Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Mittelfeld

Kaderanalyse 2019/2020 – Herthas Mittelfeld

„Wenn du ein gutes Mittelfeld hast, hast du ein gutes Team“, sagte einmal Casemiro, Mittelfeldspieler bei Real Madrid. Er muss es wissen, denn Real Madrid ist zuletzt erneut spanischer Meister geworden. Eigentlich wissen das auch die meisten, die sich mit Fußball länger befassen, denn insbesondere das zentrale Mittefeld ist das Herzstück einer Fußballmannschaft. Im nächsten Teil unserer Artikelserie geht es genau darum. Wie verlief die Saison für Herthas zentrale Mittelfeldspieler? Wie ist der Stand aktuell und wo ist noch Bedarf?

Mehrere Spieler im Mittelfeld sorgten bei der „alten Dame“ in der vergangenen Saison für Gesprächsstoff. Ob Marko Grujic mit blauem Auge zum Saisonstart, der Abgang von Eduard Löwen nach nur sechs Monaten in Berlin, die Rückkehr in Topform von Vladimir Darida oder auch der Abschied von Per Skjelbred: es war einiges los im „Herzstück“ der Hertha-Mannschaft. Da Mittelfeldspieler ganz besonders im Zusammenhang mit Ihren Mitspielern zu bewerten sind, wollen wir dieses Mal zunächst chronologisch vorgehen.

Saisonstart mit Grujic, Duda und Löwen

Erst Jubel, dann Schmerz beim Treffer von Marko Grujic. (Foto: Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Die älteren unter uns werden sich erinnern – denn dieser Saisonstart gegen den FC Bayern München ist gefühlt bereits 50 Jahre her. Marko Grujic krönte gegen den Rekordmeister während der Saisoneröffnung eine gute Leistung mit einem Tor. Im Adrenalinschub bemerkte er erst beim Jubeln, dass es ihn im Zweikampf mit Weltmeister Benjamin Pavard am Auge erwischt hatte und er ein blaues Auge davontragen würde.

Im Kader mit dabei waren in München übrigens Eduard Löwen und Sidney Friede. Beide spielten in dieser Hinrunde jedoch kaum bis gar keine Rolle und verließen die „alte Dame“ im Winter. In der Startelf stand dafür Ondrej Duda. Der Slowake fand nach einer überragenden Spielzeit 2018/19 allerdings nicht richtig zu seiner Form, profitierte sicherlich auch nicht vom Trainerwechsel. In den ersten fünf Partien (nur vier Punkte) spielte er von Beginn an, wurde beim ersten Saisonsieg gegen den SC Paderborn dann zur Halbzeit ausgewechselt.

Es folgten nur noch knapp 90 Minuten Einsatzzeit bevor er unter Jürgen Klinsmann nicht mal mehr im Kader stand. Er wurde im Winter zu Norwich City ausgeliehen, wo er jedoch nach dem „Re-Start“ nicht mehr erste Wahl war. Seine Zeit in der Premier League verlief zusammengefasst eher unglücklich, sein Verein musste absteigen und er selbst blieb ohne Erfolg (null Tore, null Vorlagen).

Skjelbreds Rückkehr, Grujic ohne Konstanz

Per Skjelbred war nicht als Stammspieler erwartet, meldete sich aber eindrucksvoll zurück. (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Während Hertha unter Ante Covic zu Saisonbeginn vor sich hinkriselte, arbeitete sich nach den ersten zwei Niederlagen ein Spieler zurück in die Startelf, der im Sommer schon fast abgeschrieben wurde. Per Skjelbred stand am vierten Spieltag wieder in der Startelf und spielte eine wichtige Rolle im Laufe der Saison. Dabei übernahm er die defensive Rolle im zentralen Mittelfeld neben Marko Grujic. Die Offensivere Position davor gab Duda an Vladimir Darida ab. Der Tscheche wurde daraufhin eine der wenigen Konstanten im Spiel der „alten Dame“.

Anders verlief es für Marko Grujic. Dieser bekam zwar regelmäßig seine Einsätze, konnte allerdings nicht konstant seine Leistung abrufen. Teilweise blitze seine Qualitäten auf, wie beispielweise im Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt (2:2, ein Tor, eine Vorlage), in vielen anderen Spielen allerdings fiel er durch zu langsames Agieren, Foulspiele und Unkonzentriertheiten auf, die mitunter auch zu Gegentreffern führten. Die chaotische Zeit unter und nach Jürgen Klinsmann brachte auch beim Serben viel Unsicherheit. Die ständigen Wechsel in der Zentrale (mal spielte Skjelbred, mal Darida neben Grujic) halfen dabei sicherlich auch nicht.

Im Winter kam Klinsmanns Wunschspieler Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart und übernahm für die letzten Partien seines Trainers die Position des klassischen Sechsers. Der Argentinier kam in einer denkbar ungünstigen Zeit an, in welcher der Hauptstadtclub immer mehr im Chaos versank. Nach dem „Re-Start“ zog sich der 23-Jährige eine schwere Fußprellung und fiel für die restlichen Spiele aus. Allerdings muss man dem „Giftzwerg“ zugute halten, dass er seine Aufgabe in den wenigen Spielen zufriedenstellend erledigte und noch zu den positiven Erscheinungen der Mannschaft gehörte.

Neues Selbstvertrauen im Mittelfeld unter Bruno Labbadia

Vladimir Darida für Labbadia nicht wegzudenken. (Foto: Lars Baron/Getty Images)

Als es dann wieder mit der Bundesliga losging und Hertha BSC unter Bruno Labbadia eindrucksvoll nach nur wenigen Spielen den Klassenerhalt sicher machte, glänzte ein Spieler ganz besonders. Die „Lunge der Liga“ Vladimir Darida sammelte nicht nur Rekorde durch seine Laufleistungen, er überzeugte auch spielerisch und gab der gesamten Mannschaft Sicherheit.  Dabei übernahm er erneut den etwas offensiveren Part zwischen „klassischer Zehn“ und „Achter“. Es war zu spüren, dass der 29-Jährige dann besonders stark ist, wenn er im System mit drei zentralen Mittelfeldspielern den offensiveren Part übernehmen kann. Auch das Pressing unter Bruno Labbadia passt perfekt zum Mittelfeld-Allrounder. Insgesamt konnte er drei Treffer erzielen und fünf weitere vorlegen.

Dabei unterstützt wurde er von einem wieder erstarkten Marko Grujic, der sich zu Saisonende nochmal spürbar verbessert zeigte. Auch Per Skjelbred zeigte starke Leistungen, bevor er aufgrund einer Verletzung ausfiel und erst in der letzten Partie einen Kurzeinsatz zum Abschied bekam. Arne Maier fiel fast die gesamte Hinrunde wegen einer Knieverletzung aus, kam aber trotz einer für ihn eher unrühmlichen Transferperiode in der Rückrunde zu vier Startelf- und acht Kurzeinsätzen. Niklas Stark musste auf der „Sechs“ für kurze Zeit aushelfen und sogar Lazar Samardzic feierte sein Debüt.

Die Saison fand also auch im zentralen Mittelfeld ein versöhnliches Ende, brachte aber auch für die Sommerpause viele Fragen mit sich, angesichts der vielen anstehenden Wechsel. Von den im Laufe unseres Rückblicks genannten Spielern sind einige keine Option mehr für die nächste Saison: Eduard Löwen, Per Skjelbred und Sidney Friede sind definitiv nicht mehr im Kader. Auch Marko Grujic ist nach Liverpool zurückgekehrt. Es steht noch nicht fest, ob ihn Hertha erneut für eine Saison an die Spree locken kann, oder ihn womöglich sogar fest verpflichtet. Was bleiben bei Hertha also für Optionen?

Offensive Optionen im Zentralen Mittelfeld

Dudas Rückkehr mit Fragezeichen. (Foto: Tim Keeton/Pool/AFP via Getty Images)

Mit Vladimir Darida wird glücklicherweise aus Hertha-Sicht weiter zu rechnen sein. Derzeit sollen die Verantwortlichen ein Angebot zur frühzeitigen Verlängerung für den Tschechen erarbeiten, dessen Vertrag aktuell noch bis 2021 läuft. Ein Verbleib ist also hochwahrscheinlich, Cheftrainer Labbadia stellte bereits klar, dass er auf den Laufstarken Spieler setzt. Die Blau-Weißen haben also mit ihm eine sehr gute Option für alle zentralen Positionen, wobei er insbesondere als offensiverer „Achter“ glänzen könnte.

Eine weitere Option für das offensive zentrale Mittelfeld wird der Rückkehrer Ondrej Duda sein. Dieser bleibt aber ein großes Fragezeichen, da er sich zunächst im Labbadia-System zurechtfinden muss. Da er bisher nur in einer Saison bei Hertha BSC so richtig einschlagen konnte, ist es schwierig ihn als „sichere“ Lösung anzusehen. Winterneuzugang und neuer Publikumsliebling Matheus Cunha ist als Offensiv-Allrounder zwar grundsätzlich auch als „Zehner“ denkbar. Im System unter Bruno Labbadia ist er jedoch eher als hängende Spitze oder frei in der Offensive gesetzt worden. Den Brasilianer besprechen wir in unserer Artikelserie, wenn wir bei Herthas Sturm angelangen.

Schließlich könnte auch der junge Lazar Samardzic in der neuen Saison eine Chance bekommen, sich zu zeigen. Der 18-Jährige machte sein Bundesligadebüt im Derby gegen Union Berlin (4:0) und bekam zwei weitere Kurzeinsätze. Der gebürtige Berliner gilt als Riesentalent, trat jedoch zuletzt für Hertha Fans eher negativ in Erscheinung: angeblich wolle er oder seine Berater einen Wechsel im Sommer forcieren. Sollte er jedoch bleiben, wäre sein Profil besonders interessant, da er auf seiner Position momentan nicht die größte Konkurrenz hat.

Maiers Rückkehr – Tousart und Ascacibar mit Rückstand

Tousart hat monatelang nicht mehr gespielt. (Foto: Philippe Desmazes/AFP via Getty Images)

Für die defensiveren Aufgaben steht wieder Arne Maier zur Verfügung. Verletzungen warfen den 21-Jährigen in dieser Saison zurück und bremsten seine bisher rasante Entwicklung im Profibereich. Sollte er jedoch fit bleiben und eine komplette Sommervorbereitung unter Bruno Labbadia absolvieren geht er mit einer sehr guten Ausgangslage in die neue Saison. Noch wichtiger als seine Qualitäten im defensiven Mittelfeld ist seine Fähigkeit, auf der „Acht“ eine Verbindung zwischen Defensive und Offensive herzustellen. Dafür wird er in Topform aufspielen müssen und einen defensiv aufgestellten Mitspieler im Mittelfeld als Absicherung brauchen, um im den Rücken freizuhalten.

Mit Lucas Tousart hat sich die „alte Dame“ einen Spieler für die kommende Saison geholt, der genau diese Absicherung herstellen kann. Er bringt nämlich Zweikampfstärke, Physische Präsenz, bedingungsloser Einsatz und Qualität mit. Über seine Stärken und Schwächen haben wir bereits im Januar einen längeren Artikel geschrieben: hier. Allerdings kommt der Franzose nicht gerade unter optimalen Umständen in die Hauptstadt an. Durch die frühzeitige Beendigung des Ligabetriebs in Frankreich und die anstehende Sommerpause fehlen ihm monatelange Spielpraxis. Er wird viele anspruchsvolle Trainingseinheiten unter Bruno Labbadia benötigen, um den Fitness-Rückstand aufzuholen und wieder auf Topniveau zu kommen. Schließlich wird er sich an die neue Liga, Mannschaft und Heimat gewöhnen müssen.

Es ist also eher unwahrscheinlich, zum Saisonstart einen topfitten und gut aufgestellten Lucas Tousart zu erwarten, sowohl Fans als auch Verein werden da geduldig sein müssen. Ähnliches wird mit Abstrichen auch für Santiago Ascacibar gelten: Die Corona-Pause und seine anschließende Verletzung werden zu einem ähnlichen Fitness-Zustand geführt haben. Seine Qualitäten als klassischer Sechser könnten allerdings im Verlauf der kommenden Saison, vor allem im Hinblick auf den Abgang von Per Skjelbred, besonders wertvoll werden.

Braucht Hertha noch Verstärkung?

Auch Santiago Ascacibar hat lange gefehlt. (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Sowohl im offensiven, als auch im defensiven zentralen Mittelfeld gibt es also einige Unsicherheiten. Zwar klingt es zunächst sinnvoll, einen kreativen, offensivstarken zentralen Mittelfeldspieler zu holen, da es gerade dort nicht viele klare Optionen gibt. Doch mit der Rückkehr von Ondrej Duda, der Hochform von Vladimir Darida und den Qualitäten von Matheus Cunha ist die Baustelle in diesem Sommer womöglich etwas weiter hinten anzustellen.

Sowohl Ascacibar als Tousart sind für harte Zweikämpfe bekannt und sammeln regelmäßig Karten. Gelb- und womöglich auch Rot-Sperren sind vorprogrammiert, sodass die Möglichkeit besteht, dass beide zur selben Zeit nicht zur Verfügung stehen. Niklas Stark ist da sicherlich eine Option, um im defensiven Mittelfeld auszuhelfen, wenn in der Innenverteidigung kein Engpass besteht. Der junge Julian Albrecht aus der eigenen Jugend könnte ebenfalls seine Chance bekommen. Doch ein weiterer Spieler, der sowohl defensiv wie auch offensiv aushelfen könnte, würde eine mögliche Schwachstelle im „Herzstück“ der Mannschaft verhindern.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Hertha sehr daran interessiert ist, Marko Grujic wieder zur Verfügung zu haben. Der 24-Jährige kennt mittlerweile sowohl die Bundesliga als auch seine Mitspieler bestens und wäre sofort eine Verstärkung, so inkonstant diese sein mag. Wenn ein gutes Mittelfeld ein gutes Team bedeutet, wird Hertha jedenfalls auch im zentralen Mittelfeld sehr überlegt agieren müssen, um angemessen gerüstet für die neue Spielzeit zu sein. Andernfalls werden auch potenzielle millionenschwere Einkäufe im Sturm nicht ausreichen, um endlich eine sorgenfreie Spielzeit von Hertha BSC zu erleben.

Die wichtigsten Gerüchte um weitere Kandidaten im zentralen Mittelfeld könnt ihr in unserer Gerüchteküche verfolgen!

Gerüchteküche Sommer 2020 – Stand: 10.8.

Gerüchteküche Sommer 2020 – Stand: 10.8.

Es ist mal wieder so weit: Der Transfersommer steht an und damit wird es auch so richtig hitzig in der Gerüchteküche. Besonders die beiden Umstände, dass Hertha aufgrund der Tennor-Millionen finanziell deutlich besser als viele Konkurrenten aufgestellt ist und das Transferfenster Corona-bedingt bis zum 5. Oktober offen sein wird, lässt die Marktschreier besonders laut krakeelen. Da kommt man bei all den gehandelten Namen gerne durcheinander – Wir wollen Abhilfe schaffen und in diesem regelmäßig aktualisierten Artikel alle einigermaßen seriösen Transfergerüchte zusammenfassen und ggf. einordnen.

„Corona wird den Markt verändern, es wird ein langes Transferfenster geben“, prognostizierte Geschäftsführer Sport Michael Preetz zuletzt. Im Juli sind zudem weitere 50 Millionen Euro von Investor Tennor zur Verfügung gestellt worden, die größtenteils in die Verstärkung der Mannschaft fließen sollen – Herthas Position auf dem Markt verändert sich somit gravieren, denn in einer Zeit, in der viele Klubs aufgrund der finanziellen Auswirkungen von COVID-19 kaum Geld in die Hand werden nehmen können, steht der Hauptstadtverein wirtschaftlich so gut wie noch nie da. Sprich: Viele Klubs werden sich in den kommenden Monaten zurückhalten müssen, für Hertha geht es hingegen in einen hochspannenden und wohl sehr ereignisreichen Sommer. Wir wollen für euch alle Gerüchte, die es denn wert sind, in diesem Artikel festhalten und – wenn möglich – kurz einordnen.

9.8. – Hertha Favorit auf McKennie-Transfer?

In den vergangenen Wochen ist Hertha BSC immer wieder mit Weston McKennie vom FC Schalke 04 in Verbindung gebracht worden. Demnach sollen die Berliner neben Vereinen wie dem FC Southampton und AS Monaco Interesse haben, den US-Amerikaner zu sich zu lotsen. Wie nun Journalisten von sky Sports berichten, soll sich Hertha finanziell in die Pole Position gebracht haben, denn die anderen Interessenten sollen nicht dazu bereit sein, ein ähnliches Paket für McKennie zu schnüren. So habe man sich beim FC Southampton „überrascht von der Finanzkraft der Berliner“ gezeigt, heißt es. Schalke soll 25 Millionen Euro für den 21-jährigen zentralen Mittelfeldspieler verlangen. Zwar sei England das Traumziel von McKennie, der sich aber auch einen Verbleib in der Bundesliga vorstellen kann – Hauptsache weg aus Gelsenkirchen, heißt es.

7.8. – Hertha plant mit Körber

Durch die Verpflichtung von Alexander Schwolow und dem bestätigten Verbleib von Rune Jarstein wird Nils Körber, Rückkehrer von der Leihe nach Osnabrück, vermutlich als Nummer drei in die kommende Saison gehen. Keine zufriedenstellende Perspektive für einen 23-jährigen Torhüter, möchte man meinen. Laut Michael Preetz wird sich Hertha auf der Torhüter-Position allerdings nicht mehr verändern. „Wir planen mit allen drei Torhütern. Unsere Beobachtung in der vergangenen Saison war: Du brauchst schon drei Torhüter, die spielen können“, so der Manager gegenüber dem kicker.

6.8. – Zeefuik wechselt nach Berlin

Nach wochenlangen Verhandlungen war es dann endlich soweit: Deyovaisio Zeefuik ist offiziell Herthaner! Der 23-jährige Rechtsverteidiger kommt vom FC Groningen an die Spree – letztendlich haben sich die Vereine doch auf eine Ablösesumme einigen können, nachdem mit dem Spieler bereits alles klar war und Zeefuik bereits öffentlich seinen Wechselwunsch nach Berlin äußerte. Vier Millionen Euro soll der Niederländer kosten, eine Millionen mehr als Hertha ursprünglich geboten und zwei Millionen weniger als Groningen eigentlich gefordert hat. Es hat sich also gelohnt, dass Preetz hartnäckig geblieben ist.

Foto: IMAGO

4.8. – Schwolow kommt aus Freiburg

Durchaus überraschend hat Hertha den Transfer von Alexander Scholow bekannt gegeben. Der 28-jähriger Torhüter schien sich mit dem FC Schalke 04 bereits einig gewesen zu sein, doch dann grätschte die „alte Dame“ noch dazwischen. Zunächst wurde berichtet, Hertha habe die Ausstiegsklausel Schwolows gezogen und damit acht Millionen Euro an den SC Freiburg gezahlt. Wie Bild berichtet, kommen die Berliner allerdings deutlich günstiger weg. Demnach ist die Ausstiegsklausel Schwolows ausgelaufen, sodass nur 3,5 Millionen Euro zu zahlen waren. Schalke wollten diesen Betrag nur in Raten zahlen und da Hertha eben jenen auf einen Schlag zahlen konnte und zuzüglich das bessere Vertragsangebot machte, wechselte Schwolow in die Hauptstadt. Die Ablöse kann allerdings noch auf bis sieben Millionen Euro anwachsen, sollten die Boni erfüllt werden (internationales Geschäft und Vertragsverlängerung).

30.7. – Samardzic in Spanien?

Lazar Samardzic fehlte beim gestrigen Trainingsauftakt von Hertha – offiziell aus „persönlichen Gründen“. Bruno Labbadia sagte nach dem Training: „Sobald wir etwas dazu sagen können, werden wir etwas dazu sagen.“ Zuletzt wurde über ein Wechsel spekuliert, die Aussage klingt also durchaus alarmierend. Zuletzt ist berichtet worden, dass Samardzic‘ Berater einen Wechsel forcieren und Topteams wie Juventus Turin, der FC Barcelona, FC Chelsea und AC Mailand Interesse haben sollen. Nun berichtet die B.Z., dass sich Samardzic aktuell in Spanien aufhalten und dort Vertragsgespräche führen soll. Nach nur 32 Bundesliga-Minuten für Hertha wäre es ein bitterer Abgang.

30.7. – Rekik soll bleiben

Zuletzt wurde berichtet, dass Karim Rekik von seinem Berater in Europa angeboten wurde. Nachdem die vergangene Saison ziemlich unglücklich für den Innenverteidiger verlief sollen Wechselgedanken entstanden sein. „Wir planen mit allen vier Innenverteidigern, auch mit Karim“, stellte Manager Michael Preetz beim kicker klar. „Wenn er fit war, hat er in der Vergangenheit gezeigt, dass er uns helfen kann.“

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29.7. – Trapp „ganz sicher nicht zu Hertha“

Die Liste der Torhüter, die angeblich zu Hertha wechseln könnten, ist bekannterweise sehr lang. Also wirklich lang. Ein Name, der seit geraumer Zeit dort zu finden ist, ist Kevin Trapp. Der Frankfurter Keeper wird laut seinem Trainer jedoch nicht an die Spree wechseln. „Ich habe Kevin Trapp angerufen und ihm klar gesagt, dass er für mich die Nummer 1 im Tor bleiben wird“, sagte SGE-Coach Adi Hütter auf einer Pressekonferenz. „Wenn die Situation im Verein so sein sollte, dass ein Topangebot – ein Überangebot – kommen würde, was für alle Beteiligten passt, dann müssen wir reden.“ Hütter stellte allerdings klar: „Zu Hertha BSC wird Trapp nicht wechseln.“

29.7. – Omlin weiter im Hertha-Blickfeld

Nachdem Gregor Kobel seinen Vertrag beim VfB Stuttgart unterschrieben hat, rücken bei Hertha wieder andere Namen in den Vordergrund. So soll Jonas Omlins Abgang beim FC Basel laut Blick nur noch eine Frage der Zeit und Hertha heißester Kandidat auf einen Wechsel sein. Allerdings soll Bruno Labbadia noch nicht vollends von dem 26-jährigen Schweizer überzeugt sein. Die Ablösesumme soll sich rund um fünf Millionen Euro bewegen.

28.7. – Samardzic vor Abgang?

Lazar Samardzic fehlte beim gestrigen Trainingsauftakt von Hertha – offiziell aus „persönlichen Gründen“. Bruno Labbadia sagte nach dem Training: „Sobald wir etwas dazu sagen können, werden wir etwas dazu sagen.“ Zuletzt wurde über ein Wechsel spekuliert, die Aussage klingt also durchaus alarmierend. Zuletzt ist berichtet worden, dass Samardzic‘ Berater einen Wechsel forcieren und Topteams wie Juventus Turin, der FC Barcelona, FC Chelsea und AC Mailand Interesse haben sollen.

Foto: IMAGO

28.7. – Tranferchaos um Zeefuik

Die Frage, wo es Deyovaisio Zeefuik (22) zur kommenden Saison hinzieht, scheint zum Politikum zu werden. Der niederländische Außenverteidiger des FC Groningen beteuerte zuletzt öffentlich, unbedingt zu Hertha BSC wechseln zu wollen. Die Berliner sollen Groningens Vorstellungen der Ablöse jedoch nicht zu erfüllen – während die Niederländer mindestens sechs Millionen Euro haben wollen, bietet Hertha angeblich nur vier Millionen plus Boni. Wie nun bekannt geworden ist, gibt es mit dem FC Southampton einen Verein, der den geforderten Preis für Zeefuik bezahlen würde – der Transfer nach England schien sogar bereits in trockenen Tüchern gewesen zu sein. So berichtete “Saints”-Scout Piet Buter Voetbal International (zitiert via „Voetbalzone“ und transfermarkt.de): “Es schien ein einfacher Transfer zu werden. Die Klubs erzielten schnell eine Einigung. Zeefuik hatte anschließend über Skype Kontakt mit unserem Trainer und man wurde über einen Vertrag einig.” Der Deal platze allerdings, “weil Deyovaisio einen anderen Klub bevorzugt”, bestätigte Zeefuiks Berateragentur SEG. Der Spieler selbst erklärte: “Das Problem ist, dass Mark-Jan Fledderus (Sportlicher Leiter des FC Groningen, Anm. d. Red.) einen Wechsel zu Southampton will und mich dorthin drückt. Er will angeblich nur das Beste für mich, aber ich will selbst über meine Karriere entscheiden. Wenn Fledderus sich weiterhin so verhält, werde ich am Ende der Saison eben ablösefrei zur Hertha gehen.” Es droht ein langer Sommer für alle Beteiligten zu werden.

27.7. – Angeblich kein PSG-Interesse an Cunha – Hertha fordert 50 Millionen

Nachdem zuletzt berichtet worden war, dass Matheus Cunha ein heißer Kandidat auf einen Wechsel zu Paris St. Germain sein soll, lässt „Le Parisien“ nun verlauten, dass PSG doch gar kein allzu großes Interesse an dem 21-Jährigen haben soll. Demnach sollen gar keine Gespräche geführt und keine Pläne für eine spätere Verpflichtung gemacht worden sein. Ein Abgang Cunhas in diesem Sommer scheint somit extrem unwahrscheinlich zu werden. Zwar wurde nun von Medien noch ein Tauschgeschäft mit Julian Draxler in den Raum geworfen, aber das kann man wohl als Gedankenspiel abtun. Laut Sport Bild soll Hertha nun als Abschreckung für mögliche Interessenten ein Preisschild für Cunha in Höhe von 50 Millionen Euro aufgestellt haben.

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25.7. – PSG und Inter an Cunha dran?

Wie aus Medienberichten, die der kicker bestätigt hat, hervorgeht, soll Matheus Cunha auf dem Zettel von Paris St. Germain und Inter Mailand stehen. Während Inter den 21-jährigen Angreifer bereits seit längerem beobachten soll, ist das Interesse von PSG noch frisch. In nächster Zeit sollen die Franzosen Kontakt aufnehmen wollen, doch wir sind bei diesem Gerücht äußerst skeptisch. Nicht weil Cunha sich nicht in kürzester Zeit auf die Listen internationaler Topklubs gespielt haben könnte, sondern weil der Brasilianer erst seit einem halben Jahr in Berlin spielt und Hertha keinerlei Geldsorgen plagen, sodass die Ablösesumme wahnsinnig hoch ausfallen müsste – und ob Inter und PSG bereit sind, für einen Ersatzspieler so viel Geld auf den Tisch zu legen, darf besonders in diesem speziellen Transferfenster bezweifelt werden.

25.7. – Neue Chance bei Kobel?

Vor ein paar Tagen hieß es in Medienberichten, dass Hertha die Verpflichtung von Gregor Kobel abhaken könne, da sich der junge Keeper für einen Wechsel zum VfB Stuttgart entschieden hätte. Nun könnte es allerdings zur Kehrtwende kommen, denn aufgrund der finanziell so angespannten Lage scheinen die Schwaben den von der TSG Hoffenheim aufgerufenen Preis für Kobel nicht aufbringen zu können. So berichtet der kicker, dass die fünf Millionen Euro aktuell zu viel für den VfB wären, was die finanziell so potente Hertha wieder auf den Plan ruft. Stuttgart soll sich aktuell anderweitig umschauen, um einen bezahlbaren Torhüter zu finden. Sollte das Interesse der Berliner weiterhin bestehen, würde eigentlich nur noch eine Zusage von Kobel fehlen, um den Wechsel über die Bühne zu bringen. Es kann allerdings auch sein, dass Stuttgart und Kobel noch darauf hoffen, dass der VfB einen teuren Verkauf tätigen und den Transfer somit doch noch realisieren kann.

Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

25.7. – Jozwiak im Hertha-Blickfeld

Es ist kein Geheimnis, dass Hertha sich auf den offensiven Außenbahnen noch verstärken möchte. Jemand, der dafür im Blickfeld gelandet sein soll, ist Kamil Jozwiak vom polnischen Erstligisten Lech Posen. Der 22-jährige Linksaußen hat in der vergangenen Saison acht Tore erzielt und vier weitere vorbereitet und soll nun den Sprung in eine Topliga wagen wollen. In dem polnischen Medium Polska Piłka heißt es: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Jozwiak in der Bundesliga landet, beträgt 80 bis 90 Prozent und bei Hertha 70 bis 80 Prozent.“ Fünf Millionen Euro soll die Ablöse für den Polen betragen, der auch auf dem Zettel des SC Freiburg, FC Augsburg und Werder Bremen stehen soll. „Jozwiak mag die Hertha-Option sehr und alles deutet darauf hin, dass er ab der nächsten Saison auch ein blaues Trikot tragen wird“, so das Portal.

Was macht der U23-Kader?

Da Herthas Ausbildungsweg von Talenten meist auch die Zwischenstation U23 beinhaltet, wollen wir auch einen kurzen Blick zur Berliner Reservemannschaft wagen. Laut transfermarkt.de verlassen folgende Spieler aufgrund eines auslaufenden Vertrages den Verein: Niko Koulis, Lukas Kraeft, Timothy Mason, Luis Klatte, Niclas Wild, Timur Gayret, Nico Bretschneider, Mateo Kastrati, Irwin Pfeiffer, Maxim Hertel, Miralem Ramic. Hierbei sticht natürlich vor allem der Name Klatte heraus, welcher vor einem Wechsel zu Hansa Rostock stehen soll. Aber auch Kastrati ist interessant, da dieser als absoluter Stammspieler zum so hoch gelobten A-Jugend-Jahrgang der Hertha gehörte, der vor zwei Jahren die deutsche Meisterschaft gewann. „Meine Zeit bei Hertha ist leider vorbei. Ich bin auf der Suche nach einem neuen Verein“, teilte er dem rbb auf Anfrage mit. Fest zur U23 dazustoßen werden Omar Rekik, Jonas Michelbrink, Ruwen Werthmüller, Florian Palmowski (allesamt aus der U19) und Cihan Kahraman (ehemals Berliner AK).

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24.7. – Schnappt Kovac Wolf weg?

Wie hier bereits aufgegriffen soll seitens Hertha weiterhin Interesse an Marius Wolf bestehen, der nach seiner Leihe zum BVB zurückgekehrt ist. Entscheidend sei hierbei der Preis, denn bei einer Ablösesumme um die fünf Millionen Euro soll Hertha zuschlagen wollen – Dortmund soll aktuell aber noch zehn Millionen fordern. Die Berliner scheinen aber nicht mehr die einzige Interessent zu sein, denn laut Bild soll der AS Monaco, mittlerweile von Niko Kovac trainiert, ein Auge auf den 25-Jährigen geworfen haben. Demnach soll sich Kovac bereits im Umfeld Wolfs umhören, ob ein Wechsel zu realisieren sei. Kovac und Wolf haben eine enge Bindung, gewannen mit Eintracht Frankfurt zusammen den DFB-Pokal. Da Monaco nun auch nicht gerade von Geldsorgen geplagt ist, könnte sich also ein Wettbieten entwickeln – oder aber Hertha steigt aus, da ein Transfer von Wolf anscheinend nicht die allerhöchste Priorität hat.

24.7. – Bretschneider vor Abgang

Neben Dennis Smarsch und Luis Klatte soll mit Niko Bretschneider ein weiteres Hertha-Eigengewächs den Gang in Liga drei wagen wollen. „Langsam sind wir auf der Zielgeraden und Niko wird zeitnah eine Entscheidung über seine Zukunft treffen. Wo diese liegt, ist Stand jetzt völlig offen. Maloche, wie man im Westen sagt, steht dem Jungen aber sicherlich gut zu Gesicht“, erklärte Bretschneiders liga3-online.de und gab damit auch einen Hinweis auf den potenziellen Abnehmer. Mit dem MSV Duisburg, Viktoria Köln, KFC Uerdingen und dem SC Verl kommen demnach gleich vier Vereine für eine Verpflichtung in Frage. Bretschneider hat mehrere Jugendmannschaften bei Hertha durchlaufen und war zuletzt U23-Spieler, nun soll der Schritt ins Profi-Geschäft folgen. In der dritten Liga tummeln sich mittlerweile zahlreiche ehemalige Herthaner – beispielsweise Sascha Bigalke, Fanol Perdedaj, Christopher Schorch, Anthony Syhre.

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23.7. – Bei richtigem Preis schlägt Hertha bei Wolf zu

Von den Beteiligten ist in der jüngeren Vergangenheit immer wieder die Tür offen gelassen worden, ob Marius Wolf nach seiner Leihe nicht noch einmal verpflichtet wird. Der 25-jährige Flügelspieler gehörte lange Zeit zum erweiterten Stammspielerkreis, ehe ihn eine Verletzung außer Gefecht setzte und nicht ein einziges Mal unter Bruno Labbadia auflaufen ließ. In unserem kürzlich erschienen Artikel erklärten wir, weshalb eine Verpflichtung trotz der durchwachsenen Saison Sinn ergeben könnte. „(…) viel mehr als fünf Millionen Euro wird die alte Dame auf keinen Fall zahlen wollen“, schrieben wir damals – und siehe da, die Hertha-Verantwortlichen scheinen ähnlich zu denken. So berichtet Bild, dass Hertha weiter Interesse an einer Verpflichtung Wolfs hätte, allerdings nur wenn die Ablöse rund fünf Millionen Euro betragen würde – der BVB soll aktuell noch zehn Millionen fordern. Es ist geplant, dass Wolf die Vorbereitung bei der Borussia absolviert, doch sollte Trainer Lucien Favre dann den Daumen senken, könnte Dortmund den Forderungen der Berliner entgegenkommen, sodass ein Transfer tatsächlich noch zustande kommt. Es bleibt spannend.

23.7. – Preetz kommentiert Cordoba- und Gosens-Gerücht

Wie bereits in diesem Artikel (weiter unten) aufgegriffen, soll sich Hertha mit Jhon Cordoba vom 1. FC Köln beschäftigen. Nun hat Michael Preetz dem kicker gegenüber Stellung zu diesem Gerücht bezogen. Demnach weist der 27-jährige Kolumbianer ein „interessantes Profil“ auf, allerdings konstatiert Herthas Geschäftsführer Sport: „Wir befassen wir uns mit ein paar Spielern, aber wir sind weder mit dem Spieler noch mit Köln in Kontakt.“ Aber was noch nicht ist …
Auch an Robin Gosens soll Hertha laut dem kicker interessiert sein. Hier stellt Preetz klar: „Wir beschäftigen uns nicht mit dem Spieler.“

21.7. – Klatte vor Wechsel nach Rostock

Neben Dennis Smarsch (alle Infos dazu weiter unten im Artikel) soll auch ein weiteres Torhüter-Eigengewächs der „alten Dame“ den Gang in die dritte Liga wollen. So berichtet Bild, dass Luis Klatte, seit acht Jahren bei Hertha und letzte Saison U23-Keeper, vor einem Wechsel zu Hansa Rostock stehen soll. Der 20-Jährige wäre ablösefrei, da sein Vertrag bei Hertha ausgelaufen ist – ob es Gespräche bezüglich einer Verlängerung gegeben hat, ist nicht überliefert. Bei der „Kogge“ würde Klatte hinter Stammtorhüter Markus Kolke zunächst einmal die Nummer zwei werden. Wie bei Smarsch gilt, dass Hertha in diesem Sommer einen neuen Keeper verpflichten wird, mit dem man für mehrere Jahre plant, sodass wenig Platz für junge Nachwuchskeeper sein wird. Daher wäre es verständlich, wenn Klatte sich einer realistischeren Option zuwenden würde.

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21.7. – Draxler zu teuer

Auch wenn dieses Gerücht wohl nie ganz heiß geworden ist, kann es nun wohl endgültig begraben werden. Laut sky ist Julian Draxler, seit letztem Winter bei Hertha gehandelt, trotz Windhorst-Millionen zu teuer für die „alte Dame“. „Aus diesem Gerücht können wir final komplett den Drive rausnehmen. Es wabert immer wieder herum und klingt auch gut. Aber Julian Draxler und Hertha BSC wird nach unseren Informationen nicht passieren“, erklärt Sky Transfer Experte Marc Behrenbeck. Wir hoffen inständig, dass es damit auch gut ist.

21.7. – Cordoba lässt Zukunft offen

Bereits seit einigen Wochen wird Jhon Cordoba vom 1. FC Köln bei Hertha gehandelt. Die Berliner suchen einen neuen Mittelstürmer und der 27-jährige Kolumbianer würde mit seiner bulligen und kopfballstarken Spielweise ausgezeichnet in das Konzept von Bruno Labbadia passen, zumal er mit einem Jahr Restvertrag vergleichsweise kostengünstig zu haben wäre. Quellen berichten von rund 15 Millionen Euro, die man für Cordoba auf den Tischen legen müsste. Der Mittelstürmer hat in seinen letzten letzten beiden Spielzeiten insgesamt 35 Tore für die Kölner erzielt und sechs weitere vorgelegt (62 Pflichtspiele) – der Mann ist also in Form und mit kolumbianischen Mittelstürmern hat Hertha ja gute Erfahrungen gemacht. Cordoba soll ein Angebot zur Vertragsverlängerung in Köln vorliegen, doch dieser sagte nun dem kicker: „Wir wissen ja, dass der Transfermarkt lange offen sein wird. Ich habe einen Vertrag in Köln, aber man weiß im Fußball nie, was passiert. Ich bleibe ruhig.“ Es scheint also alles möglich.

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20.7. – Jiri Pavlenka auch auf dem Zettel?

Der nächste Name für die Torhüter-Position – und er wird auch bestimmt nicht der letzte sein. Jiri Pavlenka soll laut Bild auf dem Zettel von Hertha stehen. Der 28-jährige Tscheche soll einer der Spieler sein, bei denen Werder Bremen mit Aussicht auf gutes Geld durchaus zu einem Verkauf bereit sein soll. Ein Argument für Pavlenka soll sein, dass der Nationaltorhüter – sowohl in Bezug auf die Ablöse als auch das Gehalt – merklich günstiger zu haben wäre als Kevin Trapp, der ebenfalls bei Hertha gehandelt wird. Pavlenka hat nach seiner bärenstarken ersten Saison bei Bremen immer wieder Leistungseinbrüche gezeigt, zuletzt war er nicht mehr der große Rückhalt für sein Team. Dennoch ist die Qualität des Torhüters wohl unbestritten, der Preis wäre hierbei entscheidend.

20.7. Bleibt Grujic bei Hertha?

„Manager Michael Preetz hat gesagt, sie werden mit den Leuten aus England sprechen, um zu sehen, was möglich ist. Vom ersten Tag an habe ich mich als Teil dieses Klubs gefühlt. Alle haben mir das Gefühl gegeben: Das ist mein Klub. Und es ist mein Klub“, sagte Marko Grujic bereits vor ein paar Wochen, womit er die Tür für einen Verbleib in Berlin sehr weit aufgestoßen hat. Wie die B.Z. berichtet, ist es gut möglich, dass der Serbe in der kommenden Saison oder sogar für viele weitere Jahre an der Spree kicken wird. Demnach wird Grujic die Vorbereitung zwar beim FC Liverpool absolvieren, doch sollte Trainer Jürgen Klopp danach zum Entschluss kommen, dass es für den 24-Jährigen nicht reicht, ist eine Rückkehr nach Berlin gut möglich – entweder durch eine dritte Leihe oder einen Kauf. Dabei soll auch Marc Kosicke helfen, der mittlerweile Windhorst-Berater ist, aber auch Klopp als Klienten hat. „Marko ist ein Spieler, über den wir immer nachdenken werden“, stellte Preetz zuletz in Aussicht. Gut möglich also, dass wir Grujic auch kommende Saison im blau-weißen Trikot auflaufen sehen werden.

20.7. – Zeefuik will unbedingt zu Hertha

Bereits seit einigen Wochen sollen sich Hertha und Deyovaisio Zeefuik über einen Vertrag einig sein. Nun müsste nur noch der Verein des 22-jährigen Rechtsverteidigers, der FC Groningen, mitspielen, doch dieser soll mit der gebotenen Ablösesumme noch nicht zufrieden sein – hier scheint sich zu zeigen, was es bedeuten kann, wenn der gegenübersitzende Verein um das viele Geld im Hertha-Portemonnaie weiß. Die Berliner sollen drei Millionen Euro bieten, Groningen aber sechs Millionen fordern. Nun meldet sich Zeefuik selbst zur Hängepartie zu Wort: „Ich gebe mein Bestes auf dem Feld beim FC Groningen, aber ich bin gedanklich nicht mehr hier. Ich möchte so schnell wie möglich nach Deutschland zu Hertha BSC. So großartig es hier auch ist, muss ich doch auf mich und meine Zukunft blicken. Und es ist Zeit für den nächsten Schritt.“ Laut dem Niederländer würde der Transfer „blockiert werden“. Es könnte ein Kaugummi-Transfer werden, aber diese kann Preetz bekanntlich besonders gut.

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20.7. – Trapp ein weiterer Kandidat?

Das Rätselraten im den neuen Mann für das Hertha-Tor geht in die nächste Runde. Nun soll laut dem kicker auch Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt auf dem Zettel von Michael Preetz stehen. Der 30-jährige Nationaltorhüter gehört zu dem Tafelsilber, das die Eintracht aufgrund der Corona-bedingten Finanzsituation eventuell abgeben könnte – Auch weil Trapp (laut Bild) fünf Millionen Euro im Jahr verdienen soll und mit Frederik Rönnow bereits ein geeigneter Ersatz in den eigenen Reihen zur Verfügung stünde. Für Trapp sprechen auf jeden Fall seine große Erfahrung und Strahlkraft, schließlich hat er Europapokalerfahrung, beim Topklub Paris St. Germain gespielt und mehrere Teilnahmen bei großen Turnieren zu verzeichnen. Seine vergangene Spielzeit ist allerdings nicht mehr als solide gewesen, ob man für ihn also tief in die Tasche greifen sollte, ist fraglich.

20.7. – Samardzic soll Wechsel forcieren

Laut dem kicker forcieren der Berater und Vater von Lazar Samardzic einen Wechsel. Das 18-jährige Eigengewächs soll auf dem Zettel von Juventus Turin und dem FC Barcelona stehen. Bild berichtet darüber hinaus, dass dem Berater des Offensivjuwels auch Anfragen vom FC Chelsea und AC Mailand vorliegen sollen. Doch hier tut sich bereits eine Ungereimtheit auf: Samardzic soll es nämlich vor allem um mehr Spielzeit gehen – ein Transfer zu einem internationalen Topklub würde also nur wenig bis gar keinen Sinn ergeben. Ohnehin muss man Gerüchte um angebliche Wechselabsichten von Talenten stets mit Vorsicht genießen, denn bereits in der Vergangenheit haben sich diese oftmals nicht bewahrheitet. Falls Samardzic nach zwei Bundesliga-Einsätzen aber tatsächlich einen Wechsel zu einem Weltklasseverein forcieren will, sollte er vorher mal mit Christopher Schorch sprechen, wie solche Karriereentscheidungen ausgehen können. Zumal er nicht der erste Jungprofi wäre, der nach kurzer Zeit bereits zu viel will, man erinnere sich an Yanni Regäsel – dieser ist übrigens seit einem Jahr vereinslos.

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20.7. – Gosens nach Berlin?

Ein Gerücht, das exemplarisch dafür steht, dass man als Verein mit prall gefülltem Geldbeutel wohl mit absolut jedem interessanten Namen in Verbindung gebracht wird: Robin Gosens, der seit zwei Jahren mit Atalanta Bergamo groß auftrumpft, will ab kommender Saison eine neue Herausforderung. Er hat die Freigabe seines Klubs erhalten und hätte grundsätzlich große Lust, mit 26 Jahren nach Deutschland zurückzukehren. Der Linksverteidiger soll bei Topvereinen wie Inter Mailand und Juventus Turin auf dem Zettel stehen, 30 Millionen Euro steht auf seinem Preisschild. Laut dem kicker soll aber auch Hertha anklopfen. Mit den Interessenten und der Ablösesumme sind also bereits zwei große Gründe gegen einen Wechsel nach Berlin genannt worden – Die Blau-Weißen können im Sommer zwar investieren, Transfers solch einer Größenordnung sind jedoch äußerst unrealistisch, zumal Hertha mit Marvin Plattenhardt, Maximilian Mittelstädt und Talent Luca Netz auf der Linksverteidigerposition keinen akuten Handlungsbedarf hat. Das Gerücht kann also höchst wahrscheinlich ignoriert werden.

19.7. – Mehrere Verein an Smarsch interessiert

Bislang wurde bei Dennis Smarsch stets über eine Leihe für die kommende Saison spekuliert. Wie der kicker berichtet, könnte das Berliner Eigengewächs Hertha im Sommer aber auch fest verlassen. So soll dem 21-Jährigen auf lange Sicht keine zufriedenstellende Perspektive aufgezeigt werden können. Zur kommenden Saison wird ein Keeper verpflichtet, der für Jahre zwischen den Pfosten stehen soll, zudem ist Nils Körber als ebenfalls noch junger Torhüter wieder Teil des Kaders. Mit dem 1. FC Saarbrücken und Türkgücü München, beides Drittligaaufsteiger, sollen großes Interesse an Smarsch haben, der ein Angebot aus der zweiten portugiesischen Liga bereits abgelehnt haben soll. Da der junge Keeper bei Türkgücü sehr wahrscheinlich als Stammtorhüter in die Saison gehen würde, sollen die Münchener der Favorit auf einen Wechsel sein. Auch wenn der Verlust eines jungen Spielers, der sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat, immer schmerzt, könnte man Smarsch verstehen, der seine ersten Schritte im Profi-Fußball gehen will und keine Perspektive bei Hertha sieht. Sicherlich wäre es – wie im Fall von Marius Gersbeck – auch möglich, eine Rückkauf-Klausel in den Vertrag einzubauen, sollte sich Smarsch bei seinem neuen Verein exzellent entwickeln.

17.7. – Mvogo fürs Hertha-Tor?

Nachdem Gregor Kobel Hertha laut Medienberichten eine Absage erteilt haben soll, sollen die Berliner laut Bild RB-Ersatzkeeper Yvon Mvogo ins Auge gefasst haben. Der 26-jährige Schweizer will sich nach zwei Jahren als Edelreservist einer neuen Herausforderung stellen und soll von Leipzig keine Steine in den Wege gelegt bekommen. Drei bis vier Millionen Euro soll Mvogo kosten, mit dem Hertha einen noch recht jungen und damit entwicklungsfähigen Keeper bekommen würde, der trotz geringer Spielzeit die aktuelle Nummer zwei der Schweiz ist (und der mangelt es nun nicht gerade an guten Torhütern). Mvogo gilt als talentierter und moderner Schlussmann, an Peter Gulacsi nicht vorbeizukommen ist auch wirklich keine Schande. Da Hertha anscheinend nicht das große Geld in einen neuen Torwart investieren und stattdessen lieber den Konkurrenzkampf zwischen Mister X, Rune Jarstein und Nils Körber ankurbeln will, wäre Mvogo ein geeigneter Kandidat.

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16.7. – Wildes Jovic-Gerücht

Eines der Gerücht, bei dem wir uns ernsthafte Gedanken gemacht haben, ob wir es denn in diesen Artikel mitaufnehmen wollen, aber aus Gründen der Unterhaltung wollen wir mal nicht so sein. Laut der Marca soll Luka Jovic, vor einem Jahr für 60 Millionen Euro von Frankfurt nach Madrid gewechselt, auf dem Zettel der „alten Dame“ stehen. Der 22-jährige Serbe hat ein schweres erstes Jahr bei den „Königlichen“ hinter sich, nur 17 Spiele und zwei Tore belegen es. Real soll sich ernsthaft mit einem Verkauf nach nur einem Jahr beschäftigen und für Angebote offen sein – das aber eins von Herthas Vereinsführung hereinflattert, kann wohl ausgeschlossen werden. Zwar soll Hertha nach einem Mittelstürmer Ausschau halten, einen solch großen Transfer wird es vor allem nach den 23 Millionen Euro für Krzysztof Piątek aber nicht geben.

15.7. – Hertha angeblich an Rodriguez dran

Hertha soll laut Bild neben Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim zu den Vereinen gehören, die Ricardo Rodriuez, ehemals VfL Wolfsburg und seit 2017 an den AC Mailand gebunden, auf dem Zettel haben sollen. Der 27-jährige Schweizer hat noch bis 2021 Vertrag in Mailand, dort hat man aber keine Verwendung mehr für ihn, zuletzt war Rodriguez nach Eindhoven verliehen. Und auch im Falle von Hertha würde sich die Frage nach der sportlichen Sinnhaftigkeit stellen, denn mit Plattenhardt, Mittelstädt und Netz ist man auf links hinten mindestens solide besetzt und auch auf Rodriguez Zweitposition, der Innenverteidigung, besteht eigentlich kein Bedarf. Zumal der Nationalspieler in den vergangenen Jahren ziemlich stagniert hat und selbst bei einer gehandelten Ablösesumme von nur drei Millionen Euro die Frage erlaubt wäre, ob Hertha sich mit ihm einen Gefallen tun würde. Der Labbadia-Effekt kann allerdings immer zuschlagen, das wollen wir nicht ausschließen.

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6.7. – Kobels Zukunft bleibt offen

Der Wechsel schien sich laut mehreren Medienberichten anzubahnen, doch laut transfermarkt.de wird Gregor Kobel zur kommenden Saison wohl nicht zu Hertha wechseln. Die Zukunft des 22-jährigen Keepers, aktuell noch bei Hoffenheim unter Vertrag, bleibt weiterhin offen, auch ein Wechsel zum VfB Stuttgart, an den er vergangene Saison ausgeliehen war, ist möglich. Manche Medienberichte halten den Transfer zum VfB für deutlich wahrscheinlicher als den nach Berlin. Demnach soll Kobel eher anstreben, die klare Nummer eins zu sein und sich nicht in einen offenen Dreikampf mit Jarstein und Körber begeben wollen. Das letzte Wort scheint hier aber noch nicht gesprochen zu sein.

5.7. – Rekik vor Abflug?

Neben beinahe zahllosen Gerüchten auf der Zugangsseite gesellen sich auch ein paar Spekulationen um wechselwillige Hertha-Spieler dazu. Demnach soll Karim Rekik von seinem Berater in England, Spanien und Deutschland angeboten worden sein, berichtet Bild. Der 25-jährige Niederländer hat zwar noch ein Jahr Vertrag in Berlin, im Endspurt der vergangenen Saison hat sich Rekik allerdings zu Innenverteidiger Nummer vier in der internen Hierarchie entwickelt. Nur 14 Ligaspiele hat Rekik in der vergangenen Saison bestritten, nun ist auch Kumpel Salomon Kalou nicht mehr da, mit dem er sich dieselbe Berateragentur teilt. „Mit mir hat noch niemand gesprochen. Ich fühle mich in Berlin total wohl. Auch mit dem Trainer-Team komme ich super klar“, sagte er, aber solche Statements und ihr Wahrheitsgehalt kennt der geneigte Fußballfan zu genüge. Die Perspektive für Rekik sieht in der kommenden Saison alles andere als gut aus und so scheint es nicht unwahrscheinlich, dass er sich sportlich verändern will und Hertha in Hinsicht auf seinen auslaufenden Vertrag noch eine Ablöse einstreichen will, zumal mit Marton Dardai und Bruder Omar Rekik zwei vielversprechende Innenverteidiger-Talente in den Startlöchern stehen. Es könnte also zum Abschied nach drei gemeinsamen Jahren kommen.

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1.7. – Hertha heiß auf McKennie?

Nach den Abgängen von Per Skjelbred und Marko Grujic (seine Zukunft bleibt offen) ist klar, dass Hertha in der Mittelfeldzentrale noch etwas tun muss. Wie Sport1 berichtet, sollen die Berliner hierfür auch Weston McKennie auf dem Zettel haben. Der 21-jährige US-Amerikaner will Schalke 04 angeblich verlassen und zukünftig um Europa mitspielen wollen. Bruno Labbadia soll großer Fan des äußerst polyvalenten Spielers sein und versucht haben, ihn bereits zum VfL Wolfsburg zu locken. Auch dass Schalke finanziell bedingt zu Spielerverkäufen gezwungen sein wird, spricht für einen Wechsel, doch wird Hertha bei weitem nicht der einzige Interessent sein. So soll auch der FC Liverpool sein Interesse angemeldet haben. Für McKennie spricht seine laufintensive und körperliche Spielart, die gut zum Labbadia-Fußball passt, zumal der US-Nationalspieler vielseitig einsetzbar, technisch nicht zu unterschätzen und durchaus torgefährlich ist. 25 Millionen Euro werden für McKennie ausgerufen, Hertha soll aber auf eine merklich kleinere Summe spekulieren.

25.6. – Auch Hertha an Rashica dran?

Dass Hertha sich auf auch auf dem offensiven Flügel für die kommende Spielzeit verstärken will, ist kein Geheimnis. Auch nach Milot Rashica, der in den vergangenen Wochen vor allem mit RB Leipzig in Verbindung gebracht wird, sollen die Berliner ihre Fühler ausgestreckt haben – das berichtet die „Deichstube“. Sicherlich wäre der 24-jährige Angreifer eine klare Verstärkung für Hertha, das Gerücht kann aber wohl abgehakt werden, da Rashica nur im Abstiegsfall zu bezahlen gewesen wäre und mit der aktuell aufgerufenen Ablösesumme von 25 Millionen Euro nicht mehr in den Rahmen passt. Zudem soll sich der Kosovare bereits auf Leipzig eingeschossen haben. Es bleibt also wohl nur bei einem Traum.

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Herthaner im Fokus: Eintracht Frankfurt – Hertha BSC

Herthaner im Fokus: Eintracht Frankfurt – Hertha BSC

Im zweiten Spiel unter Jürgen Klinsmann ging es vor allem um eine Sache: Kampf. Die Hertha-Profis lieferten eine körperlich betonte Leistung ab und erkämpften sich einen Punkt in Frankfurt. Trotzdem war bei vielen Fans eine große Enttäuschung zu spüren. Eine 2:0 Führung aus der Hand zu geben ist schließlich nie ein gutes Gefühl. Wir haben uns die Leistung einzelner Spieler genauer angeschaut.

Marko Grujic – Entscheidender Mann

Marko Grujic hat am Freitagabend wohl sein bestes Spiel in der laufenden Saison gezeigt. Dabei gab es zahlreiche Situationen, in denen der Serbe den einen oder anderen Hertha-Fan zur Verzweiflung gebracht hat. Entscheidend war er aber allemal.

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Das 1:0 bereitete der Serbe herausragend vor. Nach einer Balleroberung von Darida leitete er den Gegenangriff selbst ein, schaltete schnell nach vorne um. Im Zusammenspiel mit Marvin Plattenhardt wurde Grujic dann auf der linken Seite angespielt, leitete den Ball zwischen die Beine seines Gegenspielers in den Lauf von Dodi Lukebakio weiter, der zum 1:0 einnetzen konnte. Nicht weniger wertvoll war dann in der zweiten Halbzeit sein Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. Nach schöner Vorlage von Dedryck Boyata stand der Serbe goldrichtig, musste nur noch aus kurzer Distanz einschieben.

Zwei brillante Szenen, die sinnbildlich für das Potenzial und für die Qualität des aus Liverpool ausgeliehenen Spielers stehen. Solche Szenen zeigte er in den vergangenen Monaten so gut wie nie, und auch gegen Frankfurt fiel er nicht nur durch diese Szenen auf. Beim von Schiedsrichter Christian Dingert zurückgenommenen 1:1 Ausgleich der Frankfurter war Marko Grujic durch einen unnötigen Ballverlust am Ursprung. Beim 2:2 Ausgleich der Heimmannschaft sah er Hinteregger zwar anlaufen, reagierte aber nicht schnell genug, sodass dieser dann zu Rode köpfen konnte.

Im Mittelfeld fiel wieder einmal auf, dass der junge Serbe oft nicht rechtzeitig schaltete, um Angriffe des Gegners zu verhindern. Oftmals lief er seinem Gegenspieler nur hinterher, ohne diesen entscheidend zu stören oder zu bedrängen. Dies zeigt sich auch daran, dass er weniger intensive Läufe (51) aufweisen konnte als Ondrej Duda, der bereits in der 49. Minute ausgewechselt wurde. Im Vergleich dazu wies Laufwunder Vladimir Darida sogar 116 intensive Läufe auf.

Der Serbe teilt sich aktuell mit Robert Andrich von Union Berlin und mit Kingsley Ehizibue aus Köln einen Titel. Sie sind die Spieler mit den meisten Fouls in der Bundesliga. Dagegen fiel Grujic besonders positiv damit auf, dass er nicht nur an beiden Toren direkt beteiligt war, sondern auch allgemein ein Aktivposten im Mittelfeld war. Ganze 11,46 Kilometer lief der Mittelfeldspieler insgesamt. Er war auch der Spieler mit den meisten Ballkontakten (57) und der Spieler mit den meisten Pässen (40, Passquote 70%) bei den Berlinern.

Ondrej Duda – Chance verpasst

Ondrej Duda stand, für viele überraschend, in der Startelf von Hertha BSC. Dabei war er im letzten Spiel gegen Borussia Dortmund nicht mal im Kader. Doch die Chance in seinem ersten Einsatz unter Neutrainer Jürgen Klinsmann guten Eindruck zu hinterlassen konnte er leider nicht nutzen. Seine unbestrittenen Qualitäten, die er vergangene Saison unter Beweis stellen konnte, brachte er nicht auf dem Platz.

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Stattdessen zeigte er genau die Schwächen, die ihm diese Saison wohl zurecht öfter seinen Stammplatz gekostet hatten. Er brachte, wie seine Mitspieler auch, die nötige Härte und Aggressivität auf dem Platz. Dabei konnte er jedoch weder die nötige Präzision noch das nötige Timing bei den Zweikämpfen aufweisen. Dadurch gewann der Slowake so gut wie nie den Ball, beging dafür zahlreiche Fouls.

Bereits in der neunten Minute holte sich der 25-Jährige für ein Foul an Martin Hinteregger die gelbe Karte ab. In der Folge nahm er sich jedoch in Zweikämpfen keineswegs zurück und war bis zur Pause akut gelb-rot gefährdet. Als er dann direkt in der 46. Minute wieder nur knapp der gelb-roten Karte entkommen konnte, wurde er vom Berliner Cheftrainer ausgewechselt.

Damit musste Hertha früh wechseln und hatte im weiteren Verlauf des Spieles eine Wechseloption weniger. Dazu kommt, dass Duda zu oft durch Ballverluste (nur 40 % Zweikampfquote) und Ideenlosigkeit in der Offensive auffiel.  Insgesamt eine schwache Leistung des Slowaken, der in dieser Form für die noch verunsicherten „alten Dame“ keine Verstärkung darstellt.  Er muss hoffen, dass er in den nächsten Partien seine Chance nutzt. Viele schwache Einsätze wird auch Jürgen Klinsmann nicht dulden.

Davie Selke – Laufen und Arbeiten

Langsam wird diese Torflaute bei den Berliner Stoßstürmern problematisch. Selbstverständlich ist Tore schießen eine Mannschaftsleistung, sodass Stürmer nie alleinverantwortlich dafür sind, wenn sie keine Tore schießen. Doch leider hat die Konkurrenzsituation im Sturm, die wir Anfang der Saison beschrieben hatten, nicht dafür gesorgt, dass sich jetzt eine “Tormaschine” in der Startformation durchgesetzt hat.

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Im Gegenteil: Ibisevic und Selke weisen zusammen in dieser Bundesligasaison nur vier Tore auf. Keiner der beiden konnte bisher so richtig überzeugen, dabei braucht Hertha BSC vor allem in einer solchen gefährlichen Phase einen Torgaranten, der gefühlt aus einer halben Chance zwei Treffer erzielt. Diesen gibt es aktuell bei Hertha nicht, auch nicht in Person von Davie Selke

Dieser konnte auch gegen Frankfurt erneut unter Beweis stellen, dass er ein unangenehmer Gegenspieler ist, der sich körperlich komplett reinhängt und um jeden Ball kämpft. Seine Bemühungen und sein Wille sind ihm nicht abzusprechen, sodass es uns schwer fällt, ihn zu kritisieren. Unter Anderem holte er den Freistoß heraus, den Hertha zum zwischenzeitlichen 2:0 nutzen konnte. Dazu zeigte er sich unglaublich laufstark, lief 11,05 km, was für einen Stürmer ein überragend hoher Wert ist. Im Vergleich: Gegenspieler Goncalo Paciencia lief einen Kilometer weniger.

Doch seine Arbeit zahlte sich nur selten in Torgefahr aus. Bloß einen Torschuss in der 68. Minute konnte er abgeben. In sehr guter Position schoss er nach guter Flanke von Marvin Plattenhardt jedoch neben das Tor und vergab damit seine einzige gute Torgelegenheit. Leider zählen am Ende nur die Tore, und diese fallen entweder nicht, werden zurückgenommen oder fallen dann, wenn das Spiel bereits verloren ist (wie im Spiel gegen RB Leipzig).

Bereits jetzt ist in sozialen Netzwerken und Medien davon die Rede, womöglich im Winter einen Torgaranten dazu zu holen. Geld dafür wäre durch das Investment von Lars Windhorst theoretisch da. Dodi Lukebakio zeigt sich zwar Torgefährlich, zeigte sich aber vor allem als Flügelstürmer. Eine „echte“ Neun könnte im Winter kommen, wenn bis dahin weder Ibisevic noch Selke ihre „Torblockade“ lösen können. Im Fußball kann bekanntlich alles sehr schnell gehen. Deshalb bleibt die Hoffnung, dass sich die von Spielern und Trainer angesprochene „Arbeit“ auch bei Davie Selke schon bald wieder in Tore ummünzt. Gegen Borussia Dortmund war es für einen kurzen Moment so gewesen. Bereits am kommenden Wochenende gegen den SC Freiburg hat der 24-Jährige die nächste Möglichkeit.

Dedryck Boyata – Topleistung trotz Gegentreffer

Herthas Probleme mit der defensiven Stabilität sind auch unter Jürgen Klinsmann nicht einfach so über Nacht wie durch einen Zauber verschwunden. Das zeigt sich daran, dass die „blau-weißen“ in Frankfurt wieder zwei Gegentreffer kassieren mussten. Zudem ließen Sie zahlreiche Chancen zu. Beide Gegentreffer fielen nach Ecken, was kein Zufall ist. Ganze 16 Eckbälle bekamen die Hausherren am Freitagabend zugesprochen. Dabei sind Standards eine große Schwachstelle des Hauptstadt-Clubs, und das bereits seit Saisonbeginn.

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Die fehlende Stabilität ist nichts, was man an einer Person fest machen könnte. Ein Hertha-Profi stellte am Freitagabend jedenfalls keinen Unsicherheitsfaktor dar. Dedryck Boyata zeigte eine Topleistung, war zweifellos der Innenverteidiger, der die größte Stabilität ausstrahlte. Die Statistik bestätigt diesen Eindruck: 12 Bälle konnte der Belgier im Laufe des Spieles klären, dazu vier gegnerische Bälle abfangen und mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe gewinnen. Außerdem fiel er durch gute Balleroberungen und Tacklings auf.

Umso bitterer also für ihn, dass Hertha trotz seiner starken Leistung erneut zwei Tore kassierte. Kurz vor dem ersten Gegentreffer konnte der Innenverteidiger zunächst mit einer absoluten Traumgrätsche Goncalo Paciencia den Ball im Strafraum vom Fuß klären. In der anschließenden Ecke und der damit verbundenen Unruhe im Strafraum konnte er den Kopfball von Hinteregger aber nicht verhindern. Aufgrund eines Stellungsfehlers von Marvin Plattenhardt stand der Frankfurter auch nicht im Abseits, sodass der Anschlusstreffer der Hessen auch zählte.

Beim Versuch in der 85. Minute eine Flanke aus dem Strafraum zu schießen versprang ihm der Ball und sorgte für eine weitere Ecke für Eintracht Frankfurt. Diese führte dann zum 2:2 Ausgleich. Gerade für die Innenverteidiger ist die aktuelle Lage besonders schwierig. Trotz größtem Einsatz und Mühe fallen Gegentreffer wie am Fließband und Spielphasen, in denen die Defensive entlastet ist, gibt es nur selten.

Dedryck Boyata entwickelt sich in dieser Phase allerdings weiter zum unumstrittenen Stammspieler. Das kann der „alten Dame“ nur gut tun und Jürgen Klinsmann wird sicher seine Defensive auch um den Belgier herum aufbauen können. Es bleibt abzuwarten, wann sich Hertha-Fans endlich wieder über eine gegentorfreie Partie freuen können. Die letzte gab es Ende September beim 1. FC Köln.

Marvin Plattenhardt – Hoffnung auf mehr

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Eine weitere Überraschung in der Startelf war Marvin Plattenhardt. Im Heimspiel gegen Borussia Dortmund wurde er noch nicht eingesetzt. Sein erster Einsatz unter Jürgen Klinsmann bei Eintracht Frankfurt verlief recht gut. Besonders beim 1:0 durch Dodi Lukebakio war er besonders wertvoll und konnte durch einen schönen Pass auf Marko Grujic durch zwei Frankfurter hindurch das Tor mit vorbereiten. Auch beim 2:0 war der linke Verteidiger maßgeblich beteiligt. Sein Freistoß von der rechten Angriffsseite war der Ursprung des zweiten Berliner Treffers.

Auch seine Werte sind ordentlich: er lief mehr als 10 Kilometer, konnte zweimal in bedrohlichen Situationen klären und gewann alle seine Zweikämpfe. Außerdem kamen 79 % seiner Pässe an. Auf der Schattenseite steht die Situation beim Anschlusstreffer des Heimteams, als er bei der Ecke falsch stand. Dazu kommt, dass der 27-Jährige nur selten zu Vorstößen kam. Nur einmal konnte er auf seiner linken Seite mit viel Platz in den Strafraum flanken. Dabei konnte er aber Davie Selke sehr gut in Szene setzen und hätte durchaus seine dritte Torbeteiligung aufweisen können.

Es ist durchaus eine Leistungssteigerung bei Marvin Plattenhardt zu erkennen. Vor allem seine Beteiligung an beiden Treffern spricht dafür. Für viele ist der linke Verteidiger bereits abgeschrieben, doch sollte er an diese Leistung anknüpfen und sich Woche für Woche steigern könnte er sich zurückmelden. Es bleibt abzuwarten, ob er auch im nächsten Heimspiel gegen den SC Freiburg in der Startelf stehen darf.

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – TSG 1899 Hoffenheim

Herthaner im Fokus: Hertha BSC – TSG 1899 Hoffenheim

Es war eine sehr unglückliche Niederlage von Hertha BSC gegen die TSG Hoffenheim, und doch kann man die verlorenen Punkte nicht einfach mit Pech erklären. Aluminumtreffer und ungünstige Schiedsrichter-Entscheidungen sind nur ein Aspekt des 2:3. Auch die defensiven Fehler und phasenweise schwache Einzelleistungen sorgten dafür, dass man sich nicht belohnen konnte. Und das obwohl es phasenweise ein gutes Fußballspiel der Blau-weißen war und Ante Covic wieder ein gutes Händchen bewies.

In unserer Einzelkritik zum spektakulären Heimspiel haben wir uns wieder Spieler genauer angeschaut, die uns sowohl negativ als auch positiv besonders aufgefallen sind.

Marko Grujic – noch ein langer Weg bis nach Liverpool

Hoch waren die Erwartungen an Marko Grujic, als er im Sommer noch einmal vom FC Liverpool ausgeliehen wurde. Bisher tut sich der Serbe allerdings schwer, diese Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Auch allein im Mittelfeld konnten Vladimir Darida oder Per Skjelbred bis heute mehr auf sich aufmerksam machen. Dabei konnte er in den ersten Spieltagen bereits zwei Mal treffen. Dass der 23-Jährige große Fähigkeiten hat, weiß in Berlin jeder. Am Samstag gegen TSG Hoffenheim allerdings zeigte er seine bisher wohl schwächste Leistung in dieser Spielzeit.

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Und das obwohl er noch vor zwei Wochen den Wunsch äußerte, endlich beim FC Liverpool spielen zu dürfen. Viele Vorstellungen wie am Samstag sollte es dafür nicht geben, denn was in der Bundesliga nicht ausreicht, wird erst recht nicht in der Mannschaft von Jürgen Klopp zu Einsatzzeiten führen. Inbesondere bei seinen Defensivaufgaben war Grujic erneut nicht auf der Höhe.

Die zugegeben sehr starke zentrale der Gäste konnte im Olympiastadion zu oft ungestört agieren und Konter durch das Zentrum konnten frei ausgespielt werden. Grujic ließ seine Gegenspieler mehrmals sträflich frei im Mittelfeld größere Distanzen laufen. Diese konnten dann vor dem Berliner Strafraum angespielt werden und abschließen. So entstanden größere Chancen (z.B. 29. und 30. Minute) und auch das erste Gegentor zum 0:1. Gefühlt den halben Platz konnte Florian Grillitsch ungestört entlangsprinten, um dann auf Jürgen Locadia zu spielen, der die Führung erzielte – Grujic fungierte hier nur als Begleitschutz.

In dieser sowie in einigen anderen Aktionen stand Grujic zu weit weg vom Gegenspieler, was sich auf einem so hohen Niveau wie in der Bundesliga rächt. Da wo ein anderer Spieler sicherlich ein taktisches Foul gezogen oder im Vollsprint die Anspielstation behindert hätte, lief die Leihgabe teilweise nur hinterher. Dabei hätte er seine schwache Leistung kurz vor der Halbzeit noch retten können. Sein Schuss nach guter Vorarbeit von Dodi Lukebakio landete jedoch nur an den Pfosten.

Die Körpersprache, die Präzision und das Stellungsspiel – all diese Aspekte stimmten bei Grujic in der gestrigen Partie überhaupt nicht. Das spiegelt auch seine Zweikampfquote wieder (nur 33% gewonnene Zweikämpfe). Cheftrainer Covic reagierte beim 0:2-Rückstand in der Pause und wechselte Ondrej Duda ein. Angesichts der Leistung des Liverpool-Leihspielers ist es kein Wunder, dass Grujic weichen musste. Zu der Auswechslung sagte Ante Covic: “Ich war der Meinung, dass wir auf der Position etwas ändern mussten. Wir haben zur Pause auch im Grundsatz das System verändert, weil wir im letzten Drittel mehr Zugriff benötigt haben.”

Aktuell scheint beim Serben die Luft ein wenig raus zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass der so oft gelobte Mittelfeldspieler schon nächste Woche gegen Union Berlin ein anderes Gesicht zeigt. Dann muss nämlich der Ausfall von Vladimir Darida (gelb-rot Sperre) spielerisch wie läuferisch kompensiert werden.

Dedryck Boyata – Die tragische Figur

Wenn wir bei den schwächeren Einzelleistungen des Spieles sind, müssen wir zum ersten Mal die Leistung von Dedryck Boyata ansprechen. Der Sommer-Neuzugang brachte zuletzt viel Stabilität in die Berliner Defensive und wurde auch von uns viel gelobt. Leider war er eine der “tragischen” Figuren im Spiel gegen die TSG aus Hoffenheim und verletzte sich zudem in der zweiten Halbzeit.

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Doch gerade inm ersten Durchgang konnte er in der starken Phase der Hoffenheimer nicht die gewohnte Sicherheit ausstrahlen. In der 30. Minute hätte er durch einen voreiligen und dadurch zu kurz greifenden Klärungsversuch im Strafraum bereits ein Gegentreffer verursachen können. Beim 0:1 durch Jürgen Locadia stand er ein paar Schritte zu weit weg vom Gegenspieler und wurde bei dessen Schuss unglücklich getunnelt, sodass Rune Jarstein im Kasten keine Abwehrchance hatte. Auch seine Zweikampfwerte blieben unterdurchschnittlich, der Belgier gewann nur die Hälfte seiner Duelle (im Vergleich gewann Karim Rekik 73 % seiner Zweikämpfe).

Obwohl es nicht sein Tag war: ein Mentalitätsproblem hat Boyata sicher nicht. Dies zeigte sich ganz besonders kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit, als er den Ball in gefährlicher Position verlor und einen sehr gefährlichen Angriff für den Gegner zuließ. Mit aller Kraft lief er hinterher und konnte den Schuss von Skov abblocken. Trotzdem zeigte auch diese Szene, dass der 28-jährige Innenverteidiger nicht wirklich auf der Höhe des Geschehens war.

Es passiert jedem Spieler gelegentlich eine schwache Partie zu spielen und für Dedryck Boyata ist es wohl die erste schwächere Leistung, seitdem er im Hertha-Trikot Pflichtspiele absolviert. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Spiel aus Gesundheitsgründen nicht zu teuer für ihn wird. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, hat er Beschwerden in der Leistengegend, eine MRT-Untersuchung soll am Montag folgen. Da Boyata allerdings in den letzten Jahren immer wieder für längere Zeit aufgrund von Muskelproblemen ausfallen musste, ist auch an dieser Stelle eine längere Pause nicht auszuschließen.

Lukebakio – Per Traumtor zum Stammspieler?

Bereits gegen Werder Bremen war Dodi Lukebakio nach seiner Einwechslung einer der auffälligsten Spieler und konnte durch eine starke individuelle Szene einen Punkt an der Weser retten. Gegen Hoffenheim stand der Rekordtransfer von Hertha von Beginn an in der Startelf und wusste in den ersten gut 20 Minuten der Hauptstädter zu überzeugen. Dribbelstark und gefährlich, mit guten Sprints in die Spitze (wie zum Beispiel in der 16. Minute) und intelligenten Läufen – Lukebakio war in der Berliner Offensive omnipräsent und bildete mit Marius Wolf auf der anderen Seite eine sehr ansehnliche Flügeloffensive.

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Sein Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen 1-2 war nicht nur ein wunderbarer Treffer, sondern auch ein Hoffnungsschimmer, welcher der gesamten Mannschaft und den Fans neuen Schwung gab. Ein Tor, das gute Technik und einen stark ausgeprägten Torriecher verkörpert. Auch wenn bei ihm nicht immer alles funktionierte, war er hochmotiviert und mit guter Mentalität unterwegs.

Eine Szene, die gerade diesen unbedingten Willen zeigt, konnte man in der 60. Minute sehen. Ein guter Angriff von Hertha wurde eingeleitet und der Ball kam zum Flügelstürmer, der in aussichtsreicher Position einige Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung hatte. Sein Pass in die Spitze misslang jedoch völlig, was ihn aber selber am meisten ärgerte. Lukebakio warf sich kurz hin und schlug vor Ärger auf dem Boden, bevor er aber gleich wieder aufstand und weiter lief. Dieser kurze Frust-Moment, obwohl er wenige Minuten zuvor ein Traumtor erzielen konnte, ist auch ein Anzeichen dafür, dass der junge Belgier hohe Ansprüche an sich und sein Team hat.

Besonders viel lief der Belgier mit 9,98 Kilometer nicht. Allerdings nutzte er die ihm gebotenen Räume sinnvoll, konnte 69 intensive Läufe und 23 Sprints aufweisen. Marius Wolf, der ebenfalls ein gutes Spiel zeigte, lief ganze 11,69 Kilometer und wies sogar 80 intensive Läufe auf. Mit vier Torschüssen, einer Torschussvorlage und einer beachtlichen 87-prozentigen Passquote kann sich die Statistik von Dodi Lukebakio sehen lassen.

Der Wille, die Körpersprache und die einzigartigen Momente wie beim 1:2 – es passt momentan beim Stürmer, der langsam seine Ablösesumme vergessen lässt. Das, was ihm auch gegen Hoffenheim fehlte, ist die Präzision. Insbesondere seine Flanken sind ausbaufähig, gleiches gilt für flache Hereingaben in den Strafraum. Wenn auch diese besser ankommen, könnte er den Hertha Fans noch viel Freude bereiten. Über ein paar weitere Fallrückzieher-Tore im Olympiastadion wird sich wohl auch keiner beschweren. Sein Cheftrainer bringt es ganz gut auf dem Punkt: “Er ist ein Spieler, der für die Überraschungsmomente sorgt – aber manchmal auch für zwei graue Haare.”

Duda und Kalou – Wechsel kann Covic

Wer die gute Leistung der beiden Joker Ondrej Duda und Salomon Kalou am Samstagnachmittag lobt, muss auch A wie Ante Covic sagen. Jokertore entwickeln sich fast schon zu einer Art Leitmotiv bei Hertha BSC in dieser Hinrunde. Dieses Mal war es Salomon Kalou, der seinen Treffer nach Einwechslung erzielen konnte. In der 64. Minute kam er für den verletzten Boyata ins Spiel und brauchte für sein erstes Saisontreffer nur etwa fünf Minuten.

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Bei der Hereingabe von Vladimir Darida fackelte er nicht lange und bezwang aus kurzer Distanz den Hoffenheim Schlussmann Oliver Baumann. Damit baut der 34-Jähriger seine Torbilanz im Hertha-Trikot aus (53 Tore). Noch drei Treffer und er würde Marko Pantelic einholen. Dieser steht aktuell mit 56 Toren auf Patz neun der ewigen Hertha-Torschützenliste. Kalou war nach seiner Einwechslung ein Aktivposten. Er konnte in seiner relativ kurzen Einsatzzeit drei Torschüsse abgeben und einen vorbereiten und zeigte sich in guter Verfassung.

Das Tor durch den Ivorer wurde sehenswert von Ondrej Duda eingeleitet, der zur Halbzeit für Marko Grujic eingewechselt wurde. Durch ein sehr intelligentes und gut getimtes Abspiel in den Lauf von Vladimir Darida zeigte der Slowake endlich wieder, was ihn letzte Saison so wertvoll für die „alte Dame“ gemacht hatte. In Ansätzen war in der zweiten Halbzeit viel Gutes vom 24-Jährigen zu sehen, der sehr präsent war und viele interessante Pässe spielte. Seine Passquote blieb dabei mit 84 % sehr gut und er war deutlich öfter am Ball (31 Mal) als Marko Grujic in der ersten Halbzeit (17 Mal).

Trotz der Niederlage wird die positiv verlaufene Einwechslung beiden Spielern mit großer Wahrscheinlichkeit gut tun. Die bereits angesprochene Sperre von Vladimir Darida könnte Ondrej Duda im Derby gegen Union Berlin eine Einsatzgarantie geben. Sollte „Number 10“ dort ein starkes Spiel machen, könnte er das Ruder wieder umdrehen. Offensive Optionen auf der Bank wird Ante Covic auch in den nächsten Spielen genug haben. Wir können hoffen, dass dabei die Jokertore auch wieder zum Sieg für Hertha führen.