky ist Julian Draxler, seit letztem Winter bei Hertha gehandelt, trotz Windhorst-Millionen zu teuer für die „alte Dame“. „Aus diesem Gerücht können wir final komplett den Drive rausnehmen. Es wabert immer wieder herum und klingt auch gut. Aber Julian Draxler und Hertha BSC wird nach unseren Informationen nicht passieren“, erklärt Sky Transfer Experte Marc Behrenbeck. Wir hoffen inständig, dass es damit auch gut ist.

21.7. – Cordoba lässt Zukunft offen

Bereits seit einigen Wochen wird Jhon Cordoba vom 1. FC Köln bei Hertha gehandelt. Die Berliner suchen einen neuen Mittelstürmer und der 27-jährige Kolumbianer würde mit seiner bulligen und kopfballstarken Spielweise ausgezeichnet in das Konzept von Bruno Labbadia passen, zumal er mit einem Jahr Restvertrag vergleichsweise kostengünstig zu haben wäre. Quellen berichten von rund 15 Millionen Euro, die man für Cordoba auf den Tischen legen müsste. Der Mittelstürmer hat in seinen letzten letzten beiden Spielzeiten insgesamt 35 Tore für die Kölner erzielt und sechs weitere vorgelegt (62 Pflichtspiele) – der Mann ist also in Form und mit kolumbianischen Mittelstürmern hat Hertha ja gute Erfahrungen gemacht. Cordoba soll ein Angebot zur Vertragsverlängerung in Köln vorliegen, doch dieser sagte nun dem kicker: „Wir wissen ja, dass der Transfermarkt lange offen sein wird. Ich habe einen Vertrag in Köln, aber man weiß im Fußball nie, was passiert. Ich bleibe ruhig.“ Es scheint also alles möglich.

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20.7. – Jiri Pavlenka auch auf dem Zettel?

Der nächste Name für die Torhüter-Position – und er wird auch bestimmt nicht der letzte sein. Jiri Pavlenka soll laut Bild auf dem Zettel von Hertha stehen. Der 28-jährige Tscheche soll einer der Spieler sein, bei denen Werder Bremen mit Aussicht auf gutes Geld durchaus zu einem Verkauf bereit sein soll. Ein Argument für Pavlenka soll sein, dass der Nationaltorhüter – sowohl in Bezug auf die Ablöse als auch das Gehalt – merklich günstiger zu haben wäre als Kevin Trapp, der ebenfalls bei Hertha gehandelt wird. Pavlenka hat nach seiner bärenstarken ersten Saison bei Bremen immer wieder Leistungseinbrüche gezeigt, zuletzt war er nicht mehr der große Rückhalt für sein Team. Dennoch ist die Qualität des Torhüters wohl unbestritten, der Preis wäre hierbei entscheidend.

20.7. Bleibt Grujic bei Hertha?

„Manager Michael Preetz hat gesagt, sie werden mit den Leuten aus England sprechen, um zu sehen, was möglich ist. Vom ersten Tag an habe ich mich als Teil dieses Klubs gefühlt. Alle haben mir das Gefühl gegeben: Das ist mein Klub. Und es ist mein Klub“, sagte Marko Grujic bereits vor ein paar Wochen, womit er die Tür für einen Verbleib in Berlin sehr weit aufgestoßen hat. Wie die B.Z. berichtet, ist es gut möglich, dass der Serbe in der kommenden Saison oder sogar für viele weitere Jahre an der Spree kicken wird. Demnach wird Grujic die Vorbereitung zwar beim FC Liverpool absolvieren, doch sollte Trainer Jürgen Klopp danach zum Entschluss kommen, dass es für den 24-Jährigen nicht reicht, ist eine Rückkehr nach Berlin gut möglich – entweder durch eine dritte Leihe oder einen Kauf. Dabei soll auch Marc Kosicke helfen, der mittlerweile Windhorst-Berater ist, aber auch Klopp als Klienten hat. „Marko ist ein Spieler, über den wir immer nachdenken werden“, stellte Preetz zuletz in Aussicht. Gut möglich also, dass wir Grujic auch kommende Saison im blau-weißen Trikot auflaufen sehen werden.

20.7. – Zeefuik will unbedingt zu Hertha

Bereits seit einigen Wochen sollen sich Hertha und Deyovaisio Zeefuik über einen Vertrag einig sein. Nun müsste nur noch der Verein des 22-jährigen Rechtsverteidigers, der FC Groningen, mitspielen, doch dieser soll mit der gebotenen Ablösesumme noch nicht zufrieden sein – hier scheint sich zu zeigen, was es bedeuten kann, wenn der gegenübersitzende Verein um das viele Geld im Hertha-Portemonnaie weiß. Die Berliner sollen drei Millionen Euro bieten, Groningen aber sechs Millionen fordern. Nun meldet sich Zeefuik selbst zur Hängepartie zu Wort: „Ich gebe mein Bestes auf dem Feld beim FC Groningen, aber ich bin gedanklich nicht mehr hier. Ich möchte so schnell wie möglich nach Deutschland zu Hertha BSC. So großartig es hier auch ist, muss ich doch auf mich und meine Zukunft blicken. Und es ist Zeit für den nächsten Schritt.“ Laut dem Niederländer würde der Transfer „blockiert werden“. Es könnte ein Kaugummi-Transfer werden, aber diese kann Preetz bekanntlich besonders gut.

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20.7. – Trapp ein weiterer Kandidat?

Das Rätselraten im den neuen Mann für das Hertha-Tor geht in die nächste Runde. Nun soll laut dem kicker auch Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt auf dem Zettel von Michael Preetz stehen. Der 30-jährige Nationaltorhüter gehört zu dem Tafelsilber, das die Eintracht aufgrund der Corona-bedingten Finanzsituation eventuell abgeben könnte – Auch weil Trapp (laut Bild) fünf Millionen Euro im Jahr verdienen soll und mit Frederik Rönnow bereits ein geeigneter Ersatz in den eigenen Reihen zur Verfügung stünde. Für Trapp sprechen auf jeden Fall seine große Erfahrung und Strahlkraft, schließlich hat er Europapokalerfahrung, beim Topklub Paris St. Germain gespielt und mehrere Teilnahmen bei großen Turnieren zu verzeichnen. Seine vergangene Spielzeit ist allerdings nicht mehr als solide gewesen, ob man für ihn also tief in die Tasche greifen sollte, ist fraglich.

20.7. – Samardzic soll Wechsel forcieren

Laut dem kicker forcieren der Berater und Vater von Lazar Samardzic einen Wechsel. Das 18-jährige Eigengewächs soll auf dem Zettel von Juventus Turin und dem FC Barcelona stehen. Bild berichtet darüber hinaus, dass dem Berater des Offensivjuwels auch Anfragen vom FC Chelsea und AC Mailand vorliegen sollen. Doch hier tut sich bereits eine Ungereimtheit auf: Samardzic soll es nämlich vor allem um mehr Spielzeit gehen – ein Transfer zu einem internationalen Topklub würde also nur wenig bis gar keinen Sinn ergeben. Ohnehin muss man Gerüchte um angebliche Wechselabsichten von Talenten stets mit Vorsicht genießen, denn bereits in der Vergangenheit haben sich diese oftmals nicht bewahrheitet. Falls Samardzic nach zwei Bundesliga-Einsätzen aber tatsächlich einen Wechsel zu einem Weltklasseverein forcieren will, sollte er vorher mal mit Christopher Schorch sprechen, wie solche Karriereentscheidungen ausgehen können. Zumal er nicht der erste Jungprofi wäre, der nach kurzer Zeit bereits zu viel will, man erinnere sich an Yanni Regäsel – dieser ist übrigens seit einem Jahr vereinslos.

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20.7. – Gosens nach Berlin?

Ein Gerücht, das exemplarisch dafür steht, dass man als Verein mit prall gefülltem Geldbeutel wohl mit absolut jedem interessanten Namen in Verbindung gebracht wird: Robin Gosens, der seit zwei Jahren mit Atalanta Bergamo groß auftrumpft, will ab kommender Saison eine neue Herausforderung. Er hat die Freigabe seines Klubs erhalten und hätte grundsätzlich große Lust, mit 26 Jahren nach Deutschland zurückzukehren. Der Linksverteidiger soll bei Topvereinen wie Inter Mailand und Juventus Turin auf dem Zettel stehen, 30 Millionen Euro steht auf seinem Preisschild. Laut dem kicker soll aber auch Hertha anklopfen. Mit den Interessenten und der Ablösesumme sind also bereits zwei große Gründe gegen einen Wechsel nach Berlin genannt worden – Die Blau-Weißen können im Sommer zwar investieren, Transfers solch einer Größenordnung sind jedoch äußerst unrealistisch, zumal Hertha mit Marvin Plattenhardt, Maximilian Mittelstädt und Talent Luca Netz auf der Linksverteidigerposition keinen akuten Handlungsbedarf hat. Das Gerücht kann also höchst wahrscheinlich ignoriert werden.

19.7. – Mehrere Verein an Smarsch interessiert

Bislang wurde bei Dennis Smarsch stets über eine Leihe für die kommende Saison spekuliert. Wie der kicker berichtet, könnte das Berliner Eigengewächs Hertha im Sommer aber auch fest verlassen. So soll dem 21-Jährigen auf lange Sicht keine zufriedenstellende Perspektive aufgezeigt werden können. Zur kommenden Saison wird ein Keeper verpflichtet, der für Jahre zwischen den Pfosten stehen soll, zudem ist Nils Körber als ebenfalls noch junger Torhüter wieder Teil des Kaders. Mit dem 1. FC Saarbrücken und Türkgücü München, beides Drittligaaufsteiger, sollen großes Interesse an Smarsch haben, der ein Angebot aus der zweiten portugiesischen Liga bereits abgelehnt haben soll. Da der junge Keeper bei Türkgücü sehr wahrscheinlich als Stammtorhüter in die Saison gehen würde, sollen die Münchener der Favorit auf einen Wechsel sein. Auch wenn der Verlust eines jungen Spielers, der sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat, immer schmerzt, könnte man Smarsch verstehen, der seine ersten Schritte im Profi-Fußball gehen will und keine Perspektive bei Hertha sieht. Sicherlich wäre es – wie im Fall von Marius Gersbeck – auch möglich, eine Rückkauf-Klausel in den Vertrag einzubauen, sollte sich Smarsch bei seinem neuen Verein exzellent entwickeln.

17.7. – Mvogo fürs Hertha-Tor?

Nachdem Gregor Kobel Hertha laut Medienberichten eine Absage erteilt haben soll, sollen die Berliner laut Bild RB-Ersatzkeeper Yvon Mvogo ins Auge gefasst haben. Der 26-jährige Schweizer will sich nach zwei Jahren als Edelreservist einer neuen Herausforderung stellen und soll von Leipzig keine Steine in den Wege gelegt bekommen. Drei bis vier Millionen Euro soll Mvogo kosten, mit dem Hertha einen noch recht jungen und damit entwicklungsfähigen Keeper bekommen würde, der trotz geringer Spielzeit die aktuelle Nummer zwei der Schweiz ist (und der mangelt es nun nicht gerade an guten Torhütern). Mvogo gilt als talentierter und moderner Schlussmann, an Peter Gulacsi nicht vorbeizukommen ist auch wirklich keine Schande. Da Hertha anscheinend nicht das große Geld in einen neuen Torwart investieren und stattdessen lieber den Konkurrenzkampf zwischen Mister X, Rune Jarstein und Nils Körber ankurbeln will, wäre Mvogo ein geeigneter Kandidat.

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16.7. – Wildes Jovic-Gerücht

Eines der Gerücht, bei dem wir uns ernsthafte Gedanken gemacht haben, ob wir es denn in diesen Artikel mitaufnehmen wollen, aber aus Gründen der Unterhaltung wollen wir mal nicht so sein. Laut der Marca soll Luka Jovic, vor einem Jahr für 60 Millionen Euro von Frankfurt nach Madrid gewechselt, auf dem Zettel der „alten Dame“ stehen. Der 22-jährige Serbe hat ein schweres erstes Jahr bei den „Königlichen“ hinter sich, nur 17 Spiele und zwei Tore belegen es. Real soll sich ernsthaft mit einem Verkauf nach nur einem Jahr beschäftigen und für Angebote offen sein – das aber eins von Herthas Vereinsführung hereinflattert, kann wohl ausgeschlossen werden. Zwar soll Hertha nach einem Mittelstürmer Ausschau halten, einen solch großen Transfer wird es vor allem nach den 23 Millionen Euro für Krzysztof Piątek aber nicht geben.

15.7. – Hertha angeblich an Rodriguez dran

Hertha soll laut Bild neben Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim zu den Vereinen gehören, die Ricardo Rodriuez, ehemals VfL Wolfsburg und seit 2017 an den AC Mailand gebunden, auf dem Zettel haben sollen. Der 27-jährige Schweizer hat noch bis 2021 Vertrag in Mailand, dort hat man aber keine Verwendung mehr für ihn, zuletzt war Rodriguez nach Eindhoven verliehen. Und auch im Falle von Hertha würde sich die Frage nach der sportlichen Sinnhaftigkeit stellen, denn mit Plattenhardt, Mittelstädt und Netz ist man auf links hinten mindestens solide besetzt und auch auf Rodriguez Zweitposition, der Innenverteidigung, besteht eigentlich kein Bedarf. Zumal der Nationalspieler in den vergangenen Jahren ziemlich stagniert hat und selbst bei einer gehandelten Ablösesumme von nur drei Millionen Euro die Frage erlaubt wäre, ob Hertha sich mit ihm einen Gefallen tun würde. Der Labbadia-Effekt kann allerdings immer zuschlagen, das wollen wir nicht ausschließen.

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6.7. – Kobels Zukunft bleibt offen

Der Wechsel schien sich laut mehreren Medienberichten anzubahnen, doch laut transfermarkt.de wird Gregor Kobel zur kommenden Saison wohl nicht zu Hertha wechseln. Die Zukunft des 22-jährigen Keepers, aktuell noch bei Hoffenheim unter Vertrag, bleibt weiterhin offen, auch ein Wechsel zum VfB Stuttgart, an den er vergangene Saison ausgeliehen war, ist möglich. Manche Medienberichte halten den Transfer zum VfB für deutlich wahrscheinlicher als den nach Berlin. Demnach soll Kobel eher anstreben, die klare Nummer eins zu sein und sich nicht in einen offenen Dreikampf mit Jarstein und Körber begeben wollen. Das letzte Wort scheint hier aber noch nicht gesprochen zu sein.

5.7. – Rekik vor Abflug?

Neben beinahe zahllosen Gerüchten auf der Zugangsseite gesellen sich auch ein paar Spekulationen um wechselwillige Hertha-Spieler dazu. Demnach soll Karim Rekik von seinem Berater in England, Spanien und Deutschland angeboten worden sein, berichtet Bild. Der 25-jährige Niederländer hat zwar noch ein Jahr Vertrag in Berlin, im Endspurt der vergangenen Saison hat sich Rekik allerdings zu Innenverteidiger Nummer vier in der internen Hierarchie entwickelt. Nur 14 Ligaspiele hat Rekik in der vergangenen Saison bestritten, nun ist auch Kumpel Salomon Kalou nicht mehr da, mit dem er sich dieselbe Berateragentur teilt. „Mit mir hat noch niemand gesprochen. Ich fühle mich in Berlin total wohl. Auch mit dem Trainer-Team komme ich super klar“, sagte er, aber solche Statements und ihr Wahrheitsgehalt kennt der geneigte Fußballfan zu genüge. Die Perspektive für Rekik sieht in der kommenden Saison alles andere als gut aus und so scheint es nicht unwahrscheinlich, dass er sich sportlich verändern will und Hertha in Hinsicht auf seinen auslaufenden Vertrag noch eine Ablöse einstreichen will, zumal mit Marton Dardai und Bruder Omar Rekik zwei vielversprechende Innenverteidiger-Talente in den Startlöchern stehen. Es könnte also zum Abschied nach drei gemeinsamen Jahren kommen.

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1.7. – Hertha heiß auf McKennie?

Nach den Abgängen von Per Skjelbred und Marko Grujic (seine Zukunft bleibt offen) ist klar, dass Hertha in der Mittelfeldzentrale noch etwas tun muss. Wie Sport1 berichtet, sollen die Berliner hierfür auch Weston McKennie auf dem Zettel haben. Der 21-jährige US-Amerikaner will Schalke 04 angeblich verlassen und zukünftig um Europa mitspielen wollen. Bruno Labbadia soll großer Fan des äußerst polyvalenten Spielers sein und versucht haben, ihn bereits zum VfL Wolfsburg zu locken. Auch dass Schalke finanziell bedingt zu Spielerverkäufen gezwungen sein wird, spricht für einen Wechsel, doch wird Hertha bei weitem nicht der einzige Interessent sein. So soll auch der FC Liverpool sein Interesse angemeldet haben. Für McKennie spricht seine laufintensive und körperliche Spielart, die gut zum Labbadia-Fußball passt, zumal der US-Nationalspieler vielseitig einsetzbar, technisch nicht zu unterschätzen und durchaus torgefährlich ist. 25 Millionen Euro werden für McKennie ausgerufen, Hertha soll aber auf eine merklich kleinere Summe spekulieren.

25.6. – Auch Hertha an Rashica dran?

Dass Hertha sich auf auch auf dem offensiven Flügel für die kommende Spielzeit verstärken will, ist kein Geheimnis. Auch nach Milot Rashica, der in den vergangenen Wochen vor allem mit RB Leipzig in Verbindung gebracht wird, sollen die Berliner ihre Fühler ausgestreckt haben – das berichtet die „Deichstube“. Sicherlich wäre der 24-jährige Angreifer eine klare Verstärkung für Hertha, das Gerücht kann aber wohl abgehakt werden, da Rashica nur im Abstiegsfall zu bezahlen gewesen wäre und mit der aktuell aufgerufenen Ablösesumme von 25 Millionen Euro nicht mehr in den Rahmen passt. Zudem soll sich der Kosovare bereits auf Leipzig eingeschossen haben. Es bleibt also wohl nur bei einem Traum.

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